Klare Raumaufteilung und natürliche Materialität schaffen in einer Schweizer Klinik eine reizfreie Umgebung für Menschen in psychischen Krisen. Den dazu passenden wohngesunden Boden mit zeitlosem Verlegemuster lieferte Bauwerk Parkett.
Viele Studien zeigen, dass die gebaute Umgebung einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden von Patient*innen hat. Tageslicht statt endloser Flure, Holz und Textilien statt steriler Oberflächen aus Kunststoff oder Edelstahl können einen Unterschied machen, wenn es um die Genesung geht. Das haben Scheitlin Syfrig Architekten aus Luzern bei der Planung des Haus T im schweizerischen Münsterlingen beherzigt. In dem Bau mit einem massiven Erdge-schoss und drei Stockwerken in Holzbauweise achteten die Planer*innen auf eine persönliche und gesundheitsfördernde Atmosphäre für die oft mehrwöchigen intensiven psychotherapeutische Behandlungen.
Klare Gliederung
Wichtig war der Bauherrschaft ein möglichst flexibler Grundriss mit Ein- und Zweibettzimmern, damit bei Bedarf andere Stationen wie die Akutpsychiatrie einziehen können. Derzeit sind neben der stationären Psychotherapie auch die Krisenintervention, die Eltern-Kind-Behandlung sowie spezialisierte Angebote für verschiedene psychische Erkrankungen in dem Bau untergebracht. Die Zimmer der Patient*innen sind um das zentrale Treppenhaus gruppiert. So können sie den Blick auf das begrünte Klinikareal genießen. Die klare Struktur vermittelt Halt und Orientierung. Räume für Gruppen- oder Musiktherapie sowie die Holzwerkstatt sind separat zugänglich. Der seit 40 Jahren erste Neubau auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen soll für einen neuen und offenen therapeutischen Ansatz stehen.
Flexibler Klassiker
Beim Innenausbau achteten die Architekt*innen auf eine natürliche Materialauswahl. Große Fenster erfüllen die Räume mit Tageslicht. Die Decken mit ihrer sichtbaren hölzernen Struktur vermitteln Ruhe und Transparenz. Sie beeinflussen das Raumklima positiv. Dazu passen schlichte Holzmöbel sowie das Kreativ-Parkett Formpark Quadrato in Eiche Natur von Bauwerk Parkett. Dessen Optik spielt mit dem klassischen Fischgrät-Muster, überführt es aber in ein geradliniges, geometrisches Design. Im markanten Würfelmuster finden sich die äußere Form des Gebäudes und der Grundriss des Haus T wieder. Zugleich ermöglicht das Format im Verhältnis 1:5 verschiedene Verlegemuster jenseits gewohnter Optiken, ohne zu irritieren.
Ganzheitlicher Ansatz
Der Boden bringt aber auch funktionale Eigenschaften mit sich, die sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. So dämpft er Geräusche und lässt die Räume wie aus einem Guss wirken. Denn das Parkett wurde auf 1.200 Quadratmetern verlegt und kommt sowohl an den Rückzugsorten der Patient*innen als auch in den Therapieräumen zum Einsatz. „Die Materialisierung erzeugt eine wohnliche Atmosphäre und distanziert das Projekt bewusst von der typischen Erscheinung von Spitalbauten“, erklärt das Team von Scheitlin Syfrig Architekten. Holz als Werkstoff für den Hoch- und Innenausbau bringt gemäß ihrer Bauphilosophie viele positive Eigenschaften mit sich, die für Funktion und Therapie gleichermaßen entscheidend sind. So treffen Wärme, Natürlichkeit und Wohnlichkeit im Klinikalltag auf Funktionalität und Struktur.
FOTOGRAFIE Fabian Luterbach
Fabian Luterbach
| Projektname | Haus T, Psychiatrische Klinik Münsterlingen |
| Bauherrschaft | thurmed Immobilien AG |
| Entwurf | Scheitlin Syfrig Architekten AG, Luzern |
| Fertigstellung: | November 2022 |
| Bodenbelag: | 1.200 Quadratmeter Formpark Quadrato sowie Eiche Natur von Bauwerk Parkett |
| Verlegepartner: | Scheuermann AG, Goldach |
Bauwerk Parkett
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