Projekte

Homeoffice im Baumhaus

Nachhaltiger Anbau von Alexander Symes in Australien

Als Gästezimmer und Home­of­fice ließ sich eine junge Familie von dem Architekten Alexander Symes ein Passivhaus unter die Krone eines Pepper Trees bauen. Den Platz auf dem abschüssigen Grundstück südlich von Sydney nutzt das Gebäude optimal aus. Natürliche Materialien lassen das Haus mit seiner Umgebung verschmelzen.

von Judith Jenner, 14.11.2022

Mehr Platz. Für viele Bauherr*innen ist der Wunsch nach zusätzlichem Raum das zentrale Thema, wenn sie sich für einen Aus- oder Umbau entscheiden. So ging es auch den Auftraggeber*innen bei Alexander Symes’ Projekt Pepper Tree Passive House. Für seine selbständige Tätigkeit benötigte der Kunde ein Homeoffice. Eine Schlafgelegenheit für Gäste sollte ebenfalls neu entstehen. Das steil abfallende Grundstück reichte dafür eigentlich nicht aus. Der Architekt löste das Problem durch einen Pfahlbau, den er mit einem V-förmigen Grundriss um einen 60 Jahre alten Pfefferbaum herum plante.

Geringer Energieverbrauch
Es war ein zentrales Anliegen der Eigentümer*innen, den Anbau günstig und so wenig energieintensiv wie möglich zu halten. Der Architekt Alexander Symes baute das Zweithaus daher komplett nach internationalem Passivhausstandard. Zusammen mit der Photovoltaikanlage ermöglicht es diese Bauweise, den Gesamtenergieverbrauch gegenüber einem konventionellen Haus um 86 Prozent zu senken. Viele der verwendeten Materialien wurden zudem recycelt.

Eins mit der Natur
Die beiden auskragenden Flügel verfügen über begrünte Dächer mit einheimischen australischen Pflanzen, die das Gebäude in die Landschaft einbinden. Sowohl innen als auch außen ist Holz das vorherrschende Material. Während für Wände und Decken in den Räumen unter anderem günstige Spanplatten zum Einsatz kamen, ist die Fassade teilweise mit der japanischen „Yakisugi“- oder „Shou Sugi Ban“-Methode bearbeitet. Dabei wird Holz durch Verkohlen konserviert und widerstandsfähiger gegen Insekten, Fäulnis, aber auch Brandschäden. Die zwischen den Gebäudeteilen befindliche Terrasse ist nicht nur ein angenehmer Aufenthaltsort im Schatten des Pfefferbaums. Sie dient auch als akustischer und optischer Puffer zur Straße. Die Bewohner*innen haben von dort aus einen direkten Blick auf den Mount Kembla, um den sich viele Legenden der australischen Ureinwohner*innen ranken.

Offene Raumabfolge
Zugänglich ist der Neubau über eine bereits existierende Terrasse, die das Pepper Tree Passive House vom Hauptwohnsitz der Familie verbindet. Innen reihen sich in einem offenen Grundriss Küche, Wohn- und Arbeitszimmer, Schlafraum und Bad aneinander. Durch Fenster und Türen werden die Innenräume mit der Terrasse und der Umgebung in Beziehung gesetzt. Die überkragende Umrahmung des Küchenfensters schafft zugleich eine Verbindung zur Natur und ein Gefühl der Geborgenheit. Küche, Regale und Wandschränke aus beschichtetem Holz lassen die Räume wie aus einem Guss erscheinen.

Das Projekt hat dem Grundstück die dringend benötigte Nutzfläche hinzugefügt, ohne es zu überbauen oder die Verbindung zur Natur zu opfern. Durch den Passivhausstandard und die recycelten Baumaterialien ist es gelungen, die Kosten sowohl für seine Errichtung als auch für den Betrieb niedrig zu halten.

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Projektinfos
Projektname Pepper Tree Passive House
Entwurf Alexander Symes Architects
Grundstücksfläche 617 Quadratmeter
Wohnfläche 60 Quadratmeter
Fertigstellung 2021
Links

Entwurf

Alexander Symes Architects

alexandersymes.com.au

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