Kaffeepause auf Finnisch
Ein 20-Quadratmeter-Café in Helsinki von Anastasiia Korpaleva
In Helsinki gestaltete Anastasiia Korpaleva einen Coffeeshop auf nur 20 Quadratmetern. Das Suna Café ist ein präzise organisierter Raum zwischen Aufenthaltsort und Verkaufsfläche. Farben, Texturen und gezielte Eingriffe strukturieren das Interieur und schaffen eine gemütliche Atmosphäre.
Finnland zählt zu den Ländern mit dem höchsten Kaffeekonsum weltweit – nicht zuletzt, weil mehrere Kaffeepausen, „Kahvitauko“ genannt, ganz selbstverständlich zum Alltag gehören. Cafés sind entsprechend fest im täglichen Leben verankert. Als soziale Treffpunkte, aber auch als Rückzugsorte, die gerade im Winter Schutz vor Kälte und Dunkelheit bieten. Oft übernehmen sie die Rolle eines zweiten Wohnzimmers. Daher sind sie entspannt, gemütlich und mit viel Gespür für Atmosphäre gestaltet.
In diesem Kontext entwarf die Designerin Anastasiia Korpaleva in Helsinki das Suna Café, das als Aufenthaltsort und Verkaufsfläche für die hauseigenen Bohnen dient. Der Raum richtet sich gleichermaßen an einzelne Gäste wie an kleine Gruppen und setzt auf eine offene und designaffine Einrichtung. Die Herausforderung lag in der Fläche: Gerade einmal 20 Quadratmeter standen inklusive Waschraum für das Projekt zur Verfügung. Der Entwurf musste also sehr präzise auf kleinstem Raum funktionieren.
Akzente im Weißraum
An den Wänden wurden Bänke installiert. Gegenüber des Barista-Tresens stehen drei runde Bistrotische für bis zu sechs Gäste. Daneben empfängt ein großer Glastisch Gruppen von bis zu vier Personen. Korpaleva hat den Raum mit seinen Gewölbedecken wie einen White Cube behandelt und ihn zunächst konsequent weiß grundiert. Anschließend zogen Farben und Texturen ein, die den Raum nun zonieren und Funktionsbereiche kennzeichnen. Am prominentesten ist die Bar, verkleidet mit markanten blau-schwarzen Fliesen, die aus der Palet-Serie von Studio GdB stammen. Wärmere Akzente setzen die karamellfarbenen Möbeltextilien auf den Bänken, der mit kupferfarbenen Polycarbonat-Ketten verhängte Durchgang zu den Waschräumen sowie die dunkelbraunen Holzstühle Rey von Hay.
Muster, Farben, Raster
Die wenigen Elemente des Interieurs erzeugen jeweils eigene Stimmungen – durch Texturen, Materialien oder Formen. Die Wandfliesen von Mutina sorgen für ein klares Raster, der Heizkörper von Tubes wirkt wie eine architektonische Skulptur und das Frontfenster wurde durch Glasbausteine ersetzt. So hat Korpaleva einen intimen Raum geschaffen, der sich dem urbanen Standort entzieht, eine zurückhaltende Atmosphäre erzeugt und zugleich maximale Funktionalität bietet.
FOTOGRAFIE Anastasiia Korpaleva
Anastasiia Korpaleva
Mehr Projekte
Vereinte Dualität
Hotel Hans in Kopenhagen von Norrøn Architects
Aus finnischen Wäldern
Nachhaltiges Gebäude in Massivholzbauweise von Anttinen Oiva Architects in Helsinki
Das Haus als Feldsteinhaufen
Regenerative Architektur in Brandenburg von undjurekbrüggen
Ein mexikanisches Esszimmer
Atelier Raumfragen gestaltet das Restaurant Comedor in Berlin
Out of the Blu(e)
Interiordesign von KIDZ Studio für eine Pizzeria in Abu Dhabi
Behutsam weitergedacht
OUI verwandelt ein Pariser Lederwarengeschäft in das Café CULT
Grüner Wirbel
Matcha-Café Niko Neko von Spacemen Studio in Kuala Lumpur
Regionale Rezeptur
Umbau eines französischen Weinguts von Studio Mumbai und Studio Méditerranée
Tradition, neu interpretiert
Modernes Raumkonzept für Pfaffenhofens letzte Brauerei
Burgerbude de luxe
Stilvolle Fast-Food-Restaurants rund um den Globus
Glut und Grandezza
Rockwell Group gestaltet ein neues Steakhaus in New York
Hochburg der Gestaltung
Space Copenhagen modernisiert das Schweizer Restaurant und Hotel Schloss Schauenstein
Klare Kante
Weinbar Ernst Cave von Salem Charabi in Berlin
Revival mit Grandezza
Café Vertigo im Amsterdamer Vondelpark von Studio Modijefsky
Architektur zum Anbeissen
MoDusArchitects verwandeln das Loacker-Flaggschiff in Heinfels in eine räumliche Erlebniswelt
Transparenter Lückenfüller
OPA gestaltet das Restaurant Plumbago in Mexiko-Stadt
Gestalten im Dreieck
Multifunktionale Section80 Bar in Mailand von Studio Wok
Kraftwerk als Kulturstätte
Live-Club Barbastelle von Arnold / Werner in München
Blickfang Manhattan
Holloway Li gestalten Private-Member-Club in New York City
Café im Palazzo
Wie AMAA mit dem Caffè Nazionale den Charme des Unvollendeten feiert
Basler Bankgeheimnis
Herzog & de Meuron erfinden das Grand Hotel Les Trois Rois neu
Urbaner Abschlag
Industriell geprägter Indoor-Golfplatz Muni in Montreal von Ivy Studio
Geschichtsträchtige Oase
Parkhotel Mondschein mit Bar und Restaurant Luna in Bozen von Biquadra
Ästhetische Präzision
Restaurant Kramer in Berlin-Neukölln von Thilo Reich
Aalto forever
Fyra gestaltet den Besucherbereich der Finlandia-Halle von Alvar Aalto in Helsinki neu
Handwerk statt Hektik
Das Designstudio loeserbettels gestaltet die Nomad Bakery in Chemnitz
Genuss unter Freunden
Restaurant Ninyas in Mexiko-Stadt von Ignacio Urquiza Arquitectos
Ein Eiscafé wie ein Dessert
Das Affogato von kaviar:collaborative in Mumbai
Feuer und Fermentation
Koreanisches Restaurant Odem in Singapur von Nice Projects
Alternative zum Büro
Kafeterija in Belgrad von KIDZ