Vom Altar zum Arbeitsplatz
Büroumbau in ehemaliger Kirche mit Einrichtungslösungen von Kinnarps
Partner: Kinnarps
In einer ehemaligen Kirche in Malmö hat Kinnarps für das Beratungsunternehmen Publicis Sapient eine inspirierende Bürolandschaft geschaffen. Akustik, Ergonomie und eine ganz eigene gestalterische Identität stehen bei diesem Umbauprojekt im Mittelpunkt.
Kirchen erzählen Geschichten von Gemeinschaft, Spiritualität und Klang. Dass sich diese Atmosphäre in die Arbeitswelt übersetzen lässt, zeigt ein Projekt im südschwedischen Malmö: Das Beratungsunternehmen Publicis Sapient hatte bereits vor längerer Zeit Räume in einer umgenutzten Kirche bezogen, doch die ursprüngliche Gestaltung wies Mängel auf. Vor allem die Akustik in dem halligen Raum stellte eine massive Belastung im Arbeitsalltag dar. Gemeinsam mit dem schwedischen Einrichtungsexperten Kinnarps wurde das Büro 2024 grundlegend überarbeitet. Auf 758 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen und einem Galeriegeschoss, entstand eine Arbeitsumgebung, die gute Gestaltung, Ergonomie und Atmosphäre vereint. Der Umbau folgte einer klaren Maxime: Kirchenräume sind architektonisch wertvoll und das darf auch eine Büroumnutzung nicht ändern. Statt die imposante Struktur zu überformen, diente sie als gestalterische Ressource.
Architektonischer Rahmen
Das Gebäude an der Brogatan 10 im Malmöer Stadtteil Lugnet wirkt zurückhaltend: Die schmale Ziegelfassade gliedert sich nahtlos in die umgebende Blockrandstruktur ein. Als ehemaliger Sakralbau ist das Gebäude dennoch direkt erkennbar. Drei hochformatige Glasfelder mit weißen Einfassungen rhythmisieren die Straßenfront, darüber prangt ein rundes Kreuz im Giebelfeld. Es ist eine deutliche Reminiszenz an die frühere Nutzung. Innen öffnet sich ein überraschend großzügiges Raumvolumen mit vier Ebenen: einem halb versenkten Untergeschoss, dem Erd- und Obergeschoss sowie einer Galerieebene. Letztere prägt zusammen mit der zentralen Freitreppe den offenen Charakter des Hauses – und zwar nicht erst seit dem Umbau.
Großzügige Oberlichter bringen Tageslicht bis tief ins Zentrum des Raums. Die umlaufenden Brüstungen der Galerie sind mit hellem Marmor und Glas verkleidet, kontrastiert durch warme Holzoberflächen, textilbespannte Akustikpaneele und samtige Vorhänge. Die ursprüngliche Kanzel – ein in den Raum kragender Kubus aus Stahl und Glas – blieb erhalten und wurde funktional umgenutzt: Heute nimmt sie einen wohnlich gestalteten Aufenthaltsraum auf und dient als Träger für abgehängte Schallabsorber eines darunter liegenden offenen Konferenzbereichs. Dort wurde die liturgische Geschichte des Raums in eine neue, akustisch wirksame Erzählung übersetzt. Die Gestaltung greift immer wieder auf bestehende Elemente zurück und ergänzt sie um zurückhaltende textile Strukturen, die der Komplexität des Raums genauso gerecht werden wie den funktionalen Anforderungen eines Büros.
Raumwirkung erhalten, Hall reduzieren
Der hohe Geräuschpegel im Gebäude war vor dem Umbau ein zentrales Problem. Gespräche hallten durch die Räume, Konzentration fiel in solch einer Umgebung schwer. „Die Akustik war eine der größten Aufgaben bei der Gestaltung der neuen Räume“, erinnert sich Claudia Brodlova, Associate Finance bei Publicis Sapient. Kinnarps entwickelte dafür zahlreiche durchdachte Lösungen: Strategisch platzierte Schallabsorber, Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel zonieren den Raum akustisch, physisch und optisch, ohne seine Offenheit aufzugeben. So entstanden abgeschirmte Arbeitsbereiche mit angenehmer Klangkulisse – unter anderem durch textilbespannte Vibe-Screens, die auch an der Kanzel installiert wurden. „Die von Kinnarps entwickelte Inneneinrichtungslösung hat wahre Wunder für die Akustik bewirkt“, sagt Brodlova.
Zonen im Raum
Auch das Layout setzt auf Differenzierung: Statt klassischer Großraumbüros entstanden „Räume im Raum“, die auf unterschiedliche Arbeitssituationen reagieren. Vorhänge und textile Trennwände definieren Meeting-Zonen, Rückzugsorte und konzentrierte Arbeitsbereiche. Die Möbel wurden so gewählt, dass sie diese Vielschichtigkeit unterstützen – mit ergonomischen Stühlen, höhenverstellbaren Tischen und weichen Polstermöbeln für informelle Begegnungen. In der Lounge kombiniert das Sofa Bolero mit dem Tisch Matsumoto wohnliche Qualitäten, während die Sitzkabine Point Rückzug für Telefonate ermöglicht. Auch die Gemeinschaftsbereiche folgen dem Prinzip informeller Offenheit: Im Speisesaal kommen der Besprechungsstuhl Neo Lite und das Sofa Nestor zum Einsatz. Die Möbel sind funktional, robust und klar in der Formensprache.
Nachhaltigkeit durch Langlebigkeit
Neben gestalterischer und funktionaler Qualität spielte auch Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Brodlova erklärt: „Wir wollten eine langfristige, nachhaltige Lösung mit Möbeln, die bei Bedarf aktualisiert und erneuert werden können. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen war uns wichtig. Es war einer der Gründe, warum wir uns für Kinnarps entschieden haben.“ Und sie ergänzt: „Bei der Qualität geht es nicht nur um die Langlebigkeit der Möbel, sondern auch um die Möglichkeit, sie an zukünftige Bedürfnisse anzupassen, ohne dabei ihre Funktion oder Ästhetik zu verlieren.“
Ein Ort mit Anziehungskraft
Heute wird das Büro nicht nur häufiger genutzt als zuvor – es wirkt auch atmosphärisch stimmiger. Brodlova beobachtet: „Obwohl sich jetzt immer mehr Menschen einen Büroraum teilen, hat sich die Geräuschkulisse von einem Produktivitätshemmnis zu einem angenehmen Hintergrundgeräusch gewandelt.“ Die Verbindung von Alt und Neu, von liturgischem Raumvolumen und zeitgenössischer Bürokultur, erzeugt ein Arbeitsumfeld, das Identität stiftet.
Kinnarps
Kinnarps ist in Europa führender Anbieter von Einrichtungslösungen für Büros, Lernumgebungen und Pflegeeinrichtungen. Die Produkte der sechs Marken zeichnen sich durch ergonomisches und innovatives Design sowie Nachhaltigkeit und lange Lebenszyklen aus. Seit seiner Gründung in 1942 ist Kinnarps in Familienhand und produziert ausschließlich in Schweden.
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