Discofeeling im Fußballstadion
Lichtkonzept für den Club78 in Köln von jack be nimble
Partner: TRILUX
Wo sonst der Blick aufs Spielfeld gerichtet ist, schufen GAARKO Architekten mit dem Club78 einen exklusiven Fanbereich in der Westtribüne des Kölner RheinEnergieSTADIONs. Eine RGBW-Lichtdecke von TRILUX steht im Mittelpunkt des Beleuchtungskonzepts von jack be nimble.
Bis zu 250 Gäste finden im Club78 Platz. Der 1. FC Köln will dort seinen Businesspartnern ein Gastronomieerlebnis inmitten des Geschehens bieten. Die Idee ist, mit der multifunktionalen Hospitality-Venue den Charakter eines Lieblingsrestaurants ins Stadion zu tragen, ohne die emotionale Wucht eines Heimspiels auszublenden. Der Name verweist auf das Jahr 1978, als der 1. FC Köln sowohl den DFB-Pokal als auch die Deutsche Meisterschaft gewann – und in den Nachtclubs zu Discohits getanzt wurde. Dieser Geist aus sportlichem Triumph, Clubkultur und kollektiver Erinnerung bildet den atmosphärischen Rahmen des Entwurfs von jack be nimble. Ziel der Berliner Lichtplaner*innen war es, eine Stimmung zu entwickeln, die genau diese Energie einfängt. Die Herausforderung dabei: Der Raum ist fensterlos.
RGBW-Lichtdecke als zentrales Gestaltungselement
Über zahlreiche Bildschirme werden die Spiele live übertragen. Doch um eine einfache Fußballkneipe handelt es sich bei Weitem nicht: Zentrales Element der Licht- und Raumplanung ist eine großformatige LED-Lichtdecke. Sie spannt sich als rasterartige Struktur über den Raum und kreisförmig um den zentralen Tresen herum. In dieser Form erinnert sie an das Deckenraster einer kassettierten Kuppeldecke wie im Pantheon in Rom – noch stärker jedoch an einen Disco-Innenraum der Siebzigerjahre à la Saturday Night Fever. Und das ist kein Zufall: Der Film entstand 1977 – ein Jahr vor dem titelgebenden 1. FC-Triumph von 1978 also – und spiegelt somit den Zeitgeist treffend wider. Die Lichtdecke sorgt für atmosphärisches Discofeeling, gewährleistet bei Bedarf jedoch auch eine gleichmäßige Grundausleuchtung. Trotz der Lage im Inneren der Westtribüne entsteht auf diese Weise ein Gefühl von Tageslicht. Die diffuse, homogene Beleuchtung bildet die Basis für unterschiedliche Szenarien.
Technisch arbeitet die Decke mit RGBW-Technologie. Rot, Grün, Blau und Weiß lassen sich frei kombinieren, wodurch dynamische Farbverläufe und atmosphärische Wechsel möglich werden. Je nach Anlass verändert sich die Raumwirkung – von kühlem Blau über changierende Grün- und Violetttöne bis hin zu warmen Orange- und Rotszenen. Die Decke wird zur Projektionsfläche für Emotionen: subtil im Hintergrund oder spektakulär im Zentrum der Aufmerksamkeit. Fällt ein Tor für den FC, wird das Lichtkonzept selbst zum Anheizer. Dann flackern die Vereinsfarben Rot und Weiß über die Fläche und verstärken den kollektiven Jubel im Raum.
Zonierung durch Lichtplanung
Das Lichtkonzept beschränkt sich allerdings nicht auf die Decke. Vielmehr entsteht die Atmosphäre im Raum durch das Zusammenspiel verschiedener Komponenten: Zur diffusen Grundbeleuchtung durch die Lichtdecke gesellen sich warme Downlights und gezielt gesetzte Akzente. Schlanke Pendelleuchten erzeugen über den Tischen intimere Lichtinseln. Über langen Tafeln und separaten Zonen bilden sie klar definierte Orte für Gespräche, Networking oder Rückzug. In Lounge- und Stehbereichen kommen abgestimmte Leuchten zum Einsatz, die Nähe suggerieren und die räumliche Struktur betonen. So schafft das Kunstlicht Zonierungen – ganz ohne den Einsatz baulicher Trennungen. Im Zentrum des Raums befindet sich eine kreisförmige Bar- und Büfettinsel. Über ihr ist ein ringförmiges Leuchtelement abgehängt, das die Geometrie aufnimmt und akzentuiert. Licht ist dort sowohl Orientierung, als auch formaler Ausdruck.
Individuelle Lichtlösung von TRILUX
Nahezu das komplette Licht im Club78 basiert auf individueller Fertigung. Für TRILUX bedeutete das eine planerische und technische Herausforderung, die nur im engen Zusammenspiel mit den Projektpartnern lösbar war. Durch die Zusammenarbeit mit dem Kölner Architekturbüro GAARKO sowie dem Lichtplanungsbüro jack be nimble aus Berlin entstand ein ganzheitliches Lichtkonzept, das die Atmosphäre der Location auf ein neues Niveau hebt. Karsten Müller, der Geschäftsführer der TRILUX Vertrieb GmbH, spricht von einem „vollständig schlüssigen Lichtkonzept, welches die gewünschte Atmosphäre bis in den letzten Winkel transportiert“. Das Ergebnis ist kein additiver Technikeingriff, sondern eine integrierte Lichtarchitektur. Reflexe und Farbwechsel unterstützen die reduzierte Innenarchitektur, geben ihr Tiefe und öffnen den Raum optisch.
FOTOGRAFIE Christoph Meinschäfter
Christoph Meinschäfter
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