Projekte

Neues Wohnen, alter Kern

Modernisierungskonzepte von CaSA in Barcelona

Wuchernde Städte und die schleichende Zersiedelung des ländlichen Raums zählen zu den drängenden Umweltproblemen unserer Zeit. Perspektivisch müssen urbane Zentren offensiver auf räumliche Verdichtung setzen. Wie die Wohnqualität dabei sogar gesteigert werden kann, belegen drei beispielhafte Modernisierungskonzepte des Architekturbüros CaSA in Barcelona. Besondere Akzente setzen hier die Ausstattungsdetails – wie etwa die Schalterserien von JUNG.

von Julia Bluth, 26.08.2020

Die katalanische Millionenmetropole steht geradezu sinnbildlich für die Entwicklung moderner Ballungsräume. Während innerhalb des Stadtgebietes wenig mehr als eineinhalb Millionen Einwohner leben, liegt der Einzugsbereich der Metropolregion inzwischen bei etwa fünf Millionen. Die beiden Architekten Matteo Colombo und Andrea Serboli haben sich erfolgreich auf Umbauten im Bestand spezialisiert. Ihre Strategie: die Grenzen eines Projektes zur Leitlinie machen. Ein starkes Konzept, sagen die Planer, entstehe dann aus der Konzentration auf wenige Schlüsselelemente.

FONT 6-Apartment, Barcelona
Historische Wohnungen mit engen Grundrissen, in denen bereits diverse Umbau- und Anpassungsmaßnahmen stattgefunden haben, entsprechen selten heutigen Ansprüchen an einen hellen, geräumigen Lebensraum. Die Größe und Ausrichtung der Räume sowie ein Mangel an Tageslicht zählen zu den häufigsten Kritikpunkten. Den Grundriss neu zu denken und eine Verdichtung im Kern zu bewirken, kann sich da als optimale Lösung erweisen.

Beispielhaft für diese Herangehensweise ist das FONT 6- Apartment unweit der Sagrada Familia in der Innenstadt. Das vor dem Umbau räumlich verschachtelte, 75 Quadratmeter große Apartment aus der Zeit des katalanischen Modernismus gleicht heute einem hellen Loft. Blickfang im Zentrum ist eine eingestellte, signalblaue Box. Sie gliedert die verschiedenen Wohnbereiche. „In der Box befindet sich das Badezimmer, das als Entspannungsbereich dienen soll“, erklären die Architekten. „Es ist das Sancta Sanctorum der Wohnung.“ Hinter den leuchtend blauen Holzpaneelen verstecken sich neben dem Sanitärbereich Wandschränke mit viel Stauraum, die zu einer Seite das Hauptschlafzimmer begrenzen und zur anderen in eine offene Einbauküche übergehen. Die in Warmweiß gehaltenen Wände unterstreichen die Helligkeit der Räume, die dunklen Lichtschalter in Anthrazit und Aluminiumtönen der Serie LS 990 von JUNG setzen Akzente.

Apartment in Born, Barcelona
In El Born, einem der ältesten Viertel Barcelonas, zeichnet das Architektenduo auch für den Umbau einer Wohnung aus dem 13. Jahrhundert verantwortlich. Auf 65 Quadratmetern waren ursprünglich drei Schlafzimmer untergebracht, zwei davon zur Straße und der Hauptlichtquelle ausgerichtet, sodass Wohn- und Kochbereich eng und dunkel ausfielen. Die Architekten entfernten Trennwände und Zwischendecken, um historische Bauelemente, wie die vier Meter hohen Gewölbedecken, zum Vorschein zu bringen, und räumten den Grundriss auf. Zur Straße liegt nun ein großzügiger Wohn-, Ess- und Kochbereich. Schlafzimmer und Bad sind zu einem der für Barcelona typischen Lichtschächte ausgerichtet. Kernstück des Projektes bilden die tiefen, deckenhohen Schrankwände, die den Eingangs- vom Wohnbereich trennen und ihn in einen begehbaren Kleiderschrank verwandeln. Im Koch- und Wohnbereich dient ein leuchtend roter Einbau mit Rundbogen als Blickfang. Hier versteckt sich die von der Bauherrin gewünschte Gästetoilette. Starke Farbkontraste von Dunkelblau über Korallenrot und Pastellrosa sorgen für Dynamik, während die alpinweißen Lichtschalter – Designklassiker LS 990 von JUNG – einen ruhigen Gegenpol bilden.

Klinker Apartment, Barcelona
Wie man auch mit sehr begrenztem Budget große Effekte erzielen kann, demonstrieren die Architekten Colombo und Serboli mit ihrem ebenso in El Born gelegenen Umbauprojekt in einem Mehrfamilienhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert. Der 75 Quadratmeter große Zweitwohnsitz einer vierköpfigen Familie aus Kalifornien war durch einen Brand schwer beschädigt worden, nachdem diese ihr finanzielles Budget bereits in die Renovierung investiert hatte. Die spektakuläre Lösung der Architekten: ein offener Koch-Essbereich in auffälligem Terrakottaton, der sich wie ein Riegel durch die Mitte des Apartments schiebt und ihm so Struktur verleiht. Ein kleiner, angeschlossener Arbeitsplatz schafft über ein charakteristisches Bullauge die optische Verbindung zum Hauptschlafzimmer. Hauptgestaltungsmittel ist die konsequente Farbgebung, die sich über Boden, Decke und Einbauten zieht. Selbst die Schalter – JUNG Designklassiker LS 990 Les Couleurs® Le Corbusier in Ziegelrot – fügen sich perfekt in die Umgebung ein. Die historische Stuckdecke des Wohnbereichs wurde durch einen dunkelroten Anstrich hervorgehoben, während im Schlafzimmer beruhigende Blau- und Grüntöne zum Einsatz kommen, die mit den Jugendstilfliesen des Bodens harmonieren. „Außerhalb des terrakottafarben gestrichenen Bereichs sind die Wände weiß, um das Licht zu maximieren“, erläutern die Architekten. „Eine farbige Schmuckleiste, die sich über Wände, Türen und Fenster zieht, bildet einen künstlichen Horizont, der den Räumen Weite verleiht.“

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Projektarchitekten

Matteo Colombo & Andrea Serboli | CaSA

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