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James Turrell eröffnet monumentalen Skyspace im ARoS Aarhus Kunstmuseum
Der amerikanische Lichtkünstler James Turrell eröffnet im Juni 2026 einen monumentalen Skyspace im ARoS Aarhus Kunstmuseum. Die Lichtinstallation „As Seen Below – The Dome“ bildet den Höhepunkt der Museumserweiterung „The Next Level“ von Schmidt Hammer Lassen.
Der Blick in den Himmel gehört zu den ältesten Motiven der Kunst. Seit Jahrhunderten dient er als Projektionsfläche für religiöse Vorstellungen, kosmische Ordnungen oder atmosphärische Stimmungen in Malerei und Fotografie. Seit den 1970er-Jahren lässt uns der Amerikaner James Turrell an seinem Blick nach oben teilhaben. Er zählt zu den bedeutendsten Lichtkünstlern der Gegenwart und ist für Installationen bekannt, die die Wahrnehmung von Licht und Raum erforschen. Dazu gehören auch seine sogenannten Skyspaces, von denen weltweit mehr als achtzig Ausführungen existieren.
Dabei handelt es sich um Räume mit einer präzise geschnittenen Öffnung in der Decke, die den Himmel wie einen Bildausschnitt rahmt. Anders als in der Malerei oder Fotografie wird der Himmel hier nicht abgebildet, sondern unmittelbar erfahrbar gemacht. Mit As Seen Below – The Dome realisiert der Lichtkünstler seinen derzeit spektakulärsten Skyspace für das ARoS Aarhus Kunstmuseum. Die Installation bildet den Höhepunkt der Museumserweiterung The Next Level, entworfen vom dänischen Architekturbüro Schmidt Hammer Lassen Architects.
Architektur als Vorbereitung des Blicks
Das ARoS Aarhus Kunstmuseum organisiert seine Ausstellungen bisher vertikal in einem Kubus aus dem Jahr 2004. Mit der Museumserweiterung The Next Level setzt sich das Konzept weitgehend unter der Erde fort. Es führt Besucher*innen durch eine Reihe von Übergängen aus dem Museumswürfel hinaus unter den benachbarten Park.
Herzstück dieser Erweiterung wird die Salling Gallery sein, eine rund 1.000 Quadratmeter große unterirdische Ausstellungshalle für ortsspezifische Installationen. Von dort aus setzt sich der Weg fort, bis schließlich eine halb eingegrabene, monumentale Kuppel erreicht wird, die Turrells Skyspace aufnimmt. Im Musikhusparken neben dem Museum erscheint der Baukörper lediglich als begrünter Hügel.
Ein Raum für den Himmel
Der Kuppelraum misst rund 40 Meter im Durchmesser und erreicht eine Höhe von etwa 16 Metern. Am Scheitelpunkt befindet sich eine Öffnung zum Himmel: Wie im Pantheon in Rom ist das Oculus offen. Sitzbänke entlang der Wände bilden eine kreisförmige Zuschauertribüne, von der aus das „Himmelsgemälde“ betrachtet werden kann. Turrell interessiert sich jedoch weniger für das Motiv selbst als für die Wahrnehmung, die es hervorruft.
Die geradezu hypnotische Wirkung für Besuchende entsteht durch das Zusammenspiel von natürlichem und künstlichem Licht. In die Architektur integrierte LED-Systeme tauchen den Raum in langsam wechselnde Farbfelder, die die Wahrnehmung des Himmels verändern. Zugleich löst sich die Raumbegrenzung scheinbar in Farbe auf, denn kein Gesims, kein Rahmen oder sonstiger Abschluss markiert den Übergang vom Kuppeldach zum Himmelsloch. Dort treffen künstliches und natürliches Licht scharf aufeinander – und die Tiefe des Himmels verändert sich ständig.
Lichtprogramme für Aarhus
Die Installation ist bereits weitgehend fertiggestellt (siehe Abbildungen). Insgesamt werden die Vorbereitungen fast ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen. Der Grund liegt in der aufwendigen Abstimmung der Lichtprogramme: Da James Turrells Werke den realen Himmel einbeziehen, müssen die Sequenzen über längere Zeit hinweg getestet und an die jahreszeitlichen Veränderungen von Licht, Dämmerung und Wetter angepasst werden. Für Aarhus wurden mehrere Lichtprogramme entwickelt, darunter spezielle Sunrise- und Sunset-Sessions, die auf die astronomischen und atmosphärischen Bedingungen der Stadt abgestimmt sind.
Nach der Eröffnung plant das Museum tägliche Programme zum Sonnenuntergang sowie Sunrise-Sessions an Wochenenden. Zusätzlich hat Turrell eine kürzere Lichtsequenz entwickelt, die unabhängig vom Tageslicht aktiviert werden kann. Möglich wird dies durch einen beweglichen Deckel über der Himmelsöffnung, der erst in einer späten Bauphase installiert wurde. Ist er geschlossen, verwandelt sich der Skyspace in eine vollständig kontrollierte Lichtinstallation.
Turrells bislang ambitioniertester Skyspace
As Seen Below gilt als größter Skyspace im Museumskontext. Zum Vergleich: Die Installation im amerikanischen Kunstzentrum MASS MoCA ist etwa dreimal kleiner. Turrell bezeichnet das Projekt deshalb selbst als sein bislang ambitioniertestes – nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen der komplexen Lichtprogrammierung und der zusätzlichen Möglichkeiten, die der bewegliche Deckel bietet.
Mit The Next Level erweitert ARoS seine Ausstellungsflächen um rund 4.000 Quadratmeter. Neben der unterirdischen Galerie und dem Skyspace entstehen auch neue öffentliche Bereiche im Park. Die Turrell-Installation bildet den Höhepunkt dieser Erweiterung. Sie knüpft zugleich an eine Tradition des Hauses an: Bereits seit 2011 prägt Olafur Eliassons Dachinstallation Your rainbow panorama die Silhouette des Museums. Der 150 Meter lange Rundgang aus farbigem Glas legt sich wie ein Ring über das Gebäude und taucht den Blick auf die Stadt in die Farben des Spektrums. Nun kommt eine zweite, ebenso spektakuläre Rauminstallation hinzu, die mit der Wahrnehmung von Farbe, Licht und Himmel spielt.
Die Eröffnung von As Seen Below – The Dome im ARoS Aarhus Kunstmuseum ist für den 19. Juni 2026 geplant.
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