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Tizio

Mit Richard Sapper geht einer der größten deutschen Produktdesigner. Was bleibt? Beispielsweise dieser Leuchtenklassiker.

08.01.2016

Dauerbrenner
Die wenigstens Produkte schaffen es, sich über mehrere Jahrzehnte und damit über etliche Trends und Moden hinweg durchzusetzen. Diese Leuchte schon. 1972 entworfen und vom italienischen Leuchten-Produzenten Artemide vertrieben, ist die Tizio noch heute ein buchstäblicher Dauerbrenner. Und auch ihr Schöpfer, der vor wenigen Tagen verstorbene deutsche Industriedesigner Richard Sapper, zählt zu den wenigen Persönlichkeiten, die das Produktdesign – vom Wasserkessel bis zum Computer – über Generationen hinweg maßgeblich geprägt haben. Etliche Male wurden die Werke des deutschen Gestalters und Lehrers, die er für Unternehmen wie Alessi, Knoll, Pirelli, IBM, Kartell oder B&B entwarf, mit internationalen Auszeichnungen gewürdigt. Heute sind sie in zahlreichen Sammlungen vertreten, darunter in der des Metropolitan Museum of Art, des Museum of Modern Art oder des Victoria and Albert Museum.

Was die Halogen-Schreibtischleuchte Tizio zu einem so erfolgreichen Designklassiker machte, ist nicht nur die elegante Form und die hochwertige Verarbeitung aus lackiertem Polycarbonat und Aluminium. Das Leuchtobjekt, das in den Farben Weiß, Alumiumgrau und Schwarz erhältlich ist, überzeugt vor allem durch technische Raffinesse. Mithilfe von zwei Gewichten kann ihr Kopf leichtgängig über eine flüssige Bewegung in die gewünschte Position gebracht und punktuell ausrichtet werden. Dabei dienen die beiden schlanken Arme gleichzeitig als elektrische Leiter, die den Strom aus einem Trafo im Fuß in die kleine Halogenlampe bringen. So kann auf unnötige Kabel verzichtet werden. Eine LED-Version der Tizio gibt es in Schwarz. Der Durchmesser des Fußes beträgt 11 Zentimeter. Die gesamte Leuchte hat eine Höhe von 66 bis 119 Zentimetern. Außerdem ist sie in diversen anderen Formaten erhältlich und kann (mittels einer am Fuß arretierbaren Säule) zu einer Standleuchte umfunktioniert werden. ncm
Ernsto Gismondi, Gründer der Artemide-Gruppe, im Interview mit Richard Sapper und Michele de Lucchi

 

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Richard Sapper

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