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Colonnade

24.04.2012

Bei diesem Produkt dürfte der Auftraggeber vom Ergebnis kaum überrascht gewesen sein: Wenn Marsotto den Architekten David Chipperfield um den Entwurf eines Tisches aus Carrara-Marmor bittet, dann erwartet der italienische Hersteller sicher kein organisch-gekurvtes oder kristallin-fragmentiertes Zeitgeistmöbel. Hat er auch nicht bekommen, sondern einen Tisch, der das verkörpert, wofür Chipperfields Architektur steht: Gleichmaß, Ruhe, Gravität. Colonnade besteht aus einer langgestreckten, rechteckigen Marmorplatte, die von zwölf ebenso marmornen Beinen getragen wird. Die eckigen Tischbeine sind vollkommen regelmäßig angeordnet, wie die Pfeiler eines Gebäudes.

Das Möbel trägt seinen Namen sicher nicht von ungefähr, erinnert es doch an die Projekte Chipperfields, die klassizistischen Geist atmen, wie das Literaturarchiv in Marbach mit seiner umlaufenden Pfeilerkolonnade. Dass Colonnade ein Möbel mit Gebrauchswert sein soll und kein Architekturmodell, das wird an einem Detail deutlich. Die auf den ersten Blick durchgehende Platte ist an zwei Stellen durchtrennt, so dass der Tisch in drei Elemente zerlegbar ist, die einzeln oder gemeinsam benutzt werden können. Colonnade gehört zu einer Serie von Tischen, die Marsotto zum Salone del Mobile 2012 vorgestellt hat. Bereits zum dritten Mal hatte der Marmorspezialist eine ganze Reihe prominenter Gestalter wie Naoto Fukasawa, Jasper Morrison oder Konstantin Grcic gebeten, dem traditionellen Naturstein zeitgenössische Seiten abzugewinnen. jj

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David Chipperfield

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