Projekte

Klinik ohne Grenzen

Forschungs- und Behandlungszentrum in Australien von BVN Architects

von Tanja Pabelick , 03.03.2014

Räume wirken unbewusst: auf den Gemütszustand, die Arbeitsmoral oder sogar auf den Körper. Medizinische Einrichtungen bemühen sich deshalb mittlerweile häufig, sich vom klischeehaft Klinischen zu verabschieden. Licht und modern sind solche Häuser wie beispielsweise das transparente Kinghorn Cancer Center in Australien, das von BVN Architects entworfen und mit Wilkhahn-Möbeln ausgestattet wurde.

Kann Architektur heilsam sein? Maggie Keswick Jencks und ihr Ehemann Charles Jencks, ein berühmter Design- und Architekturkritiker, waren 1995 der festen Überzeugung. Nachdem Maggie Jencks selbst an Krebs erkrankt war, gründeten sie mit den Maggie's Cancer Caring Centres Anlauf- und Beratungsstellen für Betroffene in Großbritannien. Ihre besondere Idee: Auch Architekten sollten spenden. Allerdings nicht Geld, sondern Gebäudeentwürfe. Architekten-Legenden wie Zaha Hadid, Frank Gehry oder Snøhetta realisierten Häuser und haben dem in anderen Einrichtungen vorherrschenden OP-Türkis und funktionalen Edelstahloberflächen behagliche Lösungen gegenübergestellt. Die Resonanz spricht für sich. Besucher loben die Ruhe, und dass „das Gebäude sie umarme.“ Die Maggie’s, wie sie abgekürzt heißen, sind zu Vorreitern einer neuen Idee der Architekturpsychologie geworden.

Hand in Hand mit der Forschung
Genau dieser Idee, dem Abschied von der nüchternen Klinik, hat sich auch das Kinghorn Cancer Center verschrieben, das auf der anderen Seite der Erdkugel, im australischen Darlinghurst eröffnet wurde. Die besondere Herausforderung bei dem zehnstöckigen, von BVN Donovan Hill entworfenen Gebäude, war die Einbindung verschiedener Betriebe. Zum TKCC gehört mit dem Garvan Institut die Krebsforschung ebenso wie mit dem St. Vincents Mater Hospital eine onkologische Klinik. Ihre Architektur geht auf die Psychologie der Patienten, der Forscher und des Klinikpersonals ein und will mit einer räumlichen Verschränkung die tägliche Interaktion stärken.


Eingebundene Patienten
Weil die Klinik in einem urbanen und Ballungsgebiet liegt und sich deshalb in ihrer räumlichen Ausdehnung beschränken muss, wurde ein Atrium zum Herz des Gebäudes. Um den Hofbereich stapeln sich zehn Stockwerke und gehen durch die Öffnung ineinander über. Die Funktionsräume von Forschung und Klinik verschmelzen mit sozialen Interaktionszonen. Neben der vertikalen Gliederung gibt es eine weitere funktionale, logische Verknüpfung, die vom nördlichen zum südlichen Gebäudeteil stattfindet. Beginnend mit den Dienstleistungseinrichtungen, schließen sich Labor, Dokumentationsabteilung und Besprechungsräume an und münden im Atrium. Hier sind die einzelnen Bereich für Besucher leicht zu erkennen. Die Distanzen zwischen den Forschungsbereichen und der Praxis sind besonders kurz, so dass die Patienten auch in die wissenschaftlichen Prozesse eingebunden werden können.

Robust, praktisch, wohnlich
Besonders berücksichtigt wurden bei der Planung Aspekte der Nachhaltigkeit. Dazu gehört die Minimierung der Klimabilanz wie auch ein möglichst langer Nutzungszeitraum der Möbel. Für die Ausstattung wurden deshalb einige Programme aus dem Portfolio Wilkhahns gewählt – einem Unternehmen, das sich der Wartung und dem Recycling verschrieben hat, um seinen Produkten eine möglichst lange Lebensdauer zu garantieren. Ganz nebenbei passen Produktfamilien wie der neue Neos, Aline und Confair gut zum schrankenlosen Konzept des TKCC; weil sie sich durch ihr Design sowohl funktional in den Arbeitsalltag einfügen, als auch ästhetisch durch wohnliche Qualitäten zu überzeugen wissen. Dem Grundgedanken einer einladenden, ruhigen Klinik mit einer positiven Ausstrahlung auf den Patienten werden Architektur und Interieur so Hand in Hand gerecht.

Facebook Twitter Pinterest LinkedIn Mail
Links

Wilkhahn

Wir glauben an die Kraft guter Gestaltung! Mit unseren langlebigen Möbeln für zukunftsfähige Arbeitswelten stellen wir den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Potenzialen in den Mittelpunkt – zur Förderung von Wohlbefinden, Kooperationsfähigkeit und Identität als Basis für den Unternehmenserfolg.

Zum Showroom

Projektarchitekten

Donovan Hill

www.bvn.com.au

Mehr Projekte

Leitsystem aus Farben

Therapiezentrum von UNStudio in Peking

Therapiezentrum von UNStudio in Peking

Arbeit flexibel gedacht

INpuls gestaltet eine Büroetage in München

INpuls gestaltet eine Büroetage in München

Tiroler Putz in Madrid

Atelier- und Wohnhaus Blasón von Burr Studio

Atelier- und Wohnhaus Blasón von Burr Studio

Hygge im Headquarter

Büroneubau von Henning Larsen in Kopenhagen

Büroneubau von Henning Larsen in Kopenhagen

Büro in Silber

Umbau eines Souterrains in München von Fabian Wagner

Umbau eines Souterrains in München von Fabian Wagner

Bühne für junge Gründer

Aspekt Office gestaltet Agenturräume in Frederiksberg

Aspekt Office gestaltet Agenturräume in Frederiksberg

Barcode in der Landschaft

Sauerbruch Hutton erweitert den Gira-Firmensitz in Radevormwald

Sauerbruch Hutton erweitert den Gira-Firmensitz in Radevormwald

Von hyperlokal bis hyperdigital

Arbeiten im Berliner Denizen House

Arbeiten im Berliner Denizen House

Das Bauhaus-Büro

Umbau einer Londoner Lagerhalle von Henley Halebrown

Umbau einer Londoner Lagerhalle von Henley Halebrown

Die Brückenbauer

Le Monde Headquarter in Paris von Snøhetta

Le Monde Headquarter in Paris von Snøhetta

Von der Brot- zur Denkfabrik

Flexibler Co-Working-Space in Wien

Flexibler Co-Working-Space in Wien

Im rechten Licht

Sieben Beispiele der Verschattung in der Architektur

Sieben Beispiele der Verschattung in der Architektur

Multifunktionales Penthouse

Loft in München von allmannwappner

Loft in München von allmannwappner

Architekturatelier mit Galerie

Studio In D-Tale gestaltet Büro für einen Kunstliebhaber

Studio In D-Tale gestaltet Büro für einen Kunstliebhaber

Polychrome Praxis

12:43 Architekten gestalten Behandlungsräume in Le Corbusier-Farben

12:43 Architekten gestalten Behandlungsräume in Le Corbusier-Farben

Die Schaufenster-Agentur

Flexible Büroflächen in Stuttgart von Seebald

Flexible Büroflächen in Stuttgart von Seebald

Arbeiten im Kraftwerk

Studio Perspektiv verwandelt Industriedenkmal in Co-Working-Space

Studio Perspektiv verwandelt Industriedenkmal in Co-Working-Space

Marktplatz für gute Ideen

Kommunikativer Büroumbau von Saguez & Partners in Paris

Kommunikativer Büroumbau von Saguez & Partners in Paris

Zahn-Spa mit Grünzone

Naturnahe Praxisräume von i29 in Amsterdam

Naturnahe Praxisräume von i29 in Amsterdam

Ein Büro als Formwandler

Club-Galerie-Office von ŠA Atelier für die litauische Architekturstiftung

Club-Galerie-Office von ŠA Atelier für die litauische Architekturstiftung

Ätherische Höhle

Das Interior von Beyond Space beamt ein Büro in eine Unterwasserblase

Das Interior von Beyond Space beamt ein Büro in eine Unterwasserblase

Weinbar mit Whiteboard

Ein Stockholmer Büro mit Tresen von Note Design Studio

Ein Stockholmer Büro mit Tresen von Note Design Studio

Arbeiten im Minka-Haus

DDAA macht ein japanisches Wohngebäude zum Büro

DDAA macht ein japanisches Wohngebäude zum Büro

Mehr Platz für Kreativität

Büroerweiterung in Berlin von Kemmler Kemmler

Büroerweiterung in Berlin von Kemmler Kemmler

Die Büro-WG

Office mit Retailfläche in Madrid von Plutarco

Office mit Retailfläche in Madrid von Plutarco

Monochrom und multifunktional

Isern Serra renoviert ein Kreativstudio in Barcelona

Isern Serra renoviert ein Kreativstudio in Barcelona

Hygge auf Tasmanisch

Ein hölzernes Büronest von Cumulus Studio

Ein hölzernes Büronest von Cumulus Studio

Zuhause im Architekturbüro

Wohnliches Office in Sydney von Alexander &CO.

Wohnliches Office in Sydney von Alexander &CO.

Naturnah arbeiten

Nachhaltiger Büroneubau von haascookzemmrich STUDIO2050

Nachhaltiger Büroneubau von haascookzemmrich STUDIO2050

Alter Bestand, neue Arbeitswelt

De Winder Architekten bauen Hamburger Verlagshaus aus

De Winder Architekten bauen Hamburger Verlagshaus aus