Projekte

Leitmotiv Grün

Die Architekten Ortiz Leon setzen im eigenen Büro auf Nachhaltigkeit

von Tanja Pabelick, 20.10.2015

Das Madrider Architekturbüro Ortiz Leon verpflichtet sich konsequent Umweltthemen: Mit energieeffizienten Lösungen und ressourcenschonenden Konzepten erhielten sie als erstes spanisches Büro eine LEED-Zertifizierung. Auch in ihren eigenen Arbeitsräumen ist der grüne Ansatz direkt und indirekt zum Leitmotiv geworden, vom Klappfahrrad bis zum Wilkhahn-Mobiliar.

Als Spezialisten für Hochhäuser mit nachhaltigem Anspruch haben sich die Architekten Iñigo Ortiz Díez de Tortosa und Enrique León García, Gründer von Ortiz Leon, einen Namen gemacht. Ihr eigenes Büro in der Innenstadt Madrids ist deutlich übersichtlicher – und in einer streng funktionalen Gebäudestruktur des urbanen Bestands untergebracht. Bei der Ausgestaltung des Büros deklinierten die Architekten die strenge Ausgangssituation weiter und schufen eine konzentrierte Atmosphäre. Eine kreative Zelle – die durch ihre introvertierte Ästhetik und gezielt gesetzte Brüche entsteht. Farblich bewegt sie sich konsequent zwischen Hochglanzweiß an den Wänden und Decken, Mattgrau beim textilen Bodenbelag und Schwarz bei den Möbelgestellen. Erst die Sitzmöbel von Wilkhahn setzen grasgrüne Akzente.

In den Tag mit Klapprad
„Ein Arbeitsplatz ist nicht nur ein Ort für geistige Aktivität, er ist ein Ort, der der persönlichen Natur und Sichtweise entsprechen sollte“, beschreiben Ortiz Leon Arquitectos ihre Sichtweise aufs Büro. Ihre Räume sind für die immer auch auf innere Werte fokussierten Entwerfer deshalb keine Schaufläche zeitgenössischer Spielarten geworden, sondern ordnen sich den Inhalten unter. Mit klaren Linien, Materialien und Farben und einer auf die wesentlichen Erfordernisse beschränkten Einrichtung zeigen sie Konsequenz, aber auch Dynamik. Für die Mitarbeiter stehen Klappräder bereit, die auf dem Weg ins Büro genutzt werden. Dann werden sie platzsparend zusammengefaltet und im Eingangsbereich geparkt. Mit dem Start in den Arbeitstag laden die Sitzmöbel zur Bewegung ein. Sie wurden bewusst auch aufgrund ihrer ergonomischen Potenziale gewählt.

Durch den Tag mit Bewegungssitzen
Der deutsche Traditionshersteller Wilkhahn setzt, ganz nach der Philosophie der Architekten, nicht nur auf umweltfreundliche Produktion, Recycling und langlebige Produkte, sondern hat auch den Begriff des Bewegungssitzens geprägt. Die ergonomischen Bürostühle des Modells ON bewegen sich nicht nur vor und zurück, sondern sind auch zur Seite flexibel. Seitliche Armlehnen stützen und stabilisieren den freien Sitz körpergerecht. Der stete Wechsel von Positionen fördert die Konzentration und hilft Verspannungen zu vermeiden – ebenso wie der Wechsel zwischen den Stühlen. Neben den klassischen Arbeitsstühlen stehen mit Stand-Up frei über die Räume verteilt Einbeiner bereit, die nach dem Stehaufmännchen-Prinzip aus jeder Neigung wieder in die Senkrechte zurückschaukeln. Durch das spielerische Moment lädt der Stehsitz zu Hüftbewegungen ein, stärkt die Muskulatur und aktiviert die Gelenkfunktionen.

Kontemplation im White Cube
In den Meetingräumen hingegen haben die Designer auf grüne Farbtupfer und starke Kontraste verzichtet. Sie sind konsequent White Cube. Stauraum wie Aktenschränke und Ablagen verschwinden hinter homogenen Fronten, weiße Textilbahnen blenden bei Bedarf die Fenster ab. Lediglich der kieselgraue Teppich wird farblich von den Bezügen der bereits als moderne Klassiker gehandelten Universalstühle Chassis aufgenommen. Das Architekturstudio Ortiz Leon hat sich mit seinem Büro einen Ort für Inhalte geschaffen, der für die eigenen Werte und die reflektierte Arbeitsweise steht. Und in dem im doppelten Wortsinn ausgezeichnet gearbeitet werden kann – gerade durch die Konzentration aufs Wesentliche in einer zeitlosen Inszenierung.

Links

Wilkhahn

Zum Showroom

Projekt

Ortiz Leon Arquitectos

www.ortizleon.es

Mehr Projekte

Geschichte im Farbbad

Umbau eines Prachtbaus in Amsterdam von i29 und MATH architecten

Das Büro als Spielwiese

Inspirierende Arbeitswelt von Studio Aisslinger

Stiller Brutalismus

Headquarter der Lichtmanufaktur PSLab von JamesPlumb in London

Das Büro als Boudoir

Agenturräume in London von Daytrip

Spielerisches Experimentierfeld

Variabler Co-Working-Space von LXSY Architekten in Berlin

New Work als Raumkonzept

Transparentes Office von Ply Atelier in Hamburg

Bunter Brutalismus

Büroausbau von Artem Trigubchak und Lera Brumina

Funktionale Grenzgänger

Der Co-Working-Space von brandherm + krumrey in Berlin setzt auf Gemütlichkeit

Büro zum Wohnen

Die Räume des Architekturbüros SJB in Sydney gleichen einer Wohnung

Abgetaucht

Coworking in Warschau von Beza Project

Gemeinsam lernen

Designerin Sarit Shani Hay entwirft die erste öffentliche Integrationsschule in Tel Aviv

Arbeiten im Aggregatzustand

Waterfrom bringt Industriegeschichte in Zylinderform

Helden des Homeoffice

Coperni und USM zeigen eine Ausstellung über die Heimarbeit

Meister der Zeit

Die Geschäftsräume der Uhrenmanufaktur Montres Valgine, umgesetzt von Girsberger

Im Raster

Hochschulbibliothek im Stil des White Cube von Andreas Schüring

Kreative unter Palmen

Ein Inkubator in Barcelona von Arquitectura-G

Kreative Symbiose

Workspace in Stuttgart von Studio Komo

Büro mit Humor

Die Kreativagentur Banda setzt auf eine Architektur mit Augenzwinkern

Co-Working im Container

Die Architekten von Toop entwickelten ein Konzept für Minibüros im Schiffscontainer

Dallmer wächst

Erweiterungsbau für das Familienunternehmen in Arnsberg

Kunst und Spionage

Einen irren Streifzug durch die Geschichte bietet die Villa Heike in Berlin

Sakraler Minimalismus

Ein strenges Büro-Interieur in Kiew von Studio Sivak

Eine kleine Revolution

Kinderklinik in der Ukraine von Ater Architects

Punktgenau

Installation in London im Memphis-Stil von Camille Walala

Räumliche Erzählkunst

Kinzo Architekten gestalten die Innenräume des Suhrkamp Verlags in Berlin

Büro zum Anfassen

Studio Halleröd gestaltet schwedisches Interieur

Radikale Transparenz

TPG Architecture und Wilkhahn im Three World Trade Center

Rotierende Klassenzimmer

Fortschrittliches Schulgebäude in Norwegen von PPAG Architects

Hort in Holz

Schulerweiterung von MONO Architekten in Berlin

Lernlandschaften

ZMIK entwirft Basler Grundschule mit Rückzugsmöglichkeiten