Im Spätherbst 2025 hat blomus seine neue Unternehmenszentrale im sauerländischen Sundern bezogen. In einem ehemaligen Industriegebäude aus den 1960er-Jahren ist eine transformierte Arbeitswelt entstanden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Lichtplanung von Deltalight.
Auf rund 4.676 Quadratmetern vereint das Gebäude Showroom, Büros, Gemeinschaftsflächen und Rückzugsorte unter einem Dach. Das Erdgeschoss wird von einem etwa 1.156 Quadratmeter großen Showroom geprägt, der nicht nur Produkte präsentiert, sondern auch Markenidentität inszeniert. Darüber liegen offene Büroflächen mit 953 und 535 Quadratmetern. Eine weitere Ebene mit rund 488 Quadratmetern ist ebenfalls als Open Space konzipiert und extern vermietet.
Transformation statt Neubau
Verantwortlich für die architektonische Umsetzung war das Büro Otte Nöcker Planung Architekten + Ingenieure. Den Bestand sanierten sie behutsam und ergänzten einen neuen Anbau. Die bestehende Gebäudestruktur blieb dabei prägend. Sichtbeton, großzügige Glasflächen und ein neu eingefügter Lichthof strukturieren die Räume. Das Ziel war keine repräsentative Firmenzentrale im klassischen Sinn, sondern ein Ort, der eher an einen hochwertigen Lebensraum erinnert als an eine konventionelle Bürolandschaft.
Kommunikationszonen sind bewusst gebündelt, ergänzt durch Silent Rooms für konzentriertes Arbeiten. Teppiche, Stoffe und akustisch wirksame Filzpaneele sorgen für eine gedämpfte Atmosphäre. Ein Außenbereich mit Grillzone erweitert das Raumkonzept ins Freie.
Für den Geschäftsführer Willo Blome ist das Headquarter mehr als ein funktionaler Standort. „Dieses Gebäude ist die Erfüllung eines Lebenstraums“, sagt er. Die Architektin Barbara Nöcker-Blome hebt die Komplexität der Transformation hervor: „Das Gebäude war die größte Herausforderung in meiner beruflichen Laufbahn.“
Licht als architektonisches Werkzeug
Das Lichtkonzept von Deltalight wurde nicht additiv gedacht, sondern früh in die Entwurfsstrategie integriert. Ziel war ein zurückhaltendes, präzises System, das die klare Formensprache der Architektur unterstützt.
In den Arbeitsbereichen kommt das modulare Soliscape-System zum Einsatz, das Beleuchtung und Akustik kombiniert. Im Showroom prägen Splitline- und Shiftline-Magnetschienensysteme mit integrierten Dot.Com-Leuchten das Bild. Die Lichtpunkte bleiben nahezu unsichtbar und folgen dem Prinzip „Licht, aber keine Leuchte“. Ergänzt werden sie durch flexibel ausrichtbare Spy-Strahler sowie lineare und ringförmige Leuchten wie Multinova und Superloop.
Für Konferenzräume und Geschäftsführungsbüros wurden Systeme mit einem Farbwiedergabewert von CRI > 98 gewählt. Materialien und Oberflächen erscheinen dadurch besonders natürlich – ein entscheidender Aspekt für ein Unternehmen, dessen Produkte stark von Materialität und Haptik leben.
Auch im Außenraum ist das Licht präzise gesetzt. Linsentechnik sorgt dafür, dass die Beleuchtung gezielt wirkt und keine unnötige Abstrahlung in den Nachthimmel erfolgt. So entsteht eine zurückhaltende, aber klare Präsenz im Stadtraum.
Arbeitswelt mit Wohnzimmerqualität
Aktuell bietet das Headquarter Raum für rund 36 Arbeitsplätze. Die Struktur ist flexibel angelegt und kann mit dem Unternehmen wachsen. Leitmotiv war die Schaffung lichtdurchfluteter Räume – ein Anspruch, der sich sowohl architektonisch als auch lichtplanerisch durchzieht.
Das neue blomus Headquarter zeigt, wie sich ein Industriegebäude in eine zeitgemäße Arbeitswelt transformieren lässt. Architektur, Interior und Licht greifen ineinander. Im Vordergrund steht ein Raumverständnis, das Kommunikation, Konzentration und Markenidentität gleichermaßen unterstützt.
FOTOGRAFIE Christoph Meinschäfer Christoph Meinschäfer
DELTALIGHT
Deltalight ist ein belgisches Familienunternehmen, das seit 1989 Premium Lichtlösungen für die Architektur anbietet. Qualitätsprodukte, die für Komfort und Beständigkeit entwickelt wurden, die für Einfachheit und Konsistenz stehen, aber auch unerwartete Details aufweisen.
Zum ShowroomMehr Projekte
Kulturaffine Büro-WG
Neues Office von Kinzo und Karsten Jahnke in Hamburg
Flurfunk und Fernsehturmblick
Tech-Büro im Haupttelegrafenamt Berlin von de Winder
Raum mit Reserven
Umbau von YONT Studio für das Musiklabel Seven in Berlin
Flexible Arbeitslandschaft am Hafen
Umbau der Maersk-Zentrale in Rotterdam
Schlichte Bühne für starke Bilder
Fotostudio-Interieur von Sapid Studio in Genf
Umbau mit Gütesiegel
Neue Arbeitswelt für den TÜV-Verband in Berlin
Vertikal verbunden
Neues Headquarter der Publicis Groupe in Shanghai von Ippolito Fleitz
Vertikal, vernetzt, und verantwortungsvoll
Hochhausensemble FOUR in Frankfurt von UNStudio
Lieblingsplatz mit Tiefgang
Lepel & Lepel bauen eine Büroetage im Duisburger H2 Office um
Neu aufgegleist
Umnutzung eines Ringlokschuppens in Osnabrück von Kresings
Alte Schule
Wohnlicher Co-Working-Space in London von Daytrip
Ab ins Beet
Bürolandschaft in Japan von DDAA für Kokuyo
Arbeiten im Penthouse
RHO gestaltet das neue Headquarter von Design Hotels in Berlin
Ganz der Kunst gewidmet
Atelier für eine Malerin in Germantown von Ballman Khapalova
Kreative Transformationen
Nachhaltiges Bauen mit regionalen Ressourcen und innovativen Produkten von JUNG
Lebendiges Labor
Umbau einer Büroetage zum dynamischen Testumfeld
Mehr Stimmung als Stromverbrauch
Innovative Beleuchtung von Fagerhult im Bol-Headquarter
Architektur zum Anbeissen
MoDusArchitects verwandeln das Loacker-Flaggschiff in Heinfels in eine räumliche Erlebniswelt
Ein Office für alle Fälle
Ippolito Fleitz Group und Brunner gestalten den Beiersdorf Campus in Hamburg
Charlottenburger Altbau(t)räume
Office Space von BBPA am Berliner Fasanenplatz
Vom Altar zum Arbeitsplatz
Büroumbau in ehemaliger Kirche mit Einrichtungslösungen von Kinnarps
Arbeiten wie aus einem Guss
Fellowes stattet elf ergonomische Arbeitsplätze in der Hamburger Speicherwerkstatt aus
Inspirationen am Fleet
Neu gestalteter Showroom von Kinnarps in Hamburg
Eine Stadt aus Räumen
Kollaborativer Arbeitsort von Alberto Hueso in Spanien
Tabula Casa
Die inspirierenden Studioräume von Nerea Apraiz in Bilbao
Nachhaltig auf allen Ebenen
Intelligente Lichtlösungen für den Bürokomplex Tripolis-Park in Amsterdam
Arbeiten in neuem Licht
BOS hat das eyeo-Büro in Berlin als Stadtrundgang inszeniert
Architekturwandel an der Alster
Umbau der BAT-Hauptverwaltung in Hamburg durch Ratschko Architekten
Kreative in der Konservenfabrik
Zirkuläres Büro-Interieur im belgischen Leuven von tweestroom
Büro auf Abruf
Meeting Suites by Bene in Wien