Projekte

Neustart im Großraumbüro

Yabu Pushelbergs Bürositz in Toronto

von Jeanette Kunsmann, 12.10.2017

Keine Angst vor großen Räumen und offenen Grundrissen: Das Designteam von Yabu Pushelberg in Toronto arbeitet jetzt ohne Trennwände – nach 35 Jahren Zelle hat man sich hier mutig von allen Einzelbüros verabschiedet. Mit 1.200 Quadratmetern bietet das Großraumbüro Loft genug für alle. Unter und zwischen den Tischen stehen die Möbel von USM.

Als George Yabu und Glenn Pushelberg 1980 ihre gemeinsame Agentur gründeten, war Büroarbeit noch anders definiert – zu frisch waren die Wunden der offenen Großraumbüros der Sechziger- und Siebzigerjahre. Mittlerweile hat sich das Blatt wieder gewendet: Zelle Adieu heißt es in vielen Büros und die Wände verschwinden. Da in der Agentur Yabu Pushelberg natürlich nur Profis arbeiten, weiß man hier sehr genau, wie man mit einem Open Plan Office dieser Größe umgehen muss. Entstanden ist eine Reihe von formal bis leger eingerichteten Besprechungsräumen, die den Austausch von Ideen und ein damit verbundenes Gemeinschaftsgefühl unterstützen.

Sitz der Agentur, in deren Portfolio unter anderem Hotels wie das Four Seasons New York und das Miami Beach Edition gelistet sind, ist ein eher unscheinbarer, eingeschossiger Bau in der Innenstadt von Toronto. Seit 23 Jahren haben George Yabu und Glenn Pushelberg ihren kanadischen Stützpunkt schon hier. Als der benachbarte Mieter auszog, nutzte das Duo die Gelegenheit und breitete sich aus.

Helle und klare Gestaltung
Die Räume der einstigen Nachbarn, die seit 1993 keinen Pinsel mehr gesehen hatten, bedurften einer dringenden Renovierung. Yabu Pushelberg veränderte im Zuge der Sanierungsarbeiten aber auch gleich den Grundriss und passte die Räume an die Bedürfnisse der Gestalter an. Bis zu 16 Personen passen jeweils in die größeren Konferenzräume. Die Videokonferenzanlagen sind obligatorisch, um mit den New Yorker Kollegen stets im Dialog zu bleiben. Jedes Designteam hat außerdem auch seinen eigenen Besprechungsbereich, in dem die Materialien für laufende Projekte liegen bleiben können.

Da das gesamte Büro heute in weiß gehalten ist, musste auch die Möblierung dementsprechend hell und klar sein. Dass die USM Möbel betont sichtbar in den von Oberlichtern beleuchteten Raum positioniert sind, liegt an der Begeisterung der Chefs. „Wir haben die rationale Ästhetik von USM schon immer bewundert“, sagen die beiden Geschäftspartner, die auch privat ein Paar sind. „Als junge Designer in den Siebziger- und Achtzigerjahren kannten wir zwar USM schon dem Namen nach, doch die Möbel erschienen uns damals exotisch, europäisch und irgendwie unnahbar.“

Zeitlose Designklassiker
Wer heute bei Yabu Pushelberg arbeitet, hat seinen eigenen USM Arbeitsplatz aus reinem Weiß, dazu einen Rollcontainer sowie einen komplett verstellbaren Keilhauer-Stuhl und der ebenfalls klassischen Tolomeo-Leuchte von Artemide. Auch die Besprechungszimmer sind mit Tischen von USM ausgestattet. Und im Pausenraum warten auf die Mitarbeiter vier übergroße Picknicktische, die von Marlieke van Rossum gestaltet wurden. George Yabu und Glenn Pushelberg sind mit ihrer Büroumgestaltung mehr als zufrieden: „Der Raum ist leicht und hell, und – was noch wichtiger ist – er macht die Menschen hier glücklicher.“ Mut zahlt sich eben aus.

Links

USM

Das USM Möbelbausystem Haller wurde zwischen 1962 und 1965 entwickelt. Der bekannte Klassiker wird in der Bürowelt, in öffentlichen Bauten wie auch im privaten Bereich eingesetzt. Die Ende 2001 erfolgte Aufnahme in die Design-Sammlung des Museums of Modern Art MoMA in New York (USA) ist eine hohe Auszeichnung und bestätigt den Kunst-Charakter des Produkts.

Zum Showroom

Yabu Pushelberg

Toronto, New York City

www.yabupushelberg.com

Marlieke van Rossum

vanrossummeubelen.nl

Mehr Projekte

Geschichte im Farbbad

Umbau eines Prachtbaus in Amsterdam von i29 und MATH architecten

Das Büro als Spielwiese

Inspirierende Arbeitswelt von Studio Aisslinger

Stiller Brutalismus

Headquarter der Lichtmanufaktur PSLab von JamesPlumb in London

Das Büro als Boudoir

Agenturräume in London von Daytrip

Spielerisches Experimentierfeld

Variabler Co-Working-Space von LXSY Architekten in Berlin

New Work als Raumkonzept

Transparentes Office von Ply Atelier in Hamburg

Bunter Brutalismus

Büroausbau von Artem Trigubchak und Lera Brumina

Funktionale Grenzgänger

Der Co-Working-Space von brandherm + krumrey in Berlin setzt auf Gemütlichkeit

Büro zum Wohnen

Die Räume des Architekturbüros SJB in Sydney gleichen einer Wohnung

Abgetaucht

Coworking in Warschau von Beza Project

Gemeinsam lernen

Designerin Sarit Shani Hay entwirft die erste öffentliche Integrationsschule in Tel Aviv

Arbeiten im Aggregatzustand

Waterfrom bringt Industriegeschichte in Zylinderform

Helden des Homeoffice

Coperni und USM zeigen eine Ausstellung über die Heimarbeit

Meister der Zeit

Die Geschäftsräume der Uhrenmanufaktur Montres Valgine, umgesetzt von Girsberger

Im Raster

Hochschulbibliothek im Stil des White Cube von Andreas Schüring

Kreative unter Palmen

Ein Inkubator in Barcelona von Arquitectura-G

Kreative Symbiose

Workspace in Stuttgart von Studio Komo

Büro mit Humor

Die Kreativagentur Banda setzt auf eine Architektur mit Augenzwinkern

Co-Working im Container

Die Architekten von Toop entwickelten ein Konzept für Minibüros im Schiffscontainer

Dallmer wächst

Erweiterungsbau für das Familienunternehmen in Arnsberg

Kunst und Spionage

Einen irren Streifzug durch die Geschichte bietet die Villa Heike in Berlin

Sakraler Minimalismus

Ein strenges Büro-Interieur in Kiew von Studio Sivak

Eine kleine Revolution

Kinderklinik in der Ukraine von Ater Architects

Punktgenau

Installation in London im Memphis-Stil von Camille Walala

Räumliche Erzählkunst

Kinzo Architekten gestalten die Innenräume des Suhrkamp Verlags in Berlin

Büro zum Anfassen

Studio Halleröd gestaltet schwedisches Interieur

Radikale Transparenz

TPG Architecture und Wilkhahn im Three World Trade Center

Rotierende Klassenzimmer

Fortschrittliches Schulgebäude in Norwegen von PPAG Architects

Hort in Holz

Schulerweiterung von MONO Architekten in Berlin

Lernlandschaften

ZMIK entwirft Basler Grundschule mit Rückzugsmöglichkeiten