Skulpturaler Unterschlupf
Nachhaltige Holzhütte in den Pyrenäen
Studierende aus Barcelona haben die 20 Quadratmeter große Holzbehausung Forestone Cabin an einem Hang in den Pyrenäen realisiert – als ganzheitlich entwickeltes Gefüge aus Architektur und Innenraum. Sie dient als Prototyp für nachhaltiges Bauen in ökologisch sensiblen Landschaften.
Aus der Ferne wirkt die Forestone Cabin wie ein dunkler Felsblock, der von der Gebirgskette im Gebiet MónNatura Sort hinuntergerollt und irgendwo zum Liegen gekommen ist. Ein bewusst erzeugter Eindruck, der gleichzeitig das architektonische Konzept trägt: Denn die facettierte Geometrie mit schrägen Wänden und geneigtem Dach greift programmatische Anforderungen und klimatische Bedingungen auf. Subtile Variationen von Deckenhöhen und Raumproportionen ermöglichen vielfältige Nutzungen auf kompakter Fläche, während gezielt positionierte Öffnungen den Blick auf die umliegende Berglandschaft freigeben und für eine effektive Querlüftung sorgen. Holzfensterläden gewährleisten nachts eine vollständige Verdunkelung und verhindern zugleich Lichtemissionen in die Natur.
Bauen im Einklang mit der Natur
Die Hütte wurde von Studierenden des Institute for Advanced Architecture of Catalonia (IAAC) entwickelt und ist als temporäre Unterkunft für zwei Personen gedacht. Sie umfasst einen Schlaf-, Arbeits- und einen Sanitärbereich. Durch die präzise Gestaltung und die sorgfältige Einbindung in die lokale Topografie versteht sich das Projekt als Beispiel für zeitgenössisches Bauen im Einklang mit ökologisch sensiblen Landschaften. Lokale Materialien, regenerative Bauweisen sowie die Zusammenarbeit von Industrie, Handwerk und Forschung prägen den Entwurf und ermöglichen so die Einbettung in das umliegende Waldökosystem. Die Hütte steht Gästen des Natur- und Umweltbildungszentrums MónNatura Pirineu in Planes de Son zur Verfügung und ermöglicht ein unmittelbares Erleben von Raum und Natur.
Geografischer und kultureller Kontext
Die Außenfassade besteht aus lokalen Kiefernholzbrettern mit natürlichen Kanten, die von den Studierenden nach japanischer Yakisugi-Technik (auch Shou Sugi Ban genannt) an der Oberfläche durch kontrolliertes Verbrennen karbonisiert wurden. Es ist eine Methode, die das Holz witterungsbeständig, schädlingsresistent und feuerhemmend macht. Gleichzeitig verweist diese Methode symbolisch auf den Umgang mit Feuer als zentralem Thema der Wald- und Landschaftsökologie in den Pyrenäen – einer Gebirgsregion, deren Name sich vom griechischen „pyros“ (Feuer) ableitet.
Holzeinbauten und Wolltextilien
Architektur und Innenraum bilden ein durchgängiges Materialsystem: Möbel und Einbauten aus lokalen CLT-Elementen – darunter ein Bett, Waschtisch, Einbau- und Sitzmöbel – wurden von Studierenden maßgefertigt. Ergänzt wird die Gestaltung des Innenraums durch handgefertigte Textilien aus regionaler Wolle: Dazu sammelten die Studierenden gemeinsam mit lokalen Landwirt*innen Schafwolle, die anschließend in Kooperation mit der niederländischen Künstlerin Rian van Dijk zu Filz verarbeitet wurde. Die entstandenen Decken, Kissen und Teppiche integrieren auf diese Weise landwirtschaftliche Nebenprodukte und lokale Handwerkstraditionen in das Projekt. Im Badezimmer dient ein umgearbeiteter Naturstein aus der Region als Waschbecken und unterstreicht zusätzlich die konsequente Verwendung lokaler Materialien in der Forestone Cabin.
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