Glashaus mit vielen Gesichtern
Kresta Garden House von Lucas y Hernández-Gil bei Madrid
In der Nähe von Madrid passten die Architekt*innen von Lucas y Hernández-Gil und Kresta Design ein Fertiggewächshaus den Bedürfnissen der Bauherrschaft an und entwickelten daraus einen flexibel nutzbaren Gartenpavillon. So entstand ein vielseitiger Rückzugsort für Menschen und Pflanzen.
Als Teil eines ehemaligen Hotels ist die Natur für die Casamontesa von jeher ein wichtiger Bezugspunkt. Der Bungalow aus den Siebzigerjahren liegt am Stausee von San Juan in der Nähe von Madrid. Ein junges Paar aus der spanischen Hauptstadt ließ ihn nach seinen Vorstellungen von dem Architekturstudio Lucas y Hernández-Gil – zusammen mit dem Büro Kresta Design – renovieren und als naturnahen Rückzugsort abseits des städtischen Alltags herrichten. Das Interior nimmt subtil Bezug auf seine Entstehungszeit. So arbeitete das Planungsteam zum Beispiel in der Küche mit kontrastierenden Materialien wie Marmor und Fliesen. Große Fenster bieten einen Ausblick ins Grüne.
Flexibler Rückzug
Diesen Faden nahmen die Planer*innen auf, als sich die Auftraggeber*innen eine bauliche Ergänzung zu ihrem Bungalow wünschten. Sie errichteten im Garten ein „Poolhaus plus“ als zusätzlichen Rückzugsort. Samt überdachter Terrasse dient das Kresta Garden House als Büro, Fitnessraum, Werkstatt, Wohnzimmer, Gäste- und Gewächshaus – nicht immer im selben Moment, aber flexibel nutzbar je nach Situation, Tages- und Jahreszeit. Menschen und Vegetation teilen sich die Fläche: Wohnraum und Terrasse gehen fließend in Beete über, in denen Pflanzen im Schatten des auskragenden Satteldachs gedeihen.
Flexibilität als Leitthema
Von außen wirkt der Bau neben dem Pool in seiner schlichten Glas-Stahl-Konstruktion vor allem funktional – und das kommt nicht von ungefähr. Denn die Architekt*innen haben für das Kresta Garden House ein Fertiggewächshaus modifiziert und an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Flexibilität war ein Leitthema des Entwurfs. Das zeigt sich bei der mobilen Schlafkapsel im Stil von Shigeru Ban, die sich verschieben und variabel im Raum positionieren lässt. Hinter ihrem Vorhang versteckt sich ein Bett. Eine gelbe Metalltreppe, die an eine Schwimmbadleiter erinnert, führt auf das Dach, das zum Schlafen unter dem Sternenhimmel einlädt. Ebenfalls auf Rollen ruht der große Arbeitstisch, der im gleichen Gelb wie die Bettleiter gehalten ist. Metallregale schaffen Stauraum für Polsterauflagen, Werkzeug oder den Gartenschlauch – all das, was für eine gelungene Freiluftsaison benötigt wird.
Licht und Schatten
Über Thermovorhänge und Schiebetüren aus Glas lassen sich Lichteinfall und Temperatur regulieren. Darüber hinaus verfügt das Kresta Garden House über ein automatisches Verschattungs- und Belüftungssystem und sorgt so für ein angenehmes Klima zu jeder Jahreszeit. Holzjalousien sowie ein Viroc-Bodenbelag unterstreichen den natürlichen Charakter des Raums.
Mit minimalen Mitteln gelang den Architekt*innen eine stimmige Ergänzung zum Haupthaus. Das Kresta Garden House führt die gestalterischen Prinzipien der Casamontesa fort und ergänzt sie auf funktionale und verspielte Weise.
FOTOGRAFIE José Hevia José Hevia
| Projektname | Kresta Garden House |
| Entwurf | Lucas y Hernández-Gil / Kresta Design |
| Team | Sara Urriza Nolan, Lucía Balboa Domínguez, Ana Heredero, Javier Romero |
| Ort | San Juan, Spanien |
| Fertigstellung | 2023 |
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