Pool statt Premiere
Berliner Volksbühne eröffnet ein temporäres Bad am Rosa-Luxemburg-Platz
Wo sonst Zuschauer*innen vor dem Theater warten, soll ab Freitag gebadet werden: Die Berliner Volksbühne eröffnet am 7. August 2026 ihr Volksbad. Bis zum 1. Oktober besetzt ein 25-Meter-Becken den Rosa-Luxemburg-Platz – kostenlos und mitten im dichten Stadtraum von Berlin-Mitte.
Die Aktion markiert den Auftakt der neuen Intendanz von Matthias Lilienthal. Während die Obermaschinerie im Haus saniert wird und der reguläre Spielbetrieb noch pausiert, verlagert sich das Programm nach draußen. Statt Premieren und Theaterbetrieb gibt es Wasser, Liegebereich und Pommesbude. Mit dem Becken wird der Vorplatz der Volksbühne vorübergehend umgenutzt – vom repräsentativen Zugang zum Theater zum frei zugänglichen Bade- und Aufenthaltsort.
Die Volksbühne versteht das Projekt als Signal gegen den Rückbau öffentlicher Infrastruktur und als Einladung an die Nachbarschaft. Gebadet wird dienstags bis samstags, jeweils in zweistündigen Zeitfenstern; donnerstags gelten verlängerte Öffnungszeiten. Kostenlose Tickets werden drei Tage vor dem jeweiligen Badetag über den Webshop der Volksbühne freigeschaltet. Für die Eröffnung am 7. August sind sie seit dem 4. August buchbar.
Die Aktion sorgt bereits im Vorfeld für geteilte Reaktionen. Für die einen ist das Becken eine willkommene, frei zugängliche Ergänzung des knappen Berliner Badeangebots; andere stellen Aufwand und Kosten des Projekts infrage. Rund 300.000 Euro soll das Volksbad kosten; finanziert werde es laut Volksbühne aus dem regulären Haushalt des Hauses.
www.volksbühne-berlin.de
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