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Gute Nachricht Licht

Revolution am Arbeitsplatz: Wie biodynamisches Licht die Bürowelt verändert.

von Julia Bluth, 09.11.2017

Die richtige Beleuchtung ist entscheidend für die Qualität eines Arbeitsplatzes. Schlecht austariertes, zu schwaches oder gar blendendes Licht führt unweigerlich zu Augenproblemen und Haltungsstörungen. Und ein weiterer Aspekt rückt mehr denn je in den Fokus: Licht, selbst in künstlicher Form, steuert unseren Biorhythmus.

Lange waren die Zusammenhänge zwischen Lichtfarbe und Stimmungslage nicht hinlänglich geklärt. Erst eine Entdeckung zur Jahrtausendwende verhalf zu einem umfassenden Verständnis: Hochsensible Fotorezeptoren auf der Netzhaut, sogenannte Ganglienzellen, verfügen über eine eigene Lichtempfindlichkeit und reagieren besonders im blauen Spektralbereich. Am Morgen und Vormittag, wenn die Blauanteile des natürlichen Lichts am höchsten sind, stimulieren sie den Körper zur Produktion des aktivierenden Hormons Cortisol. Am Abend führen die erhöhten Rotanteile im Licht hingegen zur vermehrten Ausschüttung von Melatonin, das den Körper auf die Schlafphase vorbereitet. Tageslicht ist also unabdinglich zur Taktung unserer inneren Uhr. Am Arbeitsplatz kann das zu Problemen führen, da die wenigsten Büros über eine wirklich ausreichende Versorgung mit natürlichem Licht verfügen. Konzentrationsmangel und chronische Müdigkeit sind die Folge.

Gesundes Arbeitslicht
Eine wissenschaftlich fundierte Lösung bietet der süddeutsche Leuchtenhersteller Waldmann. In enger Zusammenarbeit mit Dr. Herbert Plischke, Professor für Licht und Gesundheit an der Hochschule München, hat das Unternehmen eine intelligente, passgenaue Lichtsteuerung entwickelt. Das Lichtmanagementsystem PULSE VTL, ermöglicht die Simulation eines 24-Stunden-Lichtverlaufs. Orientiert am natürlichen Tageslicht verändern die Leuchten so Helligkeit und Lichtfarbe. Morgens unterstützen diese mit hohen Blauanteilen den Start in den Tag, während sie ihn mit warmweißem Licht ausklingen lassen. Dieses biodynamische Licht (auch human centric lighting genannt) hilft den Menschen, in ihrem natürlichen Rhythmus zu bleiben und ein optimales Konzentrationsvermögen am Arbeitsplatz nicht mit ihrer Gesundheit zu bezahlen.

Ganz bewusst haben sich das Unternehmen und der Wissenschaftler dazu entschlossen, das System so zu konstruieren, dass der Farbverlauf werkseitig und nicht vom Anwender eingestellt werde, erklärt Klaus-Jürgen Hahn, Produktmanager bei Waldmann. „Damit werden ungewollte Fehlbedienungen ausgeschlossen. Es wird aber auch das sogenannte Lichtdoping unmöglich. Lichtdoping meint den unzulässigen Versuch, den natürlichen Biorhythmus von Menschen zu manipulieren, um etwa die Leistungsfähigkeit temporär zu steigern. Etwa, indem am Nachmittag mit erhöhten Blauanteilen der Körper erneut aktiviert wird, um das Mittagstief zu umgehen.“

Konzentration und Entspannung
Die größte Wirksamkeit erzielt biodynamisches Licht, wenn es aus einer großflächigen Lichtquelle von vorn und von oben direkt auf das Auge trifft und das gesamte Gesichtsfeld ausleuchtet. Genau auf diese Anforderungen zugeschnitten hat das Familienunternehmen seine vielfach ausgezeichnete Stehleuchte Lavigo, die für eine besonders gleichmäßige Ausleuchtung des Arbeitsplatzes sorgt. Auch im neu konzipierten Newsroom der Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten kommt sie zum Einsatz. Hier mangelte es zwar nicht an Fensterflächen, die große Raumtiefe machte jedoch ein intelligentes Beleuchtungskonzept zur absoluten Notwendigkeit – vor allem aufgrund der oftmals bis in die späten Abendstunden reichenden Arbeitszeit. Mithilfe des PULSE VTL-Systems variiert die Intensität und Lichtfarbe von Lavigo dem Sonnenlauf nachempfunden zwischen tageslichtähnlichem Licht am Morgen und warmweißem Licht am Nachmittag, wenn die Cortisol-Produktion im menschlichen Körper bereits deutlich abgenommen hat. Dieser natürliche Ablauf beeinflusst die Hormonproduktion und den biologischen Rhythmus der Mitarbeiter merklich positiv. Nach einem Arbeitstag mit sukzessiv angepasstem biodynamischem Licht fällt ihr Melatonin-Spiegel nachts entsprechend hoch aus – und die Nachtruhe umso erholsamer. Eine Tatsache, von der nachweislich alle profitieren.

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