Gekonnt gegliedert
Wohnungsumbau von DG Estudio in Valencia
In Valencia verwandelte DG Estudio eine eng geschnittene Fünfzigerjahre-Wohnung in ein offenes, funktionales Zuhause für eine Familie. Durch die Kombination von neuen Einbauten aus Holz und historischen Stuckdecken ist es gelungen, Altbaucharme mit zeitgemäßem Wohnkomfort zu verbinden.
Endlich zu Hause! Nachdem eine Familie über viele Jahre häufig umgezogen war, fand sie in einem Gebäude aus den Fünfzigerjahren in Valencia eine neue und dauerhaftere Bleibe. Die Wohnung liegt im Stadtteil La Petxina, direkt neben dem Túria-Garten, einem Park in einem ehemaligen Flussbett – ideal für eine Familie mit Kindern. Als weniger perfekt empfanden die Bauherr*innen den kleinteiligen Grundriss ihres neuen Apartments. Ihr Auftrag an das Team von DG Estudio lautete daher: größere Zimmer in fließender Abfolge schaffen, allerdings ohne den historischen Charme anzutasten. Zugleich sollten die Räume so flexibel gestaltet werden, dass sie sich mühelos den wechselnden Anforderungen des Familienlebens anpassen können.
Stuckdecken als Richtschnur
„Der gut erhaltene Stuck bildete den konzeptionellen Ausgangspunkt der Intervention und den roten Faden des Dialogs zwischen Vergangenheit und Gegenwart“, erklärt Isabel Roger von DG Estudio. So blieben die früheren Unterteilungen im Ansatz sichtbar, wurden aber durch Einbauten und offene Durchgänge statt durch Wände fortgeführt. Auf diese Weise kann der Stuck weiterhin seine Wirkung entfalten. Die weiß gestrichenen Decken reflektieren das Tageslicht und bringen Helligkeit in die Räume.
Funktionale Unterteilung
Nachdem zahlreiche Wände entfernt wurden, strukturieren nun drei Volumen aus natürlichem Eichenholz die Wohnung, ohne sie zu fragmentieren. Jedes erfüllt eine bestimmte Funktion: Das erste trennt den Wohn- und den Essbereich und integriert gleichzeitig den Fernseher. Das zweite steht zwischen Eingangsbereich und offener Küche, die wiederum mit dem Esszimmer verbunden ist. Das dritte Volumen lässt das Arbeitszimmer als eigenen Raum erscheinen. In der Rückseite des Holzelements, den Bädern zugewandt, sind Schränke eingebaut. Weitere Einbauten planten die Architekt*innen für die Schlaf- und Kinderzimmer, die allerdings zusätzlich durch Wände getrennt sind.
Flur mit Funktion
Die bestehenden schmalen Flure wurden eliminiert, um verschenkte Fläche zurückzugewinnen. Stattdessen werden die Zimmer jetzt durch einen zentralen Raum erschlossen, der viele Funktionen vereint und sich vom Schlafbereich an einem bis zum Wohn- und Esszimmer am anderen Ende erstreckt. Dazwischen dient er als Arbeitsplatz, Treffpunkt, Stauraum und Entree.
Materielle Kongruenz
Neben dem praktischen Aspekt, jede Menge Stauraum zu bieten, bringen die Holzeinbauten auch Wärme in die Wohnung. Sie stehen durch die natürliche Materialität im Kontrast zu den weißen Decken und Wänden. Möbel wie der Couch- und Esstisch, aber auch die Unterschränke im Bad sind aus einem passenden Holz gefertigt und ergänzen die Einbauten. Kontinuität verleiht den Räumen darüber hinaus der hölzerne Bodenbelag.
Mit dem Umbau gelang es den Architekt*innen von DG Estudio, Vergangenheit und Gegenwart sensibel zusammenzuführen. Das zeitlose Gestaltungskonzept unterstützt die Bewohner*innen bei der Organisation ihres Alltags und ermöglicht es ihnen, das Interior durch persönliche Gegenstände zu vervollständigen. So ist eine Wohnung entstanden, die das Potenzial hat, noch lange das Zuhause dieser Familie zu bleiben.
FOTOGRAFIE Mariela Apollonio Mariela Apollonio
| Projektname: | Casa Zam 12 |
| Architektur: | DG Estudio |
| Team: | Isabel Roger, Daniel González |
| Ort: | La Petxina, Valencia, Spanien |
| Fläche: | 135 Quadratmeter |
| Fertigstellung: | 2025 |
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