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Das W House in London von Bureau de Change

Bureau de Change verwandelte die Fassade eines viktorianischen Stadthauses im Londoner Bezirk Fulham in eine rhythmisch gefaltete Komposition. Das Resultat ist ein Gebäude, das zwischen ornamentaler Geschichte und präziser Geometrie schwingt.

von Lilian Ingenkamp, 27.11.2025

Asymmetrien, Kanten, Faltungen: Das W House in Fulham übersetzt historische Stilelemente in eine zeitgenössische Geometrie. Die Architekt*innen von Bureau de Change haben das Londoner Stadthaus vollständig umgebaut und erweitert. Statt die alte Struktur zu glätten, haben sie sie aufgebrochen, verschoben und neu rhythmisiert.

Das neue Volumen auf der Hausrückseite zeigt das am deutlichsten: Seine Fassade aus gefalteten Ziegeln spielt mit Licht und Perspektive. Sie ist inspiriert von historischen Gesimsen eines lokalen Kunsthandwerkers aus der viktorianischen Zeit. Durch das Drehen und Spiegeln einzelner Ziegel entsteht ein feines Muster: „Es erzeugt Bewegung und Textur, die aus jedem Blickwinkel sichtbar ist“, sagt Katerina Dionysopoulou, die mit Billy Mavropoulos Bureau de Change gegründet hat.

Stahl und Stuck
Im Inneren setzt sich dieser Rhythmus fort. Ein achteckiger Edelstahlkern bildet das Herz des Erdgeschosses. Er wirkt wie eine gefaltete Skulptur und nimmt zugleich praktische Funktionen auf. WC und Stauraum verschwinden im Inneren. „Wir wollten die ursprünglichen, reich verzierten Elemente des Hauses durch skulpturale und materielle Überraschungen in jedem Raum ergänzen“, erklärt Billy Mavropoulos. „Die harten Linien und die metallische Oberfläche des zentralen Volumens, das die Wohnbereiche verbindet, werden durch die umliegenden viktorianischen Deckenornamente, die warmen Bodenmaterialien und die subtilen Spiegelungen des Gartens gemildert.“

Rund um den glänzenden Kern gehen die Räume fließend ineinander über: eine minimalistische Küche mit skulpturalem Mittelblock, darüber eine in Salbeigrün gestrichene Stuckdecke. Es folgen das Esszimmer und ein heller Anbau, dessen große Glasflächen sich um die Ecken falten und den Blick in den Garten weiten. So entsteht eine Abfolge aus Kontrasten, aus harten Linien und weichen Übergängen, aus Tiefe und Licht.

Farbverläufe statt Flure
Der Weg durch das Haus ist keine lineare Abfolge von Räumen, sondern eine Abstufung von Farben und Lichtstimmungen. Das dunkle Blau des Entrees geht in die gedämpften Töne der Küche über, die schließlich im Weiß des Gartenzimmers münden. Akzente wie ein in Yves-Klein-Blau gestrichener Treppenpfahl erzeugen zusätzliche Spannung.

Zwischen Romantik und Coolness
Das Spannungsfeld zwischen Alt und Neu ist allgegenwärtig, doch nie didaktisch. Die charmante Patina der viktorianischen Elemente trifft auf kantige, fast industrielle Eingriffe. Besonders die Entscheidung, die Stuckdecken in kräftigen Tönen wie Grün und Blau zu fassen, verleiht dem historischen Dekor eine unerwartete Modernität. Während die alten Strukturen Emotionen wecken, bringt das Neue eine kontrollierte Präzision ins Spiel. Katerina Dionysopoulou und Billy Mavropoulos gelingt es, das Erbe der viktorianischen Handwerkskunst nicht museal zu konservieren, sondern in Bewegung zu versetzen.

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Bureau de Change

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