Ungewohnte Perspektiven
Wohnungsumbau mit flexiblem Grundriss von BA-RRO in Madrid
Mit dem Projekt „BV9“ denkt das Architekturbüro BA-RRO den konventionellen Grundriss einer Wohnung in Madrid neu. Durch gezielte Öffnungen und diagonale Eingriffe entstehen flexible Räume, die sich der jeweiligen Wohnsituation anpassen.
Renovieren bedeutet nicht nur, etwas zu korrigieren – davon sind die Architekt*innen von BA-RRO überzeugt. Stattdessen sollten Entdeckungen gemacht, Gewissheiten hinterfragt und neue Formen des Wohnens vorgeschlagen und ausprobiert werden. Dieser gestalterische Ansatz findet sich auch in einem Projekt in Madrid wieder. BV9 ist eine 160 Quadratmeter große Wohnung mit Wohnzimmer, Küche, vier Schlafzimmern, drei Bädern und einem Gäste-WC.
Die Diagonale im Grundriss
Statt ursprünglich nebeneinander aufgereihter Räume schaffen Diagonalen in Form von Wänden und Schiebetüren einen dynamischen Grundriss, der sich jederzeit ändern und den Bedürfnissen der Bewohner*innen anpassen kann. Wege werden gelenkt, Achsen verschoben und so die ursprüngliche Starrheit des Layouts aufgebrochen. Die neu geschaffene, auf den ersten Blick ungewöhnliche Raumsituation wird durch Farben und Materialien unterstrichen, die ebenfalls ziemlich extravagant sind. Maßgefertigte Einbauten in Form von Regalen, geschlossenen Schränken und Nischen ergänzen das Interior, ebenso wie eine verspiegelte Säule im Wohnraum, die zusätzliche ungewohnte Perspektiven schafft.
Subtile Farb- und Materialwahl
Die Farbpalette ist subtil gehalten, wobei eines der Schlafzimmer besonders auffällt. Es ist samt Wänden, Decken und Einbaumöbeln komplett in Rosarot getaucht. Ansonsten herrschen im Apartment gedeckte Weiß- und Beigetöne vor, die in einem der Badezimmer um hellorange Fliesen ergänzt wurden. Dazu kombinierten die Architekt*innen elegantes dunkles Holz für Schiebetüren und maßgefertigte Möbel wie das beigebraun gepolsterte Sofa im Wohnzimmer, das nahtlos in einen flachen Couchtisch übergeht. Die warme Anmutung des Holzes wird aufgebrochen durch Elemente aus Edelstahl wie ein fragiles Regal, das einen skulpturalen Touch ins Interior bringt. Wenige lose Möbel, Leuchten wie die Akari 1A von Isamu Noguchi und ein Vintage-Orientteppich ergänzen das klar gestaltete Ensemble.
Zeitgemäßes Verständnis von Wohnen
Die Neuordnung des Raumprogramms verzichtet darauf, einen Open Space zu schaffen. Stattdessen ermöglichen die verschiebbaren Elemente flexible Übergänge, die eher als Schwellen denn als Barrieren wirken. Dadurch entsteht ein dynamischer Grundriss, bei dem die Räume unterschiedlich genutzt werden können. Dieses gestalterische Konzept setzt ein zeitgemäßes Verständnis von Wohnen um, das sich an sich verändernden Haushaltsstrukturen und Alltagsabläufen orientiert.
FOTOGRAFIE Simone Marcolin Simone Marcolin
| Projektname | BV9 |
| Entwurf | BA-RRO |
| Typologie | Umbau |
| Standort | Madrid |
| Fläche | 160 Quadratmeter |
| Fertigstellung | 2025 |
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