Kulturaffine Büro-WG
Neues Office von Kinzo und Karsten Jahnke in Hamburg
Wenn Planer*innen zu Untermieter*innen werden: Dem Architekturbüro Kinzo gefielen die neuen Räume der Karsten Jahnke Konzertdirektion in Hamburg so gut, dass das eigene Team kurzerhand mit einzog. Geteilte Interessen und ein stimmiges Gestaltungskonzept sorgen für Harmonie im Gemeinschaftsbüro.
Der Neubau namens Laerke in der Lerchenstraße auf St. Pauli ist die neue Adresse der Karsten Jahnke Konzertdirektion (KJ). Seit den Sechzigerjahren organisiert das Familienunternehmen Konzerte, Festivals und andere Events in der Hansestadt. Heute ist es eine feste Größe in der Hamburger Kulturlandschaft. Mit der Gestaltung des neuen Office beauftragte die Konzertagentur das Team von Kinzo. Der Ausbau der Räume für KJ ist das erste Projekt nach der Übernahme des Hamburger Büros PLY durch die Berliner Architekten im April 2024. Und weil Kinzo die Räumlichkeiten so gut gefielen, entschied man schon beim ersten Rundgang, selbst dort einzuziehen. „Das fühlte sich sofort wie ein Zuhause an“, sagt der Kinzo-Mitgründer Chris Middleton. „Also haben wir nicht nur geplant, sondern auch gleich den Mietvertrag unterschrieben.“
Kommunikation und Rückzug
Die Räume erstrecken sich über drei Etagen. Herzstück des Gebäudes und zentraler Begegnungsort ist das Foyer. Dort ist auch der Ticketverkauf für Konzerte und Festivals untergebracht. Lounge, Küche und Arbeitsplätze gehen fließend ineinander über. Unterschiedliche Raumhöhen schaffen eine Unterteilung. So ist die Küche eingeschossig geplant. Mit Spiegeldecke und -insel wirkt sie aber dennoch großzügig. Lange, bühnenartige Vorhänge ermöglichen variable Sichtachsen. Es entsteht ein Wechselspiel von Trennung und Öffnung. Mal fungieren die einzelnen Bereiche als Rückzugsorte, mal als Treffpunkte.
Farbige Akzente
Passend zur CI der Karsten Jahnke Konzertdirektion schwingt sich eine orange-rot lackierte Wendeltreppe aus Metall in den ersten Stock. Sie hebt sich mit ihrer auffälligen Farbe von der schlichten Holz- und Betonmaterialität ab, die im Erdgeschoss vorherrscht. Immer wieder taucht der kräftige Farbton auf, ob nun in Form einer Pfeffermühle oder eines Beistelltischs. Oben bringen Schrankwände Tiefe in die Räume. Ihre dunkelgrüne Lasur lässt die Maserung durchscheinen. Auch die Teeküche ist im gleichen Material gehalten und wird durch einen matt-lila Vorhang von einem Besprechungsraum mit passendem Sofa abgetrennt. Pflanzen schaffen Naturbezüge und lassen die Räume lebendig wirken.
Natürliches Licht
Bodentiefe Fenster zum Hof versorgen die Arbeitsplätze mit Tageslicht. Innenliegende Telefonbereiche strukturieren die Räume und schaffen Platz für ungestörte Gespräche. Ein Rundfenster verbindet den Flur mit dem großen Besprechungsraum, in dem drei skulpturale Pendelleuchten aus der Serie Loja von Sebastian Herkner für Midgard eine einladende Atmosphäre schaffen. Kinzo nutzt den Raum selbst gerne und reserviert ihn vorab über ein digitales Buchungssystem. Die Architekt*innen sind zudem Untermieter*innen der Bürofläche im ersten Stock und haben dort auch einen eigenen kleinen Meetingraum.
Geballte Kulturkompetenz
Dass Kinzo und die Karsten Jahnke Konzertdirektion auch über die Planung der Büroräume hinaus miteinander verbunden bleiben, spiegelt die ähnliche Haltung und gemeinsamen Interessen der beiden Unternehmen wider. „Für uns war wichtig, dass dieser Ort unsere Geschichte spürbar macht – und zugleich offen für Neues bleibt“, sagt Karsten Jahnke. „Musik lebt von Begegnung. Und genau das gelingt hier auf eine ganz besondere Weise.“
Kultur und Kommunikation stecken auch in der DNA von Kinzo. Die Wurzeln des Architekturbüros liegen im Berliner Nachtleben: Der Kinzo Club war ein wichtiger Kultur- und Partyort in den frühen 2000er-Jahren. Mit ihrer Büro-WG liefern die beiden Unternehmen zudem ein gelungenes Beispiel für eine zeitgemäße Co-Nutzung von Geschäftsräumen.
| Typologie | New Work / Kreativbüro |
| Kunde | Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH |
| Architektur | Marc Olivier Mathez / Bauausführung Peter Ahrens |
| Innenarchitektur | Kinzo |
| Projektarchitektin | Janna Störmer |
| Fläche | ca. 1.100 Quadratmeter |
| Ort | Hamburg |
| Leistungsphasen | 1–3 + 6–8 |
| Fertigstellung | 2024 |
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