Mehr als nur Oberfläche
Fliesen im Bad: Wie Keramik Räume gestaltet
Fliesen zählen zu den Klassikern im Bad: Sie sind langlebig, pflegeleicht und strapazierfähig. In aktuellen Projekten zeigen sie aber auch ihr gestalterisches Potenzial. Mit Farbe, Struktur und plastischer Wirkung prägen sie Räume weit über ihre reine Funktion hinaus.
Gebrannt, glasiert, geprägt: Fliesen sind im Bad allgegenwärtig. Heute werden sie jedoch weit über ihre Funktion als Wand- und Bodenbelag hinaus eingesetzt. Keramische Oberflächen werden komponiert, kombiniert und räumlich gedacht – als Mittel, um Farbigkeit, Textur und Übergänge gezielt zu gestalten und das Bad stärker in das gesamte Interiorkonzept einzubinden. Vorbilder finden sich in der Art-déco-Zeit, deren keramische Soft-Edge-Elemente derzeit eine Renaissance erleben – allerdings in deutlich räumlicherer und formal zugespitzter Ausprägung.
Farbe und Plastizität als Entwurfswerkzeuge
Wie sich dieses Potenzial interpretieren lässt, zeigt das Projekt Hermannstraße von Pasztori Simons Architekten in Berlin. Im Bad eines umgebauten Altbaus aus der Gründerzeit werden glasierte Fliesen mit abgerundeten Kanten nicht nur als Belag eingesetzt, sondern formen fließende Übergänge zwischen Boden, Wand und Einbauten. Die dunkle, glänzende Oberfläche verstärkt die plastische Wirkung und verleiht dem Raum eine ausgeprägte Materialität. Zugleich knüpft das Konzept an die historischen Kachelöfen des Bestands an und überträgt deren Farbtiefe und Schwere in eine zeitgenössische Formensprache.
Ebenfalls sehr plastisch geben sich die knallorangenen Fliesen in einer von Dries De Malsche gestalteten Zahnarztpraxis im belgischen Aalst. Sie treten als korbbogenförmige Halbröhren aus der planen Wandebene hervor und gliedern die Wandflächen auf diese Weise mit deckenhohen Lisenen. Die Gestaltung wertet nicht nur die Bäder, sondern auch einige Behandlungsräume auf und erinnert an Dachziegel oder sogar einen abstrahierten Bambuswald.
Bei anderen Projekten zeigt sich, dass Fliesen ihre Wirkung besonders in Kombination mit anderen Materialien entfalten, etwa mit grob behauenem Naturstein – wie bei den Waschtischen im Loft Blurring 2 Attics von Bajet Giramé.
So unterschiedlich diese Projekte auch sind, sie veranschaulichen eine gemeinsame Tendenz: Fliesen werden im Bad längst nicht mehr nur als funktionale Oberfläche eingesetzt. Mit Farbe, Relief und Materialität prägen sie Räume zunehmend auch auf architektonischer Ebene und erweisen sich als vielseitiges Entwurfswerkzeug zwischen Oberfläche, Struktur und Atmosphäre.
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