Zweigeteilter Rückzugsort
Umbau eines kleinen Erdgeschossapartments in Paris von atelier apara
Nicht weit entfernt vom Canal Saint-Martin befindet sich im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses eine 42-Quadratmeter-Wohnung, die wie eine schützende Oase der Ruhe inmitten des pulsierenden 10. Pariser Arrondissements wirkt. Doch das war nicht immer so.
Als Teil eines ehemaligen Künstlerateliers in einem typischen Haussmann-Gebäude verfügten die Räumlichkeiten zwar über einen gewissen Charme, wirkten jedoch stets dunkel und beengt. Nach einem großflächigen Wasserschaden wandte sich die Eigentümerin Maud an das ortsansässige Architekturbüro atelier apara: Ihre Wohnung, in der sie bereits seit vielen Jahren lebte, sollte umfassend renoviert werden und anschließend mehr Wärme, Geborgenheit sowie Komfort bieten.
Ein Grundriss mit zwei Zonen
Für die Umsetzung dieser Wünsche interpretierten die Planer*innen den Grundriss neu und teilten die insgesamt 42 Quadratmeter in zwei komplementäre Zonen auf. Der vordere, zum Innenhof orientierte Bereich beherbergt nun einen offenen, behaglichen Wohn-, Ess- und Küchenraum. Parallel dazu ist der privatere Teil der Wohnung mit begehbarem Kleiderschrank, Schlafzimmer und Bad angeordnet.
Zwischen Perriand, Skandinavien und Japan
Für die Gestaltung des Wohnbereichs ließ sich das Team von atelier aspara von den funktionalen Ideen der französischen Architektin und Designerin Charlotte Perriand sowie skandinavischen und japanischen Einflüssen inspirieren: Die Atmosphäre wird geprägt von Kalkfarbe, poliertem Beton und durchgehenden Holzmaserungen. Das Herzstück des Wohnzimmers ist eine maßgefertigte Eckbank, die sich entlang zweier Wände erstreckt und als multifunktionales Raumwunder entpuppt: Unter den Sitzflächen verbergen sich Schubladen, ein ausziehbares Gästebett und zusätzlicher Stauraum.
Kompakte Küche mit Mehrfachfunktion
Auch die Küche folgt dem Prinzip der eleganten Einfachheit. Maßgefertigte Einbauten aus Okoumé-Sperrholz bilden ein durchgängiges Gestaltungselement und werden ergänzt durch eine helle Keramikarbeitsplatte. Direkt unter dem Fenster befindet sich ein modularer Arbeitsplatz, dessen aufklappbare Tischplatte zusätzliche Fläche schafft. Eine weitere Holzplatte, die zwischen der Wand und einer frei stehenden Säule befestigt ist, markiert den Übergang zum Essbereich und kann bei Bedarf als Wäscheständer genutzt werden.
Ein privater Bereich wie eine Hotelsuite
Der Weg in den privaten Teil führt durch einen begehbaren Kleiderschrank im Stil einer Hotelsuite. Dieser wurde mit deckenhohen Schränken und integrierter Beleuchtung ausgestattet. Da das Schlafzimmer ursprünglich kein Tageslicht erhielt, sorgt nun eine vertikal verschiebbare Glaswand dafür, dass das Licht aus dem vorderen Wohnbereich ins Innere fällt und die beiden Zonen optisch miteinander verbindet. Schlichte Holzrahmen und integrierte Regale schaffen eine ruhige, aufgeräumte Atmosphäre, während Wandleuchten von Charlotte Perriand ein warmes, weiches Licht erzeugen. „Bei künstlicher Beleuchtung wirkt der Schlafbereich vom Wohnraum aus betrachtet wie eine Art Leuchtkasten“, beschreibt Charlotte Guillochon, Architektin und Mitgründerin des Büros atelier apara, das renovierte Zuhause ihrer Auftraggeberin.
Diese ließ die Umgestaltung jedoch nicht nur ausführen, sondern brachte sich als gelernte Schreinerin auch aktiv ein. „Maud hat wertvolle Ideen geliefert, die unser Konzept deutlich verfeinert haben“, sagt Charlotte Guillochon. „Dadurch ist ein Apartment entstanden, in dem jedes Regal, jede Schublade und viele Details ihre funktionale, persönliche und klare Handschrift tragen.“
FOTOGRAFIE Philippe Billard Philippe Billard
| Kunde: | Private Bauherrschaft |
| Projektleitung: | Atelier Apara |
| Fläche: | 42 m² |
| Budget: | 97.000 € ohne MwSt. |
| Jahr: | 2024 |
| Bestehende Energieeffizienzklasse: | E |
| Endgültige Energieeffizienzklasse: | C |
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