Projekte

Drei Scheiben für Düsseldorf

Umbau der drei Ausrufezeichen des Wirtschaftswunders durch HPP

11.11.2018

„In Stahl und Glas werden die Ausrufezeichen des Wirtschaftswunders an der südlichen Pforte des Ruhrgebiets errichtet“, schrieb die Süddeutsche Zeitung am 1. August 1958. Knapp 60 Jahre später ist das bedeutende Hochhaus von HPP in Düsseldorf saniert, umgebaut und smart aufgerüstet worden.

26 Etagen Stahlskelettbau und eine Vorhangfassade aus Edelstahl, Glas und Aluminium: Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg haben Ende der Fünfzigerjahre unter Mitarbeit der damals noch jungen Architekten Fritz Eller, Erich Moser, Robert Walter für den Thyssen-Krupp-Konzern ein Bürohochhaus entworfen, das mit dem Pirelli-Hochhaus in Mailand für viele internationale Hochhausbauten zum Vorbild werden sollte. Seine Bezeichnung verdankt das Dreischeibenhaus der Gliederung in drei gegeneinander versetzte schmale Scheiben, von denen die mittlere mit 96 Metern die höchste ist. 1988 unter Denkmalschutz gestellt, gilt das Dreischeibenhaus in Düsseldorf als Wahrzeichen. Das Projekt verkörpert die Zukunftsvision der Nachkriegsmoderne und gilt als Ikone des deutschen Wirtschaftswunders. 

Mit dem Verkauf 2011 beginnt eine neue Phase für das Dreischeibenhaus: Der neue Eigentümer, die Momeni Projektentwicklung GmbH, plant eine umfangreiche Sanierung und Modernisierung. Dass mit den Maßnahmen zur energetischen und brandschutztechnischen Modernisierung und dem Umbau der Büroetagen 2012 das Düsseldorfer Architekturbüro HPP Hentrich-Petschnigg & Partner beauftragt wurde, erweist sich als kluge Entscheidung – das Hochhaus bleibt in den gleichen Händen. Die Modernisierung des Dreischeibenhochhauses wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die Architekten gehen behutsam vor. In den neu gestalteten Innenräumen wird die Eleganz der späten Fünfzigerjahre aufgegriffen und mit zeitgemäßen Materialien und Elementen neu interpretiert. Dazu passt auch die KNX-Gebäudesystemtechnik von Jung, mit der sich die Raumfunktionen in den einzelnen Büros von zentraler Stelle aus regeln lassen. Da die KNX Kompakt-Raumcontrollern direkt neben den Türen an der Stelle des Lichtschalters installiert sind, können die gewohnten Handgriffe beim Betreten eines Raumes übertragen werden. Gesteuert werden mit den kompakten Raumbediengeräten im Schalterdesign der Sonnenschutz sowie Heizung/Kühlung und Lüftung.

Neben der Technik spielt auch die Gestaltung bei einem solchen Modernisierungsprojekt eine entscheidende Rolle. HPP Architekten, mit denen JUNG seit vielen Jahren äußert erfolgreich zusammenarbeitet, sprechen in Bezug auf ihr Konzept von „materialgerechter Stahl-Glas-Ästhetik in zeitloser Eleganz“. Bei der gesamten sichtbaren Elektroinstallation kommt der Jung Schalterklassiker LS 990 in der Metallausführung aus echtem Aluminium zum Einsatz. Und so stimmt im Dreischeibenhochhaus alles bis ins letzte Detail – 2015 wurde das Dreischeibenhaus in der Kategorie „Best Refurbishment“ mit dem MIPIM Award ausgezeichnet.

Links

Dreischeibenhaus

dreischeibenhaus.de

Projektarchitekten

HPP Architekten

www.hpp.com

Fotograf

Henrik Schipper

www.henrikschipper.de

Mehr Projekte

Fenster zur Welt

Villa Bloch in Poitiers von Nicolas Dorval-Bory Architectes

Australisches Strandhaus

Anbau in Fremantle von David Barr Architects

Sinnlicher Brutalismus

Neubau von Studio Rick Joy in Mexiko-Stadt

Jenseits der Norm

XYZ Lounge von Künstler und Architekt Didier Fiúza Faustino in Gent

Nuancen der Durchlässigkeit

Die Boutique des jungen Modelabels Geijoeng in Shenzhen

Geometry of Light

Luftwerk beleuchtet das Farnsworth House als Kunstwerk

Galaktisches Dinner

Inneneinrichtung für ein Restaurant in Mexiko-Stadt

Light Falls

Flow Architecture und Magrits in einem Londoner Reihenhaus

Architektur der Schwerelosigkeit

Ein Münchner Dachausbau von Pool Leber Architekten

Formen des Lichts

Einfamilienhaus in Melbourne von Layan

In perfektem Licht

Das dänische Skou-Institut für Biomedizin von Cubo

Theaterhimmel

Lichtinstallation von Ingo Maurer im Münchner Residenztheater

Provisorium von Dauer

Neue MCM-Boutique in München von Gonzalez Haase AAS

Licht macht Raum

Xu Tiantian entwirft einen Leuchtenhybriden für den Arbeitsplatz

Raumspirale für Wissensdurstige

Durch Licht in Szene gesetzt: der Erweiterungsbau des Science Centers experimenta in Heilbronn von Sauerbruch Hutton.

Irisierende Lichtspielgarage

Moskaus temporäre Kino-Pyramide von Syndicate Architects.

Versteckt zwischen Meer und Sand

In eine Düne eingegraben: das UCCA Dune Art Museum von Open Architecture.

Meditativer Lückenfüller

Miniwohnhaus von Takeshi Hosaka in Tokio

Unbekanntes Raumobjekt

Kein Perpetuum Mobile, aber ein beweglicher Eyecatcher: Ingo Maurers mobiles Pendel-Ei.

Der Sonne entgegen

Immer in Bewegung: Robert Koniecznys Quadrant House.

Gezeichnete Lichtarchitektur

Dialog zwischen Realität und Vergangenheit: Alberto Caiolas Dachterrassenbar Nyx in Shanghai.

Eine Bühne für Blumen

Der beste Blumenladen der Welt.

Shoppen in der Unterwelt

Ein Shop auf den Spuren einer geheimnisvollen Lichthöhle.

Lineare Lichteleganz: Lernen im vertikalen Campus

Lernen im vertikalen Campus: die neue FHNW Muttenz von pool Architekten.

Kristallbrunnen statt Gelbwesten

Brunnenlandschaft von Ronan und Erwan Bouroullec in Paris.

Rhythmische Eleganz in Hainan

Schöne Grauzone: Projekt Rhythm von Wei Yi International Design Associates.

Wege des Lichts: Apartment in Den Haag

Ein Apartment mit unkonventionellen Winkeln und Durchsichten von Ana Rocha.

Minimal Rustikal: La Maison Gauthier

In diesem kanadischen Haus von Atelier Barda ist Minimalismus das Leitmotiv.

Schauspielschule Ernst Busch: Grosses Theater

So wie Schauspieler improvisieren müssen, geht es auch der Baukunst.

Balenciaga zeigt Balance in Paris

Dieses Retailkonzept von Gonzalez Haase AAS und Demna Gvasalia erzeugt eine anonyme Ästhetik.