Projekte

Die Firma als Kraftwerk

Ein Unternehmen in Thüringen dient als Vorzeigebeispiel für Effizienz

von Julia Bluth, 18.10.2013

Das Unternehmen Leitec aus Thüringen ist seit über zwanzig Jahren spezialisiert auf moderne Energie- und Gebäudetechnik. Als es an der Zeit war, die stetig wachsende Firma auch räumlich zur vergrößern, stand eines sofort fest: Der Neubau sollte eine überzeugende Referenz für die Kompetenz des Unternehmens sein und gleichzeitig als energetisches Forschungsobjekt dienen.

„Wir wollten nicht nur ein modernes Gebäude errichten, das ohne fossile Brennstoffe auskommt, sondern das durch den Einsatz zukunftweisender Energie- und Gebäudetechnik auch noch reichlich Energieüberschuss erzeugt und dabei die Umwelt schont“, erläutert Geschäftsführer Bernd Apitz. Zur Umsetzung seiner Vorstellungen beauftragte er das in der Region ansässige Architekturbüro Stadermann.

Sonnensegel an der Autobahn
Das auffällige Betriebsgebäude liegt auf einem 1.450 Quadratmeter großen Grundstück im neu  erschlossenen Gewerbegebiet zwischen dem Kurort Heilbad Heiligenstadt und der Autobahn. „Die ideale Südhanglage, einhergehend mit dem immensen Höhenunterschied auf dem Grundstück, führte zu der vorliegenden ebenso intelligenten wie logischen Lösung. Ein überdimensionales Photovoltaiksegel legt sich mit einer Neigung von 34 Grad auf die natürlich gegebene Hangsituation“, so die Architekten. Unter diesem weithin sichtbaren Blickfang liegt der langgestreckte Bürotrakt mit überdachtem Außenbereich, der im Westen von einem zweigeschossigen Lager begrenzt wird. Ostwärts mündet die grau verputzte, wärmegedämmte Fassade in einen gläsernen Kubus, der zur Autobahn hin auskragt.

Von Eis zu heiß

Das Besondere an dem Neubau ist zweifellos das ungewöhnliche Energiekonzept, dessen Herz sich im Erdreich versteckt: ein 400 Kubikmeter fassender Eis-Wärme-Speicher. Zwei Sole-Wärmepumpen entziehen dem Speicher beim Übergang von Wasser zu Eis die eingelagerte Energie. So kann wahlweise geheizt oder gekühlt werden, während die Regenerierung des Eisspeichers über eine Absorberkollektoranlage sichergestellt ist. Die insgesamt 906 Photovoltaik-Module auf dem 1.200 Quadratmeter großen Dachsegel erzeugen zudem weit mehr Energie, als das mit Niedertemperatur-Heizkörpern und zentraler Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattete Gebäude verbraucht.

Kommando von oben
Bei einem so komplexen Versorgungskreislauf darf natürlich eins nicht fehlen: das intelligente Kontrollorgan. Bei Leitec sind von der Beleuchtung über die Heizungs- und Klimaanlagen bis hin zu den Brandmeldern und Sicherheitssystemen alle technischen Komponenten miteinander vernetzt und werden über den HomeServer von Gira gesteuert. Dieser wertet die eingehenden Informationen aus, um dann entsprechende Befehle zu entsenden, lässt sich jedoch auch direkt über das Touchdisplay des Gira Control 19 Client bedienen. Dank Präsenzmeldern brennt nur Licht, wo sich tatsächlich Menschen aufhalten. Und sobald ein Mitarbeiter sein Büro betritt, fahren Heizung und Lüftung hoch – oder automatisch wieder herunter, wenn ein Fenster geöffnet wird. Selbst für Unterhaltung ist gesorgt: Das Revox Multiroom System ermöglicht die Bespielung mehrerer Räume von einer zentralen Musikquelle aus. Und das Beste: Mit Smartphone, iPhone oder iPad lassen sich alle Funktionen von den Mitarbeitern sowohl mobil einsehen als auch fernsteuern. „Wir wollen zeigen: Das ist mit der heutigen Technik möglich!“, erklärt Bernd Apitz. Und damit heute nicht schnell zu gestern wird,  erfasst und analysiert die Fachhochschule Nordhausen regelmäßig alle Energiedaten. So kann der Energiekreislauf stetig optimiert werden.

Links

Gira

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Projektarchitekten

Stadermann

www.aos-online.de

Bauherr

Leitec Gebäudetechnik

www.leitec.de

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