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Atmosphärische Übergänge

Hybrides Arbeiten zwischen Büro und Homeoffice 

Ganz gleich ob im Büro, im Homeoffice oder unterwegs: Zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten ist längst zum Alltag geworden. Damit verändern sich Verhaltensweisen, aber ebenso innenarchitektonische Lösungen. Der Büromöbelhersteller Wilkhahn zeigt sechs Wege, wie hybrides Arbeiten gelingt.

von Norman Kietzmann, 01.11.2022

Arbeit ist nicht mehr an einen festen Ort gebunden. Sie kann überall geschehen – vorausgesetzt, es gibt mobilen Datenempfang. Die strikte, räumliche Trennung von Privatem und Beruflichem hat sich aufgelöst. Das zeigt sich auch in der Möblierung. Arbeitswelten werden wohnlicher eingerichtet. Gleichzeitig soll das Homeoffice mehr nach Zuhause denn nach Büro aussehen und nicht als Fremdkörper wahrgenommen werden. Die positive Folge ist die atmosphärische Aufwertung des Arbeitsplatzes. Man sieht den Möbeln ihre Bestimmung als Arbeitsmittel nicht immer an. Sie tragen die Tarnkappe der Wohnlichkeit – und machen Wohlbefinden zu einem ebenso wichtigen Kriterium wie Ergonomie und Funktionalität.

Flexible Begleiter
Die weich gepolsterten Lounge-Sessel aus dem Programm Yonda sind wahre Grenzgänger. Der Entwurf von neunzig°design für Wilkhahn macht im Wohnzimmer ebenso „bella figura“ wie in Foyer- und Empfangsbereichen oder den Besprechungszonen der neuen Arbeitswelt. Ergonomisch geformte Sitzschalen geben dem Rücken gleichermaßen Halt wie Bewegungsfreiheit. In die Schalenkonturen eingelassene Armlehnen bieten Abschirmung und Abstützung, um auch ein Weilchen am Smartphone arbeiten zu können.

Bei der Entwicklung von Yonda spielte Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Die Besprechungs- und Arbeitsstühle des Programms wurden gerade für den Bundespreis Ecodesign nominiert. Und auch der neue Lounger kann hier punkten: Die Sitzschalen werden aus vollständig recyceltem ABS-Kunststoff gefertigt, für die Fußkreuze kommt wiederverwertetes Aluminium, und für die Kufengestelle 30 Prozent Recyclingstahl zum Einsatz. Austauschbare Bezüge mit hohem Recyclinganteil verlängern die Lebensdauer der Möbel. Wenn sie eines Tages doch entsorgt werden sollen, können die einzelnen Komponenten leicht auseinandergenommen und im Sinne der Kreislaufwirtschaft aufbereitet und einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Kommunikative Kojen
Was Yonda-Sessel für den Einzelnen, bietet das Banksystem Insit, das Wolfgang C.R. Mezger für Wilkhahn gestaltet hat, für mehrere Personen. Filigrane Füße heben die schmalen Polstermatten über den Boden. Die geraden oder gebogenen Bankmodule können zu beliebig langen Konfigurationen verkettet werden. Auch hier drängen sich die ergonomischen Eigenschaften optisch nicht in den Vordergrund. Die Sitzhöhe ist so austariert, dass sie ein optimales Arbeiten an normalen Tischen erlaubt.

Gegenüber klassischen Wohnzimmersofas ist die Polsterung straffer gehalten. Es geht darum, nicht einzusinken, sondern mit idealem Stützkomfort auch mehrere Stunden arbeiten zu können. Die rundum gepolsterten Wandelemente Insit-Screen können schnell per Hand auf die Bänke gesteckt werden, um visuelle und akustische Abschirmungen zu erzeugen. Als Halterungen dienen dann Stahlprofile, die an die Unterseiten der Sitzrahmen verschraubt werden. Vertikale Doppelsteppnähte laufen in Abständen von vier Zentimetern über die Textilbezüge und kreieren eine markante Rippung. Die Oberflächen der Polsterpaneele sind nicht abweisend glatt, sondern charaktervoll vertieft.

Passende Bausteine
Ein Allrounder ist das von Jehs+Laub für Wilkhahn gestaltete Programm Occo. Die Sitzschalen der Sessel und Stühle warten mit weich fließenden Konturen auf. Markante Einschnitte zwischen Rückenlehne und Sitzfläche sorgen für visuelle Leichtigkeit. Wie Chamäleons passen sie sich in ihrer Erscheinung dem Umfeld an, ohne jedoch auf ihren individuellen Charakter zu verzichten. Passende Tische warten mit Platten aus echtholzfurniertem MDF, durchgefärbtem HPL oder massivem Eichenholz auf. Leicht schräg gestellte Holzfüße verjüngen sich zum Boden und geben den Tischen einen betont wohnlichen Charakter: der Schlüssel, um im Homeoffice, in der heimischen Küche oder im Besprechungsraum gleichermaßen zu funktionieren.

Energie im Sitzen
Bewegungsmangel führt zu Müdigkeit. Schließlich ist der größte Stoffwechselmotor des Menschen die Muskulatur. Und die will immer wieder stimuliert werden. Regelmäßiges Aufstehen ist daher genauso wichtig wie dynamisches Sitzen – sowohl im Büro als auch in den heimischen vier Wänden. Der hochdekorierte Drehsessel ON von dem Designer Michael Englisch verfügt über eine patentierte Trimension-Mechanik, deren unabhängig voneinander beweglichen Schwenkarme die Rückenlehne umfassen. Sie ermöglichen ein dreidimensionales, synchron gestütztes Bewegungssitzen. Das Möbel engt nicht ein, sondern folgt jedem Haltungswechsel des Körpers und regt auf natürliche Weise den Stoffwechsel an. Zudem kann das Becken seitlich rotieren, wodurch die Wirbelsäule während des Sitzens stabilisiert und die Gefahr von Rückenschmerzen deutlich reduziert wird. Mit wohnlichen Stoffen und einer breit gefächerten Farbpalette kann sich das Möbel in eine Vielzahl von Einrichtungsstilen einfügen.

Alles auf Rollen
Hybride Arbeitsräume zeichnen sich vor allem durch die Freiheit ihrer Nutzung aus. Bewegung spielt auch hier eine Schlüsselrolle. So lassen sich Tische der mobilen Timetable-Familie von Wilkhahn auf Rollen frei im Raum bewegen, drehen und in unterschiedlichen Konfigurationen zusammensetzen. Der Entwurf von Andreas Störiko kann jedoch noch mehr: Ist die Arbeit oder die Besprechung beendet, wird die Tischplatte mit dem Handgriff einer einzelnen Person nach oben geschwenkt. Parallel dazu drehen sich die Metallfüße zur Seite, sodass das Möbel nur noch als schmale, vertikale Scheibe wahrgenommen wird, die sich platzsparend verstauen lässt. Die Rollen geben auch im zusammengeklappten Zustand genug Stabilität, um den Tisch mühelos zu bewegen. Die Botschaft: Arbeitsplatz und Konferenzraum sind an keinen bestimmten Ort gebunden. Sie werden dort eingerichtet, wo sie gebraucht werden. Anschließend verschwinden sie wieder.

Informelles Meeting
Nicht nur Zuhause, auch im Büro werden neue Räume erschlossen. Korridore dienen keineswegs nur als Durchgang. Sie werden als informelle Treffpunkte genutzt, angefangen bei spontanen Begegnungen mit Kolleg*innen über den Austausch des „Flurfunks“ bis hin zu gesetzten Meetings, die einen weniger offiziellen Rahmen brauchen als den konventionellen Konferenzraum. Nicht selten entstehen die besten Ideen und Konzepte zwischendurch – und dem trägt auch die Möblierung Rechnung.

Landing ist ein Wandrelief, das Rudolph Schelling Webermann für Wilkhahn gestaltet haben. Flache, stoffbespannte Module mit einem Zuschnitt von 60 mal 60 Zentimetern können in unterschiedlichen Farben frei kombiniert werden. Die Besonderheit ist ein weiteres Modul von identischer Größe, das aus der Wand in den Raum hinaus zu wachsen scheint. Je nach Position kann es als schmaler Sitz, als „Kissen“ zum Anlehnen oder als Ablage verwendet werden. Seine schallschluckenden Qualitäten kann Landing nicht nur im Bürokontext, sondern ebenso in den heimischen vier Wänden entfalten. Denn wer möchte schon, dass sich die eigene Stimme beim nächsten Videocall in endlosem Hall verliert?

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Wilkhahn

Wir glauben an die Kraft guter Gestaltung! Mit unseren langlebigen Möbeln für zukunftsfähige Arbeitswelten stellen wir den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Potenzialen in den Mittelpunkt – zur Förderung von Wohlbefinden, Kooperationsfähigkeit und Identität als Basis für den Unternehmenserfolg.

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