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Mythischer Klang

Mit dem 3D-Lautsprecher Moebius ist Verena Hutter der Einstieg in das Industriedesign gelungen.

von Jasmin Jouhar, 10.09.2019

Erfolg in einer Männerdomäne: Mit ihrer Abschlussarbeit, einem 3D-gedruckten Lautsprecher, ist Verena Hutter der Einstieg in das Industriedesign gelungen. Sie zeigt Moebius im Oktober in der German Design Graduate-Ausstellung.
Gut sieht Moebius aus, keine Frage – ein wenig mythisch wie ein magisches Objekt einer längst untergegangenen Kultur. Doch dieser Lautsprecher soll sich auch besonders gut anhören. Denn Verena Hutter hat für Moebius eine Spiralform entwickelt, die den Klang optimal leiteten soll. Um den ungewöhnlichen Klangkörper überhaupt herstellen zu können, nutzte die Produktdesignerin 3D-Druck: „Mit herkömmlichen industriellen Fertigungsverfahren sind solch komplexe Geometrien kaum zu realisieren.“ Der Korpus besteht aus technischer Keramik mit hoher Steifigkeit – eine gefragte Eigenschaft bei Lautsprechern. Je steifer, desto weniger Verzerrungen und Fremdresonanzen. Moebius war Hutters Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Kassel und entstand 2018 in Zusammenarbeit mit Bang & Olufsen, die Firma Schunk aus Willich hat den Druck übernommen. Mittlerweile hat Verena Hutter zusammen mit dem belgischen Unternehmen Materialise eine weiße Version entwickelt, aus einem Keramik-Materialverbund. „Das hat den Vorteil, dass das Gehäuse komplett aus einem Stück gefertigt werden kann“, erklärt sie. „Der Lautsprecher wird dann lediglich von unten montiert, und das Produkt ist fertig.“ In der German Design Graduate-Ausstellung wird sie beide Varianten zeigen.
Die Entwicklung von Moebius hat sich für Hutter längst ausgezahlt: Nach ihrem Abschluss in Kassel fing sie als Trainee beim Elektronikspezialisten Sennheiser an, seit kurzem arbeitet sie dort als Product Design Manager. „Das Projekt hat mir definitiv beim Einstieg in den Bereich Consumer Electronics geholfen.“ Schon vor ihrer Abschlussarbeit hatte sich die Designerin einmal mit einem elektrischen Gerät beschäftigt. In Kooperation mit Braun entwarf sie den geschlechtsneutralen Rasierer Unisex Shaver. Es hatte sie gestört, dass es meist gegenderte Rasierer zu kaufen gibt, obwohl sich die Geräte für Männer und Frauen technisch und in ihrer Funktion eigentlich nicht voneinander unterscheiden. Mit der Genderfrage muss sie sich allerdings immer wieder auseinandersetzen: „Industriedesign ist eine sehr Männer-dominierte Branche. Als Frau braucht man viel Durchsetzungskraft, um überhaupt wahrgenommen zu werden.“ Ihre Strategie? „Kompetenz beweisen und genau wissen, was man will.“
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