Projekte

Design what matters

Büroräume in München vom Architekturbüro VON M

von Esther Blau, 11.11.2019

Ideen fallen nicht vom Himmel. Häufig entstehen sie im stillen Kämmerlein, doch ihre Umsetzung nimmt erst im Teamaustausch Gestalt an. Projekte durchlaufen diverse Stadien, die auf unterschiedliche Weise bearbeitet werden. Das Architekturbüro VON M setzt den Gedanken verschiedener Arbeitsweisen in den Agenturräumen von Designit um. Das Resultat ist ein Bürokonzept, das individuelle Praktiken und Raumbedürfnisse berücksichtigt und dabei flexibel reagieren kann.

Der vorhandene leicht L-förmig geschnittene Grundriss der neuen Münchner Niederlassung der dänischen Agentur Designit bot sich für eine Aufteilung in zwei Bereiche an: einen großzügigen Empfang am Eingang und ein offenes Loft als Bürofläche. Die Baustruktur des 894 Quadratmeter großen Raums besteht aus Beton einschließlich der Kassettendecken. Das Stuttgarter Architekturbüro VON M setzte ihr einen warmen Holzfußboden entgegen und wählte für die Inneneinrichtung natürliche warme Materialien und Farben.

Human-shaped World
Am Eingang empfangen die Kunden zwei leuchtend gelbe Tresen. An der Wand hängt ein schwarzes, gerahmtes Plakat, auf dem in weißer Schrift der Slogan von Designit zu lesen ist: „Design what matters“. Die Vision der Agentur ist eine „human-shaped World“ zu gestalten, in der die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen im Fokus stehen – und dieser Ansatz sollte sich auch in den neuen Firmenräumen widerspiegeln.

Adaptive Space
Im vorderen Bereich befindet sich ein großer flexibel nutzbarer Gemeinschaftsraum, der sowohl für Pausen als auch für Vorträge, Workshops oder Büroessen genutzt und durch graue Vorhänge vom Eingang separiert werden kann. Daneben wurden Küche und Kaffeenische sowie große und kleine Meetingräume untergebracht, die mal klassisch mit Besprechungstischen und -stühlen, mal legere mit Sofas eingerichtet sind.

Austausch und Rückzug
Der hintere, längliche Bereich des Büros ist in drei nebeneinander liegende Zonen unterteilt. An den beiden außenliegenden wurden versetzt Projekträume angeordnet, die partiell mithilfe von beweglichen Trennwänden miteinander verbunden werden können. Ein Projektraum ist explizit für die Präsentation von Virtual und Augmented Reality-Projekten konzipiert, zwei sogenannte Call Rooms bieten Abgeschiedenheit und das nötige Equipment für Videoanrufe.

In der mittleren Zone befinden sich an beiden Enden zwei große Arbeitstische die von Holzboxen voneinander getrennt sind. In diese sind sogenannte Cosy Niches und Escape Rooms als Entspannungsorte für zwischendurch untergebracht. Insgesamt arrangieren sich 44 flexible Arbeitsplätze in Bereichen unterschiedlicher Qualitäten, wie Gemeinschaftsbereiche für den Austausch oder Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten.

Multifunktionale Einrichtung
Das offene Raumkonzept und die Verwendung großer Glasflächen stehen für die Transparenz in der Arbeitsweise des Unternehmens. Wie im Eingangsbereich sorgen in den Projekt- und Meetingräumen bei Bedarf Vorhänge für Abschirmung. Ein Gestaltungselement zieht sich durch das gesamte Büro: Wandpaneele aus lasiertem Birkenholz, die durchgängig und raumakustisch wirksam sind. Die Paneele dienen ebenso als Präsentationsfläche, an ihnen können eigens für sie angefertigte Regale, Pins oder Aufhänger angebracht werden.

Dezente Kulisse mit Farbtupfen
Die Arbeitsbereiche sind in einem monochrom grauen Hintergrund gehalten, auf denen die farbigen Präsentationen der Agenturprojekte gut zur Geltung kommen. Akzente in Gelb finden sich am Empfang und in den Besprechungsräumen in Wandfarben, Vorhängen, Teppichen und lackierten Lampenschirmen wieder. Die Farbe passt zum Unternehmensimage, denn Gelb und ein auf dem Bauch liegendes D bilden das Agenturlogo. Die Verwendung natürlicher Materialien wie Holz, Bast, Kork auf Fußböden, Wänden und Wollfilz beim Mobiliar oder Teppichen unterstützen ein warmes Raumgefühl. Das Büro der Agentur ermöglicht ein Nebeneinander von Räumen für konzentrierte Tätigkeiten als auch Bereiche für Kollaboration – Projektarbeit braucht beides.

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