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In die weite Welt

Cor konfektioniert zunehmend Möbel für das Objektsegment

von Kathrin Spohr, 26.09.2018

Manufakturelle Herstellung feiert ein Comeback. Sie verkörpert Sinnhaftigkeit, Tradition und Entschleunigung in einer Gesellschaft, die sich im permanenten Wandel befindend. Damit nicht genug: In umkämpften globalen Märkten steht sie für Qualität.

Die Möglichkeit, flexibel und individuell zu fertigen, sind Aspekte, die moderne Manufakturen derzeit hochinteressant und erfolgreich machen. Das zeigt sich auch bei den aktuellen Entwicklungen des Traditionsunternehmens Cor. Gegründet 1954 zählt die mit renommierten Designpreisen gekrönte Marke seit langem zu den namhaftesten deutschen Möbelmanufakturen – für den anspruchsvollen, modernen Wohnbereich.

Jetzt macht Cor aber zunehmend auch als Einrichter von Büros und Hotels von sich Reden. Der Objektbereich, eigentlich ein eigenes Segment. Um für den Shift Richtung Contract gut aufgestellt zu sein, musste Cor sich jedoch nicht komplett neu erfinden. Zum einen liegt es an dem Trend, dass Ästhetiken von Wohn-, Arbeits- und sogar Hotelwelten zusehends verschmelzen. „Das schwarze, im klaren Raster eingerichtete Büro ist passée. Heute geht es darum, Menschen zusammen zu bringen. Warum sollte ein Cor-Sofa wie Conseta nicht auch in einer Hotellobby stehen?“, sagt Cor-Geschäftsführer Leo Lübke. Und tatsächlich: Schaut man in die Coworking Spaces von WeWork & Co fragt man sich: Ist es Arbeitsplatz, Wohnzimmer, Bar oder Hotellobby? Oder umgekehrt: Foyers aktueller Hippster-Hotels, etwa das 25 Hours in Köln, sehen wie Coworking-Spaces aus – Warum also nicht? „Ein Hotelzimmer ist ein Wohnzimmer auf Zeit“, so Lübke. Neue Lifestyles wirken sich auf die Einrichtung aus und holen dann eben auch die Möbelindustrie auf den Plan. Bei Cor ist es gerade auch die Manufakturfertigung, die das Unternehmen im Contract-Segment so erfolgreich macht: Cor kann mit maßgeschneiderten Konfektionierungen – spezielle Materialien, Oberflächen, Größen – auf die besonderen Ansprüche und individuellen Wünsche eingehen, die die Contract-Einrichtung stellt.

Premium Fertigung
Seit etwa 15 Jahren fokussiert Cor auch den hart umkämpften Objektbereich. Am Anfang standen ein Großauftrag und ein Sitzmöbel namens Elha als Spezialanfertigung für die Lufthansa. Heute gilt Cor im Objektbereich als produktiver Spezialist, von dessen Leistungsfähigkeit Architekten und Bauherren profitieren. Die Traditionsmarke aus Rheda-Wiedenbrück hat sich als vergleichsweise kleiner, aber wettbewerbsfähiger Nischenanbieter etabliert. Die Marktanteile liegen derzeit schon bei 17 Prozent des Gesamtumsatzes. Und sie steigen stetig.

Doch „spezialisieren“ heißt hier, dass Cor seine Kerneigenschaften pusht. Wie im Wohnbereich überzeugt die moderne Manufaktur auch im Objektbereich durch Design und Qualität: Cor setzt projektbezogene Anforderungen besonders flexibel und zeitnah um – ein entscheidender Faktor. „Anders als industrielle Hersteller können wir Einzelmöbel und komplexe Ausstattungen weitestgehend individualisieren und spezifizieren. ‚Premium’ in Form und Fertigung gilt durchgängig – im privaten und im öffentlichen Raum“, so Leo Lübke. Die 2010 und 2011 entwickelten, vielfältig konfigurierbaren Objektmöbel Affair und Scope, die kontinuierlich weiter ausgearbeitet werden, gelten beispielsweise als Meilensteine des wachsenden Portfolios. Konzerne wie Google, Motorola oder auch SAP richten sich damit ein.

Um wohnlichen Komfort mit professioneller Funktionalität, also die Welten „Wohnen und Arbeiten“ weiter zu verbinden, entstand im Herbst 2017 die Cor LAB-Kollektion – sechs individuell kombinierbare Einzelmöbel von so namhaften Designern wie Pauline Deltour, Relvaokellermann oder auch Uwe Fischer. Unter dem Motto „Let’s work together“ tourt das Cor LAB inzwischen als Roadshow bei Objekteinrichtern. Neue Marktanteile sollen im Inland, aber auch im Export, vor allem in den USA und im asiatischen Raum, erschlossen werden. Der Plan geht auf: Für den New Yorker Sitz der weltweit operierenden Unternehmensberatung PriceWaterhouseCoopers etwa werden gerade vierzig Floater-Sofas aus der Cor LAB-Kollektion gefertigt. Weitere Standorte sollen mit dem Worklounge-Möbel ausgestattet werden. Neben hoher Flexibilität in der Produktfertigung bietet Cor Architekten und Planern state-of-the-art Services im Digitalbereich: Sein Planungsdatenportfolio für Objekte umfasst seit 2016 auch das Datenformat Revit. Damit können Entwürfe, Änderungen und Anpassungen in Echtzeit visualisiert und aktualisiert werden.

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Damit ein Möbel aber all diese Qualitäten erfüllen kann, müssen vorab sehr viele Menschen vieles sehr richtig gemacht haben. Sie müssen, zum Beispiel, die besten Materialien ausgewählt haben. Sie müssen diese nach höchsten handwerklichen Standards verarbeitet und geprüft haben. Und vor alledem steht der kluge Entwurf eines Designers, der all das vorwegnimmt, was das Sitzen, Entspannen und Wohnen über Jahre hinweg zu einem Vergnügen macht. Diese Art von Möbeln fertigen wir bei COR.

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