Räume, die Fragen stellen
Was wäre, wenn ein Raum keine Antwort geben müsste? In einer Arbeitswelt, in der sich die Fragen schneller verändern als die Gebäude, die sie beherbergen, ist das keine rhetorische Überlegung, sondern eine gestalterische. Räume, die auf Beständigkeit ausgelegt sind, kennen keine Antwort auf Wandel. Gefragt sind Umgebungen, die offen bleiben und mit den Organisationen und Menschen wachsen, die in ihnen arbeiten.
Vitra nennt diesen Modus Beta, das Gestalten von Umgebungen, die Veränderung nicht als Ausnahme behandeln, sondern als Grundbedingung. Eine Denk- und Arbeitshaltung: präzise im Ungewissen, offen für das Ungedachte. Raum machen für das, was noch nicht gedacht wurde. Und für die Fragen, die noch nicht gestellt sind. Mit Scout und Reset gibt Vitra dieser Haltung eine konkrete Form.
Scout, eine Familie von mobilen Arbeits- und Meetingtischen von Konstantin Grcic, lässt sich je nach Einsatzzweck zusammenstellen, neu gruppieren und platzsparend ineinanderschieben. Der markante Stahlrohrrahmen überragt die Tischplatte und schafft ein Gefühl von eigenem Raum, ohne ihn zu verschließen. Reset, ein modulares Bodensystem von Stephan Hürlemann, verwandelt einen flachen Boden ohne Werkzeug und ohne bauliche Massnahmen in eine Tribüne, eine Arena oder eine Rückzugsinsel und lässt sich ebenso schnell wieder abbauen. Beide Systeme kennen keine endgültige Konfiguration. Sie sind gebaut für das, was noch kommt.