Neues Designfestival für Berlin
CURRENTS startet als Plattform für Produkt- und Interiordesign
Die Idee einer gemeinsamen Plattform für die Designszene der Hauptstadt ist nicht neu. Vom Designmai Anfang der 2000er-Jahre über das international beachtete DMY Berlin bis zur heutigen Berlin Design Week gab es immer wieder Versuche, die Vielfalt des Berliner Designs sichtbar zu machen. CURRENTS knüpft an diese Entwicklung an, versteht sich jedoch weniger als kuratiertes Festival denn als Plattform für eine Szene, deren Aktivitäten bislang auf zahlreiche Orte und Einzelinitiativen verteilt sind. „Wir möchten nichts kuratieren, das entspricht nicht unserer Rolle und würde auch nicht die ganze Bandbreite der Stadt abbilden", erklärt Mitinitiatorin Laura Ewert gegenüber Baunetz id. Stattdessen solle das dezentrale Konzept Design auch Menschen näherbringen, die sich bislang vielleicht gar nicht als designinteressiert verstehen.
„Wir möchten zunächst einmal eine Sichtbarkeit schaffen für die vielen tollen Brands, Designer, Galeristen, Shops, Autorendesigner oder Studierenden, die hier tätig sind – auch über Deutschland hinaus", erklärt Ewert. Ausgangspunkt sei eine Entwicklung gewesen, die sich in den vergangenen Jahren zunehmend abgezeichnet habe. Immer mehr Studios und unabhängige Designer*innen organisierten – häufig parallel zur Berlin Art Week oder dem Gallery Weekend – eigene Veranstaltungen. „Wir hatten das Gefühl, das sollte mal gebündelt werden.“
Für das neue Format sprechen aus ihrer Sicht auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Schwankende Materialkosten, internationale Krisen und Kürzungen im Bildungsbereich erhöhen den Druck auf die Branche. Umso wichtiger sei es, Akteur*innen aus Handel, Galerien, Hochschulen und unabhängigen Studios zusammenzubringen.
Geplant sind offene Studios, Produktpräsentationen, Ausstellungen, Workshops und Talks. Auch politische Debatten sollen ihren Platz finden. „Was in Berlin vermutlich anders ist als anderswo, auch weil es in der DNA der Stadt liegt: Politische Diskurse, etwa zur Situation der Lehre, werden nicht zu kurz kommen.“ Zu den bislang bestätigten Teilnehmer*innen zählen unter anderem Konstantin Grcic, Objekte unserer Tage, KPM Berlin sowie die Universität der Künste und die Kunsthochschule Weißensee. Die Currents Bar im Eternithaus soll an allen drei Festivalabenden als zentraler Treffpunkt für Austausch und Vernetzung dienen.
Ob sich Currents langfristig als feste Größe im Berliner Designkalender etabliert, wird sich zeigen. Für die Initiatorinnen steht der Erfolg der Premiere jedoch nicht allein an Besucherzahlen fest. „Erfolgreich ist Currents dann, wenn die Teilnehmenden zufrieden sind, wenn wir eine Marke und ein Format schaffen, hinter denen die Designprotagonisten dieser Stadt stehen können."
Weitere Informationen zum Festival sowie das laufend ergänzte Programm finden sich unter:
www.currentsberlin.com
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