Projekte

Dialog mit der Stadt

Das Verwaltungszentrum Brucity in Brüssel

Vorreiter in Sachen moderne Amtskultur ist die Verwaltung von Brüssel, die ihre Büros in einem kristallinen Neubau zum Stadtraum öffnet. Die Bürger*innen können dort sogar essen, die Aussicht genießen und nebenbei Einblicke in die Arbeitsabläufe der Verwaltung gewinnen. Die Möblierung von Wilkhahn sorgt gleichermaßen für Flexibilität und Wohlbefinden.

von Norman Kietzmann, 10.05.2023

Nicht wenige Brüsseler Verwaltungsbauten glichen früher eher Bunkern. Während sich diese Gebäude auch im übertragenen Sinne durch Abschirmung auszeichneten, setzen die neuen Bürogebäude auf Offenheit und Transparenz. Nicht nur bei der EU, sondern auch bei der Stadt Brüssel selbst. Diese hat Ende 2022 das neue Verwaltungszentrum Brucity bezogen. Die Einwohner*innen der belgischen Hauptstadt können dort ihre Ausweise beantragen oder ihre Wohnsitze ummelden. Zudem treffen in den Räumen der Stadtrat sowie das Kollegium der Gemeindeverwaltung zusammen.

Öffnung zur Stadt
Das Gebäude wurde vom belgischen Büro Bruno Albert Architecte & Associés entworfen. Die gläserne Fassade stammt hingegen aus der Feder des Brüsseler Architekten Pierre Lallemand. Das ebenso vor Ort ansässige Büro B2Ai hatte zunächst eine beratende Funktion, übernahm später jedoch die Ausführung und Koordination des Bauprozesses in Zusammenarbeit mit Bruno Albert Architecte & Associés. Der langgestreckte Baukörper entstand an der Stelle eines früheren Parkhauses, auf halbem Wege zwischen der Brüsseler Börse und der Église Sainte-Catherine. Auf zwölf Etagen stehen dort 37.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Die Büros für 1.700 Mitarbeitende gruppieren sich um ein rundes Atrium, das sich über dem öffentlich zugänglichen Erdgeschoss erhebt. Zwei markante Glasröhren führen nach oben. In ihnen können die Besucher*innen mit Aufzügen in die achte Etage fahren, wo ein öffentlich zugängliches Restaurant eingerichtet wurde. Ein Stockwerk höher liegt eine Terrasse mit Panoramablick über das Brüsseler Stadtzentrum. Eine Schnittstelle zur Öffentlichkeit zeigt sich auch in der Nutzung. So können Vereine und Student*innen die Versammlungsräume, Studien- und Sitzungszimmer ebenfalls nutzen, wenn diese gerade nicht gebraucht werden.

Vielseitige Nutzung
Philippe Van der Velpen, Innenarchitekt bei Procos, war neben der Gestaltung des Empfangsbereichs im Erdgeschoss und dem gesamten Arbeitsumfeld auch für die Ausstattung des Sitzungssaals verantwortlich. „Wichtige Aspekte bei der Inneneinrichtung waren Multifunktionalität und Nachhaltigkeit. Wir haben nach Möbeln gesucht, die den Aspekt des repräsentativen Ratssaals mit der angestrebten Mehrzwecknutzung verbinden und dabei ästhetisch in das Gesamtkonzept passen“, erklärt Philippe Van der Velpen. In der Saalmitte steht ein runder Tisch, der in drei offene Kreissegmente unterteilt ist. Drumherum gruppiert sich ein zweiter Tischkreis. Die Ausführung der Platten in hellem Holz korrespondiert mit dem Boden. Hierbei kommt das modulare Konferenztischprogramm Versa zum Einsatz, das Wolfgang C.R. Mezger für Wilkhahn gestaltet hat. Mit seinen diagonal gestellten Füßen sorgt es für eine prägnante Erscheinung.

Flexible Möblierung
Bei der Bestuhlung fiel die Wahl auf den Konferenzstuhl Intra von Wilkhahn, der speziell für Besprechungsräume auf Führungsetagen entwickelt wurde. Der Entwurf von Phoenix Design verfügt über eine Sitzschale mit fließenden Konturen, die den Körper sanft umschmeichelt. Für zusätzlichen Komfort sorgen eine stufenlose Höheneinstellung sowie eine bewegungsfördernde Synchronmechanik mit automatischer Gewichtsanpassung. Beide sind unsichtbar in die Polsterschale sowie in das filigrane Gestell integriert.

Wird der Ratssaal für andere Nutzungen wie Vorträge, Konzerte oder Preisverleihungen benötigt, so werden die Versa-Tische und die Intra-Sessel entfernt. Stattdessen wird der Kufenstuhl Aline in mehreren Reihen platziert – je nachdem, wie viele Besucher*innen erwartet werden. Die ebenfalls von Wilkhahn gefertigten Möbel (Design: Andreas Störiko) sorgen mit ihrer leicht schwingenden Konstruktion für angenehmen Sitzkomfort. Zudem lassen sie sich sicher auf kompakter Fläche stapeln, ohne die Sitzbespannung unnötig zu strapazieren.

Wohlbefinden am Arbeitsplatz
Die Büroetagen sind mit dem Drehstuhl AT (Inhouse-Design) von Wilkhahn ausgestattet. Hier standen gesundheitliche Aspekte im Vordergrund: Dank einer selbstzentrierenden Aufhängung der Sitzschale bleibt der Körper in allen Haltungen im Gleichgewicht. Das Möbel engt nicht ein, sondern folgt durch eine dreidimensionale Bewegung der Position des Rückens. So wird ein gesundes, aktives Sitzen unterstützt, das Haltungsschwächen, Müdigkeit und anderen „Bürokrankheiten“ entgegenwirkt.

Beim Interieur-Konzept spielte die Akustik eine entscheidende Rolle. Daher werden die Schreibtische in den offenen Büroetagen durch mit Stoff bespannte, schallschluckende Wände getrennt. Separate Räume für Pausen, Besprechungen und Einzelarbeitsplätze reduzieren den Geräuschpegel. Jedes Stockwerk ist in einem anderen Ton gehalten, um Abwechslung in den Büroalltag zu bringen und zugleich die Orientierung zu erleichtern. Durch bodentiefe Fenster übertragen sich die Farben des Interieurs hinaus in den Stadtraum. Sie schaffen eine freundliche, aktive Wirkung, die die graue Tristesse früherer Bauten vergessen lässt.

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