Dieter Rams wird 94
Das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt richtet seinen Stilraum neu ein
Dieter Rams gehört zu den meistzitierten Gestaltern des 20. Jahrhunderts. Seine Braun-Geräte gelten als Vorbilder für generationsübergreifendes Produktdesign – mit klaren Linien, zurückhaltenden Farben und intuitiver Bedienung. Diese Ästhetik wurde unzählige Male kopiert. Gleichzeitig reduzierte sich die Rezeption von Rams oft auf genau den Stil. Dass seine Arbeit immer auch Kritik an Konsum und Überproduktion formulierte, gerät dabei leicht in den Hintergrund.
Die neue Präsentation im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt setzt deshalb weniger auf Ikonen als auf Entwicklungsprozesse. Seit dem 20. Mai zeigt der Dieter Rams Stilraum Entwurfsskizzen, Varianten und technische Weiterentwicklungen von Radio-Phono-Kombinationen oder dem Weltempfänger T 1000. Sichtbar wird eine Arbeitsweise, die nicht nach dem schnellen Effekt suchte. Rams überarbeitete seine Produkte über Jahre hinweg. Viele Veränderungen wirken minimal. Genau darin lag für ihn Qualität.
Bemerkenswert ist, wie aktuell seine Position inzwischen erscheint. Bereits 2011 kritisierte Rams in einem Vortrag in Hongkong die „wachstumsorientierte Konsumgesellschaft“. Design dürfe nicht zur „Kaufanreiz-Kosmetik“ werden. Stattdessen müsse Gestaltung helfen, Ressourcen zu schonen und Orientierung zu schaffen. Seine Formel „Weniger, aber besser“ war nie ein minimalistischer Lifestyle-Slogan. Sie beschrieb eine politische Haltung zur Produktion von Dingen.
Gerade darin liegt heute eine gewisse Ironie. Rams’ Entwürfe stehen längst selbst für einen global vermarkteten Geschmack. Reduktion wurde zur Markenstrategie. Minimalismus dient oft als ästhetische Oberfläche für immer neue Produkte. Die Ausstellung im Frankfurter Stilraum streift diesen Widerspruch nur indirekt. Trotzdem zeigt sie, warum Rams weiterhin relevant bleibt. Nicht wegen seiner Formensprache allein, sondern wegen seiner grundsätzlichen Frage: Welche Dinge brauchen wir überhaupt?
Dass diese Debatte inzwischen weltweit geführt wird, zeigt auch die Arbeit der Dieter und Ingeborg Rams Stiftung. Wanderausstellungen machten seine Designhaltung zuletzt in den USA, Italien, der Türkei und China sichtbar. Im Herbst folgt Tokio.
Die Frankfurter Neupräsentation ist deshalb weniger Geburtstagsausstellung als vielmehr eine Hommage an einen Gestalter, der Design nie als Selbstzweck verstand. Seine Produkte sollten das Leben erleichtern, nicht den Konsum beschleunigen. Genau darin liegt ihre anhaltende Aktualität.
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