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Zusammen arbeitet man weniger allein

Co-Working-Spaces im Wandel

Die Pandemie hat das Arbeitsverhalten von Angestellten und Selbstständigen verändert. Was bedeutet das für die Raumkonzepte der so beliebten Co-Working-Spaces? Internationale Anbieter mit unterschiedlichen Schwerpunkten geben Antworten.

von Judith Jenner, 16.11.2023

Ein Tisch, ein Stuhl und schnelles WLAN. Viel mehr brauchte es vor der Pandemie nicht, um die Kund*innen von WeWork glücklich zu machen. Die meisten waren Solo-Selbstständige, die einen Arbeitsplatz außerhalb der eigenen vier Wände und Gelegenheiten zum Netzwerken suchten. Oder Start-ups in der Gründungsphase, für die sich eigene Büroräume noch nicht lohnten. Das hat sich verändert. Gab es anfangs bei WeWork auf etwa zehn Prozent der Fläche gemütliche Sitzplätze, so sind es heute um die 50 Prozent. Daraus lässt sich ableiten, dass den Mieter*innen der Austausch im Büro wichtiger geworden ist.

Ein weiterer Trend: Der 2010 in New York gegründete Co-Working-Gigant mit 723 Standorten in 119 Städten hat inzwischen immer mehr große Firmen als Mieter*innen. So kündigte die Elektrokette Curry in Großbritannien die eigenen Büroflächen und mietete stattdessen eine Etage bei WeWork in London-Waterloo. Dort können die Mitarbeitenden ebenso arbeiten wie in allen anderen Filialen des Office-Anbieters. Curry kann seinen Raumbedarf flexibel anpassen. Um Serviceleistungen wie die Reinigung oder Hausmeisterarbeiten braucht sich das Unternehmen selbst nicht zu kümmern.

Volle Service-Kraft voraus
Um den Mieter*innen möglichst viel organisatorischen Aufwand abzunehmen, setzt Design Offices auf ein Rundum-Sorglos-Paket. An seinen 50 Standorten in Deutschland arbeiten dafür knapp 500 Mitarbeitende. „Sie können sich in unserem Umfeld auf das Wesentliche konzentrieren. Um den Rest kümmern wir uns“, verspricht Dr. Joachim Gripp, CEO von Design Offices. In seinen Augen ist die Funktion des Büros eine komplett andere als noch vor der Pandemie. „Heute geht es um kreatives Miteinander, innovatives Teamwork, Socializing durch aktivierende Community-Events und Kollaboration“, sagt er. „Kreativität entsteht im Miteinander und in der Wohlfühlatmosphäre.“ Weil Homeoffice und Remote Working zum festen Bestandteil der Wissensarbeit geworden sind, müsse sich das Büro immer neu um die Mitarbeitenden „bewerben“. Die von hauseigenen Innenarchitekt*innen gestalteten Räumlichkeiten von Design Offices beschreibt der CEO als „elegant, zurückhaltend mit wohlgesetzten Akzenten“. Sie lassen Platz für die Inszenierung der Firmen, die sich dort einmieten.

Flexibilität durch gutes Design
In London scheint TOG, kurz für The Office Group, fast an jeder Ecke einen Co-Working-Space zu betreiben. Mehr als 40 Standorte hat das Unternehmen in der britischen Hauptstadt. Inzwischen gibt es auch fünf in Deutschland, die sich alle durch ein individuelles Design auszeichnen. Im Juni eröffnete am Berliner Alexanderplatz das Pressehaus Podium. Universal Design Studio aus London gab dem Glas- und Stahlbau durch Einbauten aus Holz eine warme Atmosphäre. Mieter*innen können zwischen Co-Working-Tischen, Meetingräumen sowie Lounge- und Sitzbereichen ihre optimale Arbeitsumgebung wählen. „Wir schaffen Orte, die unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen, sodass unsere Kunden diese je nach Bedarf nutzen und wechseln können“, erklärt Janine David, Managing Director Germany. Statt einer One-Fits-All-Lösung setzt TOG auf individuelle Raumangebote. „Die Büros unserer Kunden werden nach ihren Wünschen gestaltet. Wir beraten sie und planen gemeinsam, wie das eigene Büro zum individuellen Arbeitsort wird“, so Janine David.

Wohnzimmer für die Nachbarschaft
Auf ein nahbares, wohnliches Design setzt das Denizen House in Berlin-Kreuzberg. Von außen sieht es mit seinem reduzierten Vitra-Mobiliar eher wie ein Café aus. Es gibt aber auch Telefonkabinen, in die sich die Mitglieder zurückziehen können, sowie einen Raum für Meditation und Yoga. „Ich würde sagen, dass unser Hauptkonkurrent entweder der heimische Küchentisch oder das örtliche Café ist“, sagt Managing Director David Turnbull. „Im Vergleich zum Küchentisch zeichnen wir uns dadurch aus, dass wir zwischenmenschliche Beziehungen pflegen und eine breite Palette von Dienstleistungen anbieten. Im Vergleich zum Café bieten wir ein produktives Umfeld, ohne die üblichen Ablenkungen und den Lärm.“

Damit spielt Turnbull auf die frühen Anfänge des Co-Working in der deutschen Hauptstadt an. Das Café St. Oberholz eröffnete 2005 und war die erste Anlaufstation für digital arbeitende Freelancer*innen. Der Betreiber erkannte den Trend und erweiterte den Café-Betrieb um eine Co-Working-Etage. Inzwischen vermietet das St. Oberholz nicht nur Schreibtische, sondern auch ganze Büros an unterschiedlichen Standorten. Neu im Portfolio: das St. Oberholz-Retreat. Auf dem Gutshof Woldzegarten in Mecklenburg können sich Teams und Einzelpersonen zurückziehen, um konzentriert an Projekten zu arbeiten. Pool, Spa und der See vor der Tür schaffen einen entspannten Ausgleich.

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