„Meine Entscheidungen ändern sich nicht, egal, ob es sich um ein Serienstück oder ein Unikat handelt“, erklärt der britische Designer Max Lamb. Seine unverkennbare Handschrift basiert auf Reduktion, Klarheit in der Konstruktion und dem direkten physischen Kontakt mit dem Material im Entwurfsprozess. In Kooperation mit dem schwedischen Designlabel Hem hat Lamb nun seinen bekanntesten Sitzmöbel-Prototypen – den Economy Chair – erstmals in Serie gebracht. Gefertigt aus massivem Kiefernholz vereint der im Rahmen der 3daysofdesign 2026 präsentierte Min Chair handwerkliche Logik mit industrieller Skalierbarkeit.
Subtil subversiv und polygonal
Der Entwurf geht auf ein Experiment aus dem Jahr 2020 zurück, als Lamb innerhalb von drei Tagen 60 Stühle aus Polystyrolplatten von Hand schnitt. Der neue Name Min – kurz für Minimum – verweist auf das konstruktive Prinzip: Der Stuhl wird aus den diagonalen Schnitten einer einzigen Holzbohle zusammengesetzt. Durch präzise gesetzte Winkel wird die Materialfläche effizient genutzt und in eine stabile, tragende Struktur überführt. Beine, Sitzfläche und Rückenlehne werden anschließend mithilfe einfacher Holzdübel miteinander verbunden.
Ein nahezu abfallfreier Ansatz
Für Hem verkörpert der Min Chair einen konsequenten „Nahezu-Null-Abfall-Ansatz“. Fast das gesamte Material der Holzplatte wird verwertet, was Lambs Fokus auf Ressourceneffizienz unterstreicht. Seine frühe experimentelle Logik bleibt dabei unverändert sichtbar, wird jedoch in ein reproduzierbares industrielles System überführt. Die sechste Version des Economy Chair ist zugleich die erste, die außerhalb von Einzelaufträgen erhältlich ist.
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