Drei Materialien der Moderne
Die Ausstellung „Glas | Beton | Metall“ im Bauhaus Dessau zum 100. Jubiläum
Zum 100. Geburtstag widmet sich das Bauhaus Dessau den Werkstoffen des Neuen Bauens. Die dreiteilig angelegte Ausstellung „Glas | Beton | Metall“ zeigt die Verflechtungen von Bauhaus und Industriegeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Die Szenografie des Bereichs Metall stammt von Gonzalez Haase AAS.
Denkt man an das Bauhaus, dann wahrscheinlich zuerst an die Freischwinger von Marcel Breuer, die Metallwerkstatt, wo die Klassiker von Marianne Brandt entstanden, oder an den Tanz in Metall, der an der Bauhaus-Bühne aufgeführt wurde. Auch die Architektur des Bauhauses ist eng mit Materialien wie Glas, Beton und Metall verknüpft, von denen Walter Gropius einst sagte, sie würden die alten Naturbaustoffe „überholen“.
Ein Jubiläum in drei Akten
Anlass für die dreiteilige Ausstellung Glas | Beton | Metall ist ein Jubiläum: Das Bauhaus Dessau wurde am 4. Dezember 1926 eröffnet und feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Als Beispiel des „Neuen Bauens“ sind insbesondere die vorgehängte Glasfassade und der ungewöhnliche, windmühlenförmige Grundriss des von Walter Gropius entworfenen Bauwerks bemerkenswert.
Anhand historischer Fotografien, Werkzeuge, Dokumente und Geräte beleuchtet die im Werkstattflügel stattfindende Schau bislang wenig beachtete Seiten der Bauhaus-Geschichte. Sie zeigt, wie die moderne Alltagsästhetik entstanden ist und wirft einen Blick hinter Stahlrohre und Glasfassaden: auf Herstellungsprozesse, Produktionsorte, Arbeitsbedingungen und die Gewinnung der benötigten Rohstoffe.
Parcours aus Stahl
Stahl und Aluminium waren die bevorzugten Metalle am Bauhaus. Daraus wurden vorwiegend Möbel und Leuchten gefertigt, die mit der Architektur korrespondieren sollten. Passend dazu wurde das Berliner Architekturbüro Gonzalez Haase AAS mit der Szenographie des Ausstellungsbereichs Metall beauftragt. Dass die Gründer*innen Judith Haase und Pierre Jorge Gonzalez ausgewiesene Kenner*innen dieser Materialien sind, zeigt sich in einer räumlichen Inszenierung, die die Vielfalt der Exponate differenziert zur Geltung bringt.
Den Auftakt des im Untergeschoss gelegenen Ausstellungsbereichs bildet im Vorraum der Hocker B9 Ha von Marcel Breuer. Er wird auf einem metallenen Gittergestell präsentiert, das auch in den folgenden Räumen wiederkehrt. Mal sind darauf Exemplare der Zeitschrift Stahl aus den Zwanzigerjahren arrangiert, mal erscheinen die feinen Metallarbeiten von Marianne Brandt aus der Metallwerkstatt des Bauhauses wie hinter Gittern platziert. Ein Höhepunkt des Ausstellungsteils ist die Parade der Stahlrohrmöbel, die von weniger bekannten Objekten flankiert wird, die an Ufos erinnern.
Ausstellung Glas | Beton | Metall
Bauhaus Dessau
Bis 10. Januar 2027
Bauhaus Dessau
bauhaus-dessau.deMehr Stories
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