Bunte Begegnungen
Shared Spaces im Bürobau M40 von Kinzo in Berlin
In den Shared Spaces des Bürobaus M40 in Berlin-Kreuzberg geht es um den Austausch unter den Mieter*innen. Die Architekt*innen von Kinzo bringt sie mit einem lebendigen Farbkonzept zusammen.
Aus der Berliner Skyline ist das ehemalige Postscheckamt am Halleschen Ufer kaum wegzudenken. Mit dem Auszug des Unternehmens begann der Umbau des 23-stöckigen Hochhauses. Während der Büroturm aus den Siebzigerjahren von Eike Becker Architekten revitalisiert wurde, entstand an seinem Fuße ein neues, nahezu autofreies Quartier nach einem Masterplan von Sauerbruch Hutton mit Büros, Gewerbe und Wohnungen: die Kreuzberger Macherei. Einer der Neubauten ist das M40 von ROBERTNEUN und KEC Architekten, ein achtgeschossiger Holzhybridbau aus überwiegend vorgefertigten Elementen.
Farbiger Empfang
Wer das Portal des M40 durchschreitet, wird von einem Interior empfangen, das eine fast ausgelassene Antwort auf die nüchterne Architektur des Bürohauses bietet. In seiner doppelten Höhe wirkt das Entree der Shared Spaces großzügig. Im Zentrum empfängt die Besucher*innen ein skulpturaler Tresen mit korallroten Fliesen in Fotooptik von Palet. Statt einer nüchternen Rezeption, die Pakete entgegennimmt und Schlüsselkarten ausgibt, ist dies ein Treffpunkt für die Mieter*innen des Gebäudes und ihre Gäste. Gepolsterte Sitzgruppen bieten dafür den passenden Rahmen. Durch eine dunkelgrüne Stahlkonstruktion entstehen Sichtachsen in Richtung des zentralen Treppenhauses, das im Stil eines Amphitheaters gestaltet ist und auch für Workshops und Versammlungen genutzt werden kann. Eine Leinwand ermöglicht es, Filme und Präsentationen zu zeigen.
Voneinander lernen
Diese Offenheit und Transparenz soll den Vernetzungsgedanken widerspiegeln, den das Arbeiten im Büro in postpandemischen Zeiten benötigt, erläutert Karim El-Ishmawi. Die wichtigen Gespräche begännen schließlich oft erst dann, wenn der Teams-Call vorbei sei. Der Mitgründer des Berliner Architekturbüros Kinzo hat mit seinem Team das Konzept entwickelt und ist für die Innenarchitektur verantwortlich. Die Shared Spaces bieten auf rund 2.000 Quadratmetern Innenraum und 900 Quadratmetern Außenfläche unterschiedliche Settings für verschiedene Aufgaben. Es gibt die Lobby für entspannte Gespräche, eine Nische zum Zocken von Retro-Spielen an der Playstation sowie variable Polsterecken, die sich mit flexiblen Hockern an die Größe des Teams anpassen lassen.
Funktionale Einheiten
Während sich die Lobby durch Offenheit und Großzügigkeit auszeichnet, ist der erste Stock stärker unterteilt. Von einem Gang mit Glaswänden gehen Meetingräume unterschiedlicher Größe und ein Podcaststudio ab. Diese können auch von Externen gemietet werden. Der größte Veranstaltungsraum ist die Townhall mit Platz für bis zu 130 Gäste. Sie finden auf variabel angeordneten Stühlen von Artek oder einem stufigen Holzpodest Platz. Eine modulare Balkendecke im Erdgeschoss integriert Licht, Strom sowie Lüftung und strukturiert die Fläche durch ihr rhythmisches Raster. Damit ist Holz das prägende Material im Innenausbau und stellt einen Bezug zur nachhaltigen Bauweise her. Kinzo setzt dem bewusst Kontraste entgegen – mit Textilien in starken Farben oder rauen Betonwänden. So entsteht ein urbaner Materialmix, der in die Umgebung passt. Einschnitte in der Fassade mit kleinen Terrassen sowie der Zugang zum bepflanzten Innenhof im ersten Stock stellen gleichzeitig einen Bezug zur Natur her.
Neue Konzepte für Büroflächen
Die Shared Spaces des M40 waren nicht von Anfang an so geplant. Sie sind eine Antwort darauf, dass Unternehmen inzwischen deutlich kleinere Flächen anmieten als vor der Pandemie und flexibel bleiben möchten. Für Design Offices als Betreiber sind sie ein Testballon, um herauszufinden, inwiefern die Kund*innen diese Flexibilität nutzen. Erste Stimmen aus der Mieter*innen klingen positiv: Bei der Organisation einer Veranstaltung auf das hauseigene Team zurückgreifen zu können, mache vieles einfacher. So könnten die Shared Spaces also ein Konzept sein, das sich auch in Zukunft bewährt.
| Architektur M40 | ROBERTNEUN, KEC Architekten |
| Innenarchitektur | Kinzo |
| Fläche Shared Spaces EG & 1. OG | circa 2.150 Quadratmeter |
| Stühle und Hocker | Artek, COR, Loehr, Vitra, La Palma, Tom Dixon, Andreu World, Vipp, Fermob |
| Sofa | Blå Station |
| Sessel | Zanotta, Nola, Northern |
| Beistelltische | Johansson, Pedrali, La Palma |
| Meetingtische | Viccarbe, Miniforms, Wilkhahn, Muuto |
| Teppiche | Nanimarquina |
| Vorhänge | Svensson |
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