Vom ersten Entwurf zum zweiten Leben
Nowy Styl erprobt Sitzmöbel aus nur einem Material
Partner: Nowy Styl
Sitzmöbel aus nur einem Material, die sich ohne Demontage recyceln lassen: Das war die Aufgabe der re:think design competition von Nowy Styl. Die 3D-Modelle der Siegerentwürfe sollen im November als Prototypen bei GREENTERIOR 2026 in Berlin zu sehen sein.
Nowy Styl verbindet langlebiges Produktdesign, bewusste Materialauswahl und zirkuläre Konzepte. Das Unternehmen versteht sich als Partner für Planende, die nachhaltige Aspekte bereits in der Konzeption von Arbeits- und Objektwelten berücksichtigen möchten. Dazu gehören Bezugsstoffe mit Recyclinganteil wie Oceanic, ein 100 % Post-Consumer-Polyester mit 50 % SEAQUAL®-Garn aus recyceltem Meeresplastik, oder der teilweise aus recycelten Textilabfällen hergestellte Webstoff Cura Loop.
Ein Material, drei Antworten
Einen Schritt weiter geht die re:think design competition. Nowy Styl hat sie initiiert, das Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE hat sie wissenschaftlich begleitet. Gesucht waren Soft-Seating-Konzepte aus nur einem Basismaterial – mit dem Ziel, vollständig recycelbare Produkte zu gestalten.
Nach dem Begutachten der zahlreichen Einreichungen vergab die Fachjury den ersten Preis an den Entwurf LYNKA von Sascha Sartory vom Kölner Studio SARTORY DESIGN. Er überzeugt durch ein klares modulares System aus Formfilzkomponenten, das mit wenigen geometrischen Grundformen für eine große gestalterische Vielfalt sorgt. Seine rhythmische Struktur, die flexible Kombinierbarkeit im Raum sowie die konsequente Umsetzung des Monomaterial-Ansatzes machen das Konzept zu einer ausdrucksstarken und funktionalen Lösung.
Auf dem zweiten Platz landete das Sitzmöbel MONO von Daniel Streilein und Henry Boy vom Hamburger Designstudio Boldextrusion Ventures. Das Konzept setzt auf großformatigen 3D-Druck, den die Designer technisch wie gestalterisch nutzen: Die sichtbaren Drucklinien werden zum Designelement. Auch Polster und Korpus sind im Sinne des Monomaterial-Gedankens zusammengebracht.
Als dritter Siegerentwurf wurde das Re:PET System der Berliner Nick Geipel und Moritz Walter ausgezeichnet. Ihr modulares Hocker- und Tischsystem zeigt, wie durch minimale Materialkomplexität und intelligente Konstruktion flexible Nutzungsszenarien entstehen. Zudem kann das Leichtbau-System platzsparend gelagert werden.
Die ausgezeichneten Arbeiten sind Konzepte, die als Prototypen vorliegen. Für den Entwurf auf dem ersten Platz besteht die Möglichkeit, ihn gemeinsam mit Nowy Styl weiterzuentwickeln.
Aufbereiten statt ersetzen
„Entscheidend ist für uns, Nachhaltigkeit nicht nur strategisch zu verankern, sondern sie jeden Tag in unseren Entscheidungen, Prozessen und unserem Handeln zu berücksichtigen“, sagt Hendrik Busse, Geschäftsführer der Nowy Styl Deutschland GmbH. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist use2, das Second-Life-Konzept von Nowy Styl. In den Kompetenzzentren werden gebrauchte Möbel – unabhängig vom Hersteller – bewertet, professionell aufbereitet und anschließend wieder in den Nutzungskreislauf zurückgeführt. So verlängert Nowy Styl die Lebensdauer von Möbeln.
Fortschritte bei der Umsetzung
Im aktuellen Rating von EcoVadis, einem Anbieter von Nachhaltigkeitsbewertungen für Unternehmen, erhielt die Nowy Styl Gruppe zum fünften Mal in Folge die Platin-Medaille. Bewertet werden die Bereiche Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Mit 89 von 100 Punkten zählt die Gruppe erneut zu den besten 1 % aller weltweit bewerteten Unternehmen.
In der Produktentwicklung orientiert sich Nowy Styl an den Ökodesign-Grundsätzen der ISO 14006. Aspekte wie Langlebigkeit, Ressourceneffizienz, Reparierbarkeit und spätere Wiederverwendung fließen bereits in die Entwicklung ein. Im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht der Nowy Styl Deutschland GmbH gibt das Unternehmen an, seine CO₂-Emissionen seit 2018 um über 50 % reduziert zu haben, und arbeitet daran, sie weiter zu verringern. „Nachhaltigkeit bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen und uns kontinuierlich weiterzuentwickeln“, betont Hendrik Busse.
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