Newcomer

Hartz4-Möbel

18.11.2011

Der Ulmer Hocker steht für die Hochschule für Gestaltung wie kein anderes Möbel – und damit für Max Bill und "die Gute Form": Eine Bewegung, die einfache Dinge mit langer Lebensdauer forderte, die noch dazu ästhetisch sind. So wie der Hochschulhocker, den jeder Student besaß: Er bestand aus einem Holz-U, wurde zwischen den beiden Seitenwangen durch ein Rundholz stabilisiert und diente den Studenten als Rednerpult, Bücher-Transportkiste und Sitzgelegenheit.

Hat sich Berlin, die arme, aber attraktive Kreativmetropole nicht auch einen eigenen Hocker verdient? Und wie müsste der aussehen? Designer Le van Bo hat sich von Kudamm, KaDeWe und Townhouses nicht blenden lassen und ein Sitzmöbel entworfen, dass sich an der Vielseitigkeit des Ulmer Vorbildes orientiert, es aber um einige weitere Talente ergänzt. Der Berliner Hocker ist nämlich außerdem verdammt günstig, quasi Hartz4-kompatibel, muss allerdings selber zusammengezimmert werden. Was dafür benötigt wird sind ein Standard-Brett aus dem Baumarkt für zehn Euro, zehn Schrauben und zehn Minuten Zeit. Am Ende ist das Objekt nicht einfach ein Hocker, sondern, wie der Designer selbst es benennt “die kleinste EInheit der Wohnung”. Als solche wird er zum Regal, zur TV-Bank oder Kinderpult. tp
 
Ein Video des Designers zu Aufbau und Verwendung gibt es hier.

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