Projekte

Von der Brot- zur Denkfabrik

Flexibler Co-Working-Space in Wien

Mitten in Wien ist ein kreativer Kultur-Hub entstanden. In den weitläufigen Hallen und Räumen einer alten Brotfabrik sitzen nun Galerien, Akademien und Cafés. Jüngster Nachbar ist ein Co-Working-Projekt, das die offene Qualität der charmanten historischen Räume nutzt und mit Wilkhahn-Möbeln für Ergonomie und Agilität sorgt.

von Tanja Pabelick, 11.05.2022

Ankerbrot ist eine Art lokales Kulturgut. Seit 1891 kommt aus der als Familienunternehmen gegründeten Bäckerei Brot für Wien, heute ist sie der größte Bäckereifilialist Österreichs. Doch am Gründungsstandort im zehnten Bezirk liegt heute – statt dem Duft frischer Hefe – junger Unternehmergeist in der Luft. 2009 startete in den historischen Gebäuden der einst größten Brotfabrik Europas ein umfangreiches Revitalisierungsprojekt, das für die Zukunft eine vielschichtige kulturelle Nutzung vorsah. Mittlerweile befinden sich auf dem Areal die Deutsche POP, eine Akademie für Musiker*innen, ein Lerncafé für sozial benachteiligte Kinder, Gastronomie, unzählige Galerien und eine große Mehrzweckhalle – die ehemalige Auslieferung – für Konzerte und Veranstaltungen. In diesem lebendigen, kreativen und dynamischen Umfeld erwarb der Unternehmer und Innovationsforscher Dr. Paul Blazek mehr als 600 Quadratmeter im zweiten Obergeschoss des historischen Gebäudes mit dem markanten Ankerbrot-Schriftzug . Er wollte einen Ort für Kollaborationen schaffen: die Co-Innovation-Factory.

Büro-Werkstatt-Bar
Gemeinsam mit dem Wiener Architekten und Designer Claus Schnetzer, der sich im Rahmen seines Projekts Fryraum seit vielen Jahren mit der flexiblen Zukunft des Wohnens beschäftigt, plante Blazek die Transformation der industriellen Räume. Dabei richten sich die neuen, vielfältig nutzbaren Arbeitsflächen an einzelne Selbstständige und junge Unternehmen mit innovativen Projekten. Es gibt gemeinsame Workshopbereiche und abgeschlossene Besprechungsräume, Arbeitslabore, eine durch ein Glasdach erleuchtete Gemeinschaftshalle sowie Bar und Küche. Durch die ständig wechselnden Nutzer*innen und den kontinuierlichen Einzug neuer Projekte mit unterschiedlichen Ansprüchen an ihr Umfeld müssen die Räume maximal flexibel sein. Deswegen einigten sich Architekt und Unternehmer auf eine grundlegende Prämisse: flexibles Mobiliar. Mit ihm können die Nutzer*innen selbst ihre Räume gestalten, erforderliche Settings zusammenrücken oder Überflüssiges wegschieben.

Möbel als Bewegungsinitiatoren
In Wilkhahn fanden sie einen Kooperationspartner, der sich mit seinen Möbeln, Konzepten und Tools ebenfalls wandelbare Szenarien, Haltungs- und Perspektivwechsel auf die Fahnen geschrieben hat. Blazek beschreibt die Aktivierung der Menschen als essenziellen Beitrag, um sie „als engagierte Mitstreitende für Veränderungs- und Innovationsprozesse“ zu gewinnen. Wilkhahn fasst das Thema unter „Human Centered Workspace“ zusammen. Überall in der Innovations-Fabrik finden sich deshalb Möbel aus dem Programm des niedersächsischen Unternehmens. Viele stehen auf Rollen, wie die mobilen Occo-Drehstühle. Andere lassen sich außerdem stapeln, wie die Aline-Stühle, oder klappen, wie die Pulte und Tische der Confair-Familie. Weil die Möbel zur permanenten Auseinandersetzung mit dem eigenen Arbeitsplatz einladen, bleiben die Menschen in der Co-Innovation-Factory aktiv. Sie bauen um, suchen den Szenenwechsel oder nutzen unterschiedliche Sitzgelegenheiten. Die eingesetzten Stühle von Wilkhahn bieten eine Bandbreite an Optionen: Dazu zählen die Stehhocker Stitz und Stand-Up, Lounge-Möbel wie Asienta, bequeme Konferenzstühle oder auch die luxuriösen Graph-Sessel.

Viel Altes im Neuen
Bewusst hat der Architekt eine Spannung zwischen dem zeitgenössischen Mobiliar und dem Bestand inszeniert. Unter Berücksichtigung der historischen Bedeutung und atmosphärischen Qualität des alten Industriebaus wurden die Schichten der über einhundertjährigen Geschichte des Gebäudes freigelegt und Spuren der Zeit erhalten. Wo es die Substanz erlaubte, wurden die ursprünglichen Materialien – wie etwa die alten Treppenläufe – erhalten oder wiederverwendet. Und auch Objekte, die bei der Übernahme der Räume hier lagerten, bekamen im Sinne einer nachhaltigen Weiterverwertung eine neue Aufgabe. Vorgefundene Transportgitterboxen wurden zu einem flexibel konfigurierbaren Bartresen, alte Serverschränke dienen jetzt als akustisch abgeschirmte Telefon-Box. Daraus ergibt sich eine prozesshafte Atmosphäre, die sehr gut zur experimentellen Idee des kooperativen Arbeitens passt: Wie in einer Werkstatt entstehen dort eine kreative Spielfläche und ein agiler Möglichkeitsraum.

Facebook Twitter Pinterest LinkedIn Mail
Links

Wilkhahn

Wir glauben an die Kraft guter Gestaltung! Mit unseren langlebigen Möbeln für zukunftsfähige Arbeitswelten stellen wir den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Potenzialen in den Mittelpunkt – zur Förderung von Wohlbefinden, Kooperationsfähigkeit und Identität als Basis für den Unternehmenserfolg.

Zum Showroom

Co-Innovation Factory

coinnovationfactory.com

Mehr Projekte

Raum für Ruhe

Bürogestaltung in Athen von Georgios Apostolopoulos Architects

Bürogestaltung in Athen von Georgios Apostolopoulos Architects

Genesung im Labyrinth

Bureau Fraai transformiert Amsterdamer Kapelle zur psychologischen Praxis

Bureau Fraai transformiert Amsterdamer Kapelle zur psychologischen Praxis

Neobrutalistische Kellerdisco

Die neuen Arbeitsräume von llotllov für M&C Saatchi in Berlin

Die neuen Arbeitsräume von llotllov für M&C Saatchi in Berlin

Berlin macht Blau

Das neue Relaxound-Office von Ester Bruzkus Architekten

Das neue Relaxound-Office von Ester Bruzkus Architekten

Vergangenheit neu belebt

Umbau eines historischen Verlagshauses in Sydney von Hülle & Fülle

Umbau eines historischen Verlagshauses in Sydney von Hülle & Fülle

Unter dem Mond Spaniens

Die surreal-industrielle Welt des Reisinger-Studios

Die surreal-industrielle Welt des Reisinger-Studios

Kreativ in Kortrijk

Minimalistischer Office Space von Markland Architecten und Stay Studio

Minimalistischer Office Space von Markland Architecten und Stay Studio

Japanische Offenheit

Neugestaltung des Firmensitzes von L’Oréal Japan in Tokio von The Design Studio

Neugestaltung des Firmensitzes von L’Oréal Japan in Tokio von The Design Studio

Lernen in der Alten Post

Campus der BSBI in Berlin setzt auf flexibles Interior

Campus der BSBI in Berlin setzt auf flexibles Interior

Effizienter Holzbaukasten

Büroneubau in Oslo mit durchdachter Lichtplanung

Büroneubau in Oslo mit durchdachter Lichtplanung

Akustische Glanzleistung

Sanierung der Bestuhlung im Neumarkter Reitstadel von Girsberger

Sanierung der Bestuhlung im Neumarkter Reitstadel von Girsberger

Zweite Auflage für eine Druckerei

Büro mit Tatami-Raum von INpuls in München

Büro mit Tatami-Raum von INpuls in München

Lebendige Präsentation

Neu gestalteter Showroom von Goldbach Kirchner

Neu gestalteter Showroom von Goldbach Kirchner

Infrastruktur fürs Glück

Bibliothek in Kirkkonummi von JKMM

Bibliothek in Kirkkonummi von JKMM

Möbel nach Maß

Nachhaltig transformiertes Cartier-Headquarter von Atelier Nova

Nachhaltig transformiertes Cartier-Headquarter von Atelier Nova

Das Regenbogen-Büro

Innovationsraum Space in Hamburg von Studio Besau-Marguerre

Innovationsraum Space in Hamburg von Studio Besau-Marguerre

Haus im Haus

Studio Alexander Fehres „Herzzone” für ein Büro von Roche

Studio Alexander Fehres „Herzzone” für ein Büro von Roche

Eine Ausstellung, die Stellung bezieht

Fotografiska Berlin im einstigen Tacheles von Studio Aisslinger

Fotografiska Berlin im einstigen Tacheles von Studio Aisslinger

Vom Sehen und Gesehenwerden

Eine Naturheilpraxis auf den Azoren von Box Arquitectos

Eine Naturheilpraxis auf den Azoren von Box Arquitectos

Besondere Böden

Fünf Projekte mit ungewöhnlicher Bodengestaltung

Fünf Projekte mit ungewöhnlicher Bodengestaltung

In eigener Sache

Ein Büro-Makeover vom Office-Spezialisten CSMM in Düsseldorf

Ein Büro-Makeover vom Office-Spezialisten CSMM in Düsseldorf

Ein sportliches Haus

Das neue Headquarter von Spillmann Echsle für On Running

Das neue Headquarter von Spillmann Echsle für On Running

Geflieste Exzentrik

Das neue Büro des kanadischen Fashion-Studios M.A.D.

Das neue Büro des kanadischen Fashion-Studios M.A.D.

Arbeiten unter Palmen

Amsterdamer Büro mit begehbaren Möbeln von Studioninedots

Amsterdamer Büro mit begehbaren Möbeln von Studioninedots

Grüne Arbeitsstruktur

Co-Working-Space in Barcelona von Daniel Mòdol

Co-Working-Space in Barcelona von Daniel Mòdol

Moderner Triumphbogen

Gebäudekomplex von Nikken Sekkei in Dubai

Gebäudekomplex von Nikken Sekkei in Dubai

In altem Glanz

Restaurierung einer historischen Villa in der italienischen Provinz Modena

Restaurierung einer historischen Villa in der italienischen Provinz Modena

Inspirationen statt Emissionen

Nachhaltiger Büroneubau von Studio Daytrip in London

Nachhaltiger Büroneubau von Studio Daytrip in London

Außen Altbau, innen New Work

Berliner Juris-Dependance am Ku’damm von de Winder Architekten

Berliner Juris-Dependance am Ku’damm von de Winder Architekten

Viel Platz für Veränderung

Atelier Gardens in Berlin-Tempelhof von MVRDV

Atelier Gardens in Berlin-Tempelhof von MVRDV