Flexible Büros gelten als Antwort auf eine Arbeitswelt im Wandel. Präsentation, Workshop, konzentrierte Projektarbeit – alles soll im selben Setting möglich sein. Doch in vielen Projekten bleibt die versprochene Anpassungsfähigkeit Theorie. Auch Hersteller wie Wilkhahn fragen, warum räumliche Veränderbarkeit im Alltag so selten gelingt.
Moderne Büros versprechen Wandel im Tagesverlauf – angesichts der Anforderungen unserer Zeit kaum überraschend (siehe auch unser Dossier New Work). Und doch zeigt sich im Alltag vieler Unternehmen ein anderes Bild. Die „flexiblen“ Möbel stehen meist dort, wo sie am ersten Tag platziert wurden. Der Raum wird nicht umgebaut, sondern umgangen. Flexibilität ist geplant, aber nur selten praktiziert. Warum?
Warum flexible Büromöbel oft nicht genutzt werden
Oft wird das flexible Büro als technische Eigenschaft verstanden: Ein Tisch lässt sich klappen, verschieben oder stapeln – also gilt der Raum als wandelbar. Doch Beweglichkeit allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie niedrig die Schwelle zur Veränderung tatsächlich ist.
Wenn das Umstellen Kraft kostet, zwei Personen erforderlich sind oder Kabel, Mechanik und Arretierungen erst erklärt werden müssen, bleibt die Veränderung Ausnahme. Dann wird der Raum zwar theoretisch transformierbar, praktisch jedoch statisch genutzt. Entscheidend ist weniger die Konstruktion als die Bedienlogik.
Der Raum als Werkzeug
Interior Design – besonders im Office-Bereich – steht damit vor einer größeren Aufgabe, als nur Räume zu gestalten. Es geht darum, Handlungsspielräume zu ermöglichen. Möbel werden zur Infrastruktur: Sie müssen so selbstverständlich funktionieren wie ein gutes Werkzeug.
Gute Werkzeuge erklären sich selbst. Man benutzt sie intuitiv. Überträgt man dieses Prinzip auf Arbeitsräume, entsteht eine Form räumlicher Anpassungsfähigkeit, die ohne organisatorische Hürde auskommt.
Ein Beispiel für diese Haltung findet sich bei Wilkhahn. Bereits mit dem Confair-Falttisch wurde in den 1990er-Jahren eine Mechanik entwickelt, die es einer Person ermöglicht, einen Konferenztisch ohne Kraftaufwand zu transformieren. Kein Umbauprozess, keine Inszenierung – ein Handgriff genügt. Die Timetable-Familie führt dieses Prinzip fort.
Bewegung ohne Hürde
Bei den Timetable-Tischen drehen sich die Fußausleger beim Hochklappen der Platte automatisch ein, sodass die Tische platzsparend gestaffelt werden können. Varianten wie Timetable Smart optimieren die Beinfreiheit selbst bei dichter Seminarbestuhlung. Mit Timetable Lift kommt eine zweite Dimension hinzu: der schnelle Wechsel von Sitz- zu Stehhöhe per Knopfdruck – nicht nur am Einzelarbeitsplatz, sondern im Kontext gemeinsamer Arbeit. Dank Akku, jederzeit und überall.
Das Entscheidende ist nicht die Funktion im Einzelnen, sondern die Reduktion der Hürde. Wenn Nutzerinnen und Nutzer den Raum selbst umbauen können – ohne Facility-Management, ohne Anleitung, ohne Aufwand – wird Veränderung Teil des Alltags.
Vom Potenzial zur Praxis
Viele Konzepte für das flexible Büro scheitern nicht an der Idee, sondern an der Anwendung. Sie sind beweglich gedacht, aber nicht bewegungsfreundlich konstruiert. Das Resultat: Möbel bleiben stehen, Räume verfestigen sich, und der Grundriss verliert an Dynamik.
Interior Design kann hier korrigierend eingreifen – nicht durch komplexere Systeme, sondern durch einfache Mechaniken, robuste Konstruktionen und gestalterische Klarheit. Hochwertigkeit ist dabei kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, dass Möbel dauerhaft bewegt werden können, ohne an Stabilität oder Anmutung zu verlieren.
Flexibilität als Haltung
Sie ist kein Feature, sondern eine kulturelle Praxis. Sie beginnt dort, wo Räume nicht mehr als festgelegte Settings gedacht werden, sondern als Infrastruktur mit Spielraum. Wo Möbel Möglichkeiten eröffnen, statt Abläufe festzuschreiben. Wo Gestaltung unterstützt, statt zu inszenieren.
Vielleicht liegt genau darin die aktuelle Aufgabe des Interior Designs: Wandel so zu gestalten, dass er nicht organisiert werden muss – sondern selbstverständlich geschieht und dabei auch noch Spaß macht – so wie beim Timetable.
Wilkhahn
Wir glauben an die Kraft guter Gestaltung! Mit unseren langlebigen Möbeln für zukunftsfähige Arbeitswelten stellen wir den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Potenzialen in den Mittelpunkt – zur Förderung von Wohlbefinden, Kooperationsfähigkeit und Identität als Basis für den Unternehmenserfolg.
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