Spekulativer Raum
Temporäre Mikroarchitektur auf Sizilien von Leopold Banchini
Der Begriff der vernakulären Architektur bezeichnet traditionelle Bauweisen, die regionale Materialien nutzen und sich über Generationen hinweg an Klima und Kultur angepasst haben. Der Schweizer Architekt Leopold Banchini hat bei der italienischen UNESCO-Welterbestätte Syrakus–Pantalica eine sogenannte „spekulative Architektur“ errichtet, die eine Vorstellung davon vermittelt, wie eine vernakuläre Architektur an diesem Standort aussehen könnte. Die Felsnekropole Pantalica ist ein Friedhof, dessen Grabkammern direkt in den Stein gehauen wurden. Sie geben Aufschluss über die Bestattungsriten der Menschen, die dort lebten, während über ihre Häuser aus der Zeit um 1.000 v. Chr. kaum etwas bekannt ist. Vermutlich bauten sie recht einfach, nutzten organische Materialien und griffen auf vor Ort verfügbare Ressourcen zurück.
Aus dem Ort heraus entwickeltIm Rahmen des COSMO-Festivals, eines jährlichen Architektur-, Landschafts- und Designevents in der Gegend zwischen Syrakus und Pantalica, versuchte Banchini sich experimentell vorzustellen, welche Architektur direkt aus der Landschaft heraus hätte entstehen können. Asympta ist eine temporäre Mikroarchitektur, die auf Topografie und Klima reagiert und aus lokal verfügbaren Materialien errichtet wurde: Lavastein vom nahegelegenen Ätna, feuerversiegeltes Holz, Pietra-Pece-Kalkstein, Bronze und gefilzte Schafwolle bilden eine Struktur zwischen Schattenplatz, Versammlungsraum und Schutzhütte. Zunächst wurde das Projekt in Ortigia präsentiert, bevor es nach Pantalica verlegt wurde.
Eine Hommage an den Vulkan
Das Festival lädt in Pantalica zur Reflexion, Begegnung und Auseinandersetzung mit der Landschaft ein. Die doppelte asymptotische Form von Asympta ist eine formale Hommage an den Ätna und zugleich ein Zitat der durch Ausgrabungen entstandenen Hohlräume in den Latomien. Dabei handelt es sich um tiefe, rechteckige Gruben oder Kavernen, in denen seit der Antike Stein gewonnen wurde. Banchini schafft mit seiner Installation eine Brücke zwischen prähistorischem Erbe und zeitgenössischer Experimentierfreude. So ist ein Ort entstanden, an dem Besuchende in einen Dialog mit Geschichte, Landschaft und Architektur treten können. tp
>> Leopold Banchini
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