Guter Geschmack braucht Raum
Die Zürcher Getränkemarke Deux Frères inszeniert ihren Flavour Room mit USM Haller
Partner: USM
In einer ehemaligen Werkhalle der Schweizerischen Bundesbahnen produzieren die Brüder Gian und Florian Grundböck Gin, Wermut und andere Getränke. Gleich neben der Destillerie haben sie einen Ort für Drinks, Design und Geselligkeit eingerichtet. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Möbelklassiker: USM Haller.
Wo früher Eisenbahnwagen gewartet wurden, wird heute Gin destilliert, Kaffee geröstet und Seife hergestellt. Die ehemaligen Werkstätten der Schweizerischen Bundesbahnen in Zürich-Altstetten befinden sich seit einigen Jahren im Wandel. Unter dem Namen Werkstadt Zürich entwickelt die SBB das Areal zu einem Standort für urbane Produktion, Gewerbe und Freizeit. Eine Schlüsselrolle spielt das denkmalgeschützte Gebäude Q von 1911. Bei seiner Sanierung wurde möglichst viel historische Substanz erhalten, während neue Einbauten die große Halle für unterschiedliche Betriebe nutzbar machen.
Seit 2023 gehört auch Deux Frères zu dieser neuen Produktionslandschaft. Hinter der Marke stehen die Brüder Gian und Florian Grundböck, die 2016 einen selbst entwickelten Gin auf den Markt brachten. Inzwischen umfasst das Sortiment unter anderem Wermut, Wein und alkoholfreie Getränke. Dazu kommen Gläser und sogar ein Raumduft. Ihr Selbstverständnis ist entsprechend weiter gefasst: „Heute ist Deux Frères für uns ein Produzent von gutem Geschmack“, sagen sie.
Vom Produktionsort zum Markenraum
In Zürich-Altstetten bekommt dieser Anspruch auch einen eigenen Raum: Direkt neben der Destillerie liegt der sogenannte Flavour Room, der Verkostungsraum, Bar, Veranstaltungsort und Besprechungszimmer zugleich ist. Große Bogenfenster, hohe Decken und die industrielle Vergangenheit des Gebäudes bilden den Rahmen. Die Atmosphäre der alten Hallen erinnert die Brüder an New York und war für sie ein Grund, hierherzuziehen. Die Nähe von Herstellung und Aufenthalt ist dabei Programm. „Wir sind überzeugt, dass man ein Produkt anders erlebt und genießt, wenn man auch die Produktion und das Handwerk dahinter sehen kann“, erklären die Brüder. Produktion, Verkostung und Markenerlebnis sollen eine Einheit bilden.
Damit folgt Deux Frères einer Entwicklung, die sich in der Getränkeindustrie seit einiger Zeit beobachten lässt. Produktionsstätten werden zunehmend auch zu Markenräumen. Vor allem Destillerien verbinden Herstellung mit Verkostung, Gastronomie oder Veranstaltungen. Für solche Orte hat sich der Begriff „Brand Home“ etabliert. Bei Deux Frères bleibt diese räumliche Markeninszenierung vergleichsweise beiläufig: Destillerie und Flavour Room liegen Tür an Tür in einer ehemaligen Bahnwerkstatt.
Bühne statt Spektakel
Wie aber lässt sich Geschmack überhaupt in einen Raum übersetzen? Deux Frères beantwortet diese Frage nicht mit einer möglichst auffälligen Erlebniswelt. Im Gegenteil. Die Gestaltung hält sich bewusst zurück. „Unsere Räume sollen das Erlebnis ergänzen und unterstützen, aber nicht davon ablenken“, sagen Gian und Florian Grundböck. Entscheidend sei eine Atmosphäre, in der sich Besucher*innen auf Geschmack, Produkt und Moment konzentrieren können.
Auch die Einrichtung übernimmt mehrere Aufgaben zugleich. Deux Frères setzt dafür vor allem auf USM Haller. Das modulare Möbelsystem kommt hier allerdings nicht als klassisches Büroregal oder Sideboard zum Einsatz. Eine zweiteilige Konfiguration mit verspiegeltem Glas lässt sich als Stauraum oder zusammengeschoben als Bartrolley einsetzen. In der Destillerie dient ein weiterer mobiler USM Trolley als Arbeitsmöbel, etwa beim Etikettieren der Flaschen.
Am stärksten prägt jedoch ein fast vier Meter hohes USM Regal den Flavour Room. Zwischen seinen verspiegelten Flächen werden Gin, Wein, Wermut und weitere Produkte präsentiert. Die Spiegel reagieren auf eine ebenfalls verspiegelte Stütze im Raum, vervielfachen die Ansichten und lassen den Raum größer erscheinen. Für Gian Grundböck erzeugt das Möbel dadurch zugleich einen gewissen „Bar-Vibe“. Ausstellung, Stauraum und atmosphärisches Element fallen in einem Objekt zusammen.
Ein System ohne feste Rolle
Gerade diese Offenheit ist für Deux Frères entscheidend. Aus einer Gin-Marke wurde ein Anbieter von Wein und Wermut, alkoholfreien Getränken und Raumduft. Ähnlich selbstverständlich wechseln die USM-Elemente ihre Funktionen. „Wir wollen uns nicht von Normen oder vermeintlichen Grenzen einengen lassen“, sagen die Brüder. USM Haller passe zu diesem Ansatz, weil sich das System immer wieder neu konfigurieren und anders nutzen lasse. Dabei geht es ihnen nicht allein um Flexibilität. Ihr erstes USM-Möbel, ein mindestens 30 Jahre altes Stück, steht in ihrem Büro. Die Langlebigkeit des Systems entspricht einem Anspruch, den Deux Frères auch an die eigenen Produkte stellt.
Deutlich wird das an der eigens entwickelten Ginflasche. Sie soll nach dem Austrinken nicht zwangsläufig im Altglas landen, sondern weiterverwendet werden können. Gestaltung wird damit weniger als saisonales Erscheinungsbild verstanden, sondern als etwas, das Bestand haben soll. Auch die Marke selbst soll nach Vorstellung der Brüder einmal zu einem „zeitlosen Klassiker“ werden.
Zeitlos durch Veränderung
Stillstand bedeutet das allerdings nicht. Gerade in diesem vermeintlichen Widerspruch sehen die Brüder eine Voraussetzung für Langlebigkeit. Während sich die Ästhetik ihrer Produkte über die Jahre nur behutsam verändert habe, sei hinter den Kulissen viel passiert. Deux Frères hat eine eigene Destillerie aufgebaut, betreibt sie mit Solarenergie und verwendet nach eigenen Angaben recyceltes Glas.
Auch ihren Flavour Room verstehen Gian und Florian Grundböck als einen Ort der noch nicht fertig ist. „Räume mit einer starken Ausstrahlung brauchen Zeit“, sagen sie. Wohin sich der Raum entwickelt, wollen sie deshalb nicht vollständig vorwegnehmen. Er soll sich gemeinsam mit Deux Frères verändern und neue Nutzungen aufnehmen können.
Vielleicht liegt darin gerade die Besonderheit des Orts: Der Flavour Room verbindet Marke, Raum und Möblierung, ohne eines dieser Elemente auf eine einzige Funktion festzulegen. Aus einer Destillerie wird ein Treffpunkt, aus einem Regal eine Bar und aus einer Gin-Marke ein „Produzent von gutem Geschmack“.
USM
Das 1885 gegründete Familienunternehmen USM wird heute von der vierten Generation geleitet. Als Synonym für zeitloses, anpassungsfähiges Design steht USM für verlässlichste Qualität und Präzision. Flexibilität, Langlebigkeit und demzufolge auch Nachhaltigkeit sind die Grundwerte der Marke.
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