Im Bauch der Schlange
Der Serpentine Pavilion 2026 vom mexikanischen LANZA atelier
„Unser Leitmotiv ist es, die Schönheit der Welt zu finden und zu ihr beizutragen“, sagen Isabel Abascal und Alessandro Arienzo von LANZA atelier über ihre Arbeit. Für die aktuelle Ausgabe des Serpentine Pavilion hat das Duo aus Mexiko-Stadt eine Struktur entworfen, die sich tatsächlich als „Serpentine“ zeigt – als ein sich durch die Londoner Kensington Gardens schlängelnder Bau. Im Jahr 2000 wurde mit einem Entwurf von Zaha Hadid der erste Pavillon realisiert. Seither werden ausgewählte Architekt*innen und Designer*innen jährlich eingeladen, eine temporäre Struktur für die Sommerveranstaltungen zu gestalten.
Eine Wand, die sich selbst stabilisiert
Die Praxis von LANZA zeichnet sich durch eine analoge Entwurfskultur aus, in der Projekte durch Zeichnungen, Modellbau oder Materialforschung untersucht und entwickelt werden. Für den Serpentine Pavilion ließen sich die beiden Architekt*innen von einer gemauerten Struktur inspirieren, die als „crinkle-crankle wall“ oder eben als „serpentine wall“ bekannt ist. Es handelt sich um eine in Wellenform errichtete Ziegelwand, die sich durch ihre eigene Form stabilisiert und dadurch schlanker gebaut werden kann als eine geradlinige Alternative.
Hommage an die englische Gartenkultur
So entsteht eine organisch geformte Grundfläche, die auf den Standort in der Natur reagiert, während die roten Ziegel eine Hommage an die traditionellen Pavillons der englischen Gartenkultur sind – wie Orangerien, Teehäuser oder Zierbauten. Über der zum Park offenen Struktur liegt ein Wetterschutz aus einem transluzenten Dach, das im Inneren von Ziegelsäulen getragen und von einer filigranen Metallstruktur in die Schwebe gebracht wird. Die Konstruktion lässt Licht und Luft zirkulieren und schafft gleichzeitig einen von der Natur abgegrenzten Schutzraum.
Architektur als Instrument
„Das Projekt ist als ein Instrument konzipiert, das zugleich enthüllt und verbirgt, das Bewegung lenkt, den Rhythmus moduliert und Schwellen von Nähe, Orientierung und Innehalten rahmt“, beschreiben Isabel Abascal und Alessandro Arienzo ihren räumlichen Ansatz. Neben der Architektur haben sie auch die vor Ort eingesetzten Stühle und Hocker entworfen und damit ihre eigene Tradition fortgeführt, Mobiliar als integralen Bestandteil des Gebäudes zu verstehen.
Der Pavillon ist noch bis zum 25. Oktober 2026 geöffnet.
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