Entschleunigt im Olivenhain
Ferienhaus mit Pool von SOLUM in Apulien
Mit einem strahlend weißen Anstrich verwandelte das Team von SOLUM eine apulische Scheune in ein modernes Ferienhaus. Pool und Anbau nehmen die Form der gewölbten Decken des Bestands auf und fügen sich behutsam in den von Oliven- und Zitrusbäumen geprägten Landschaftsraum ein.
Eine „Lamia“ bezeichnet im ländlichen Apulien ein typisches Steinhaus mit gewölbten Decken, in dem die Ernte gelagert wird. Ein solch schlichter Bau aus Trockenmauern bildete den Ausgangspunkt für das gleichnamige Ferienhaus von SOLUM auf dem Land nahe Ostuni. Die Architekt*innen aus Mailand ergänzten den Bestand um einen Pool sowie einen Neubau mit drei identischen Suiten, während Studio Paz den Garten inmitten eines Zitrus- und Olivenhains mit regionalen, dem Klima angepassten Pflanzen gestaltete.
Authentischer Empfang
Beim Ankommen empfängt der Bestandsbau Besucher*innen als ein authentisches Statement. Die ursprüngliche Textur der Wände ist unter dem neuen weißen Anstrich nach wie vor sichtbar, das Tonnengewölbe charakteristisch für den apulischen Baustil. Es erinnert an die Deckenform der „Trulli“, jener in der Region verbreiteten Rundbauten mit kegelförmigen Dächern. In fließender Raumabfolge gehen Küche und Wohnzimmer ineinander über. Farblich gibt die Natur den Ton an. Holz und Textilien passen zur kargen Landschaft. Die grün geflieste Kücheninsel holt die Olivenbäume farblich nach innen.
Unter freiem Himmel
Bei der Platzierung des Neubaus orientierten sich die Planer*innen an der geradlinigen Gliederung der Olivenplantage. Der Baukörper folgt dem vorgegebenen Raster. Er wurde parallel zum Pool positioniert und senkrecht zu einer halbhohen Zwischenwand mit schattenspendender Pergola und gemauerter Bank. Auf diese Weise ist ein Hof entstanden, der den Gästen Privatsphäre garantiert. Dort spielt sich das Leben an langen Sommertagen ab.
Dem Klima entsprechend
Im Anbau sind drei Zimmer, jeweils mit eigenem Bad, nebeneinander angeordnet. Während der schlichte Bau mit Dachterrasse auf gewölbte Decken verzichtet, finden sich die Rundungen in den Wänden wieder. Gemauerte Gitterstrukturen stellen eine Verbindung nach außen her und schützen dennoch vor der Hitze. Bewusst verzichtete das Team von SOLUM auf große Fensterfronten. Die dicken Mauern halten die Räume kühl, sodass eine Klimaanlage kaum nötig ist.
Die Kombination aus Geschichte, lokaler Verankerung und modernen Impulsen macht das Ferienhaus Lamia zu einem Ort der Entspannung. Die äußeren Reize beschränken sich auf den Blick in die Natur und die wiederkehrenden Pflanzmuster der Plantage verstärken den Eindruck der Ruhe.
FOTOGRAFIE Nicolò Panzeri Nicolò Panzeri
| Projektname | Lamia |
| Entwurf | SOLUM studio |
| Team | Mattia Agates, Lorenzo Campagna, Filippo Gismondi, Alessandro Loda |
| Mitarbeitende | Gian Mario Vecchiato, Giulia Grifoni |
| Landschaftsplanung | Studio Paz |
| Fertigstellung | 2024 |
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