Beton, Farbe und Licht
Wohnsiedlung Rötiboden von Buchner Bründler Architekten am Zürichsee
In Wädenswil am Zürichsee schafft das Wohnquartier „Rötiboden“ von Buchner Bründler Architekten gemeinschaftliche Räume und zeigt zugleich gestalterische Ambitionen. Offene Grundrisse, Sichtbeton sowie farblich akzentuierte Küchen-, Bad- und Treppenmodule prägen das Interior der Apartments.
Wädenswil ist eine Kleinstadt am linken Ufer des Zürichsees und für seine hochpreisigen Wohnlagen bekannt. Unweit der Metropole Zürich mit Blick auf den Zürichsee und die Alpen gelegen, finden sich dort Villen, Einfamilienhäuser und Wohnsiedlungen wie Rötiboden. Das Projekt geht auf eine Initiative der Grundstücksbesitzerin zurück. Sie habe die Vision gehabt, „einen Ort von hoher Aufenthaltsqualität und gelebter Nachbarschaft zu schaffen“, sagen die Planer*innen von Buchner Bründler Architekten.
Wohnen am Hang
Das Baugrundstück liegt oberhalb des historischen Zentrums von Wädenswil und zeichnet sich durch eine Hanglage aus, die schöne Ausblicke auf die Umgebung ermöglicht. Dabei folgen zwei leicht gegeneinander gedrehte Reihenhausvolumen dem Verlauf des Geländes. Sie bergen jeweils elf Wohneinheiten, die unterschiedlich groß sind und sich über drei Etagen erstrecken. Zwischen den mit Balkonen und Terrassen ausgestatteten Gebäuden befindet sich eine großzügige Freifläche, die als Zentrum der Wohnanlage dient und gemeinschaftlich genutzt wird.
Gemeinschaft fördern
Der sorgfältig gestaltete Außenraum soll mit Begegnungs- und Rückzugsorten das soziale Miteinander und den Austausch unter den Bewohner*innen fördern. Mit einer Stützmauer von der Straße abgegrenzt, handelt es sich um einen mit Bäumen bepflanzten Platz, der als geschützter Hof ausgebildet ist. Ein Brunnen und zwei farblich markante Wendeltreppen verbinden alle Ebenen miteinander – vom Abstellraum über den Hof bis zu den Dachterrassen. „Dieser zentrale Treffpunkt wird zum sozialen Herzstück“, erläutern die Architekt*innen.
Vielfältige Grundrisse
Jedes der beiden Gebäude fasst elf Wohnungen, wobei unterschiedliche Größen und Grundrisse eine vielfältige Durchmischung der Bewohner*innen ermöglichen sollen. Jede Einheit ist zweiseitig orientiert und über drei Stockwerke organisiert. Im Gartengeschoss öffnen sich die Innenräume über einen Laubenraum zur Wiese hin. Das Hofgeschoss orientiert sich sowohl zum gemeinschaftlich genutzten Innenhof, durch eine gestufte Geschossplatte mit einer Raumhöhe von 3,75 Metern, als auch zum See. Im Attikageschoss sind die Wohneinheiten über die nach Süden ausgerichteten Terrassen verbunden, während die nördlichen Terrassen dem privaten Rückzug dienen. Der Entwurf von Buchner Bründler Architekten zeigt versetzte Geschosse, die die Einheiten räumlich miteinander verzahnen, wobei vielfältige Raumsequenzen und -proportionen entstehen.
Interior in Beton und Knallfarben
Das Interior der Wohnungen wirkt luftig und hell. Das hat einerseits mit den flexiblen Grundrissen und großzügigen Raumhöhen zu tun, andererseits mit den verwendeten Materialien und Farben. Die Kühle des Sichtbetons wird aufgebrochen durch markante farbliche Elemente wie die metallene Wendeltreppe im offenen Wohnraum, die in Orange oder Knallgelb ein echter Eyecatcher ist. Weitere farblich akzentuierte Module für Küche und Bad sind ebenfalls frei im Raum platziert und setzen einen markanten Kontrapunkt zur ruhigen, fast skulpturalen Architektur. Verglaste Fensterrahmen aus Aluminium und Holz öffnen die Räume zu den Außenflächen, wo farbige Markisen und Wendeltreppen visuelle Akzente setzen und mit den Farben und Formen im Interior korrespondieren.
FOTOGRAFIE Paola Corsini Paola Corsini
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