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Bodenbeläge 2026: Trends bei Teppichen, Fliesen, Linoleum und Holz

Bodenbeläge prägen die Raumwirkung entscheidend – von Fliesen, Holz und Linoleum bis zu handgefertigten Teppichen. Die Interior-Trends 2026 setzen auf haptische Oberflächen, nachhaltige Materialien und natürliche Farben. Zwischen Handwerk und Industrie entstehen neue Gestaltungsspielräume für Designer*innen.

von Claudia Simone Hoff, 02.03.2026

Der Fußboden ist die Bühne eines Raums und bestimmt ganz wesentlich seine Wirkung – egal ob Fliesen, Holzdielen, Wand-zu-Wand-Teppiche oder handgefertigte Exemplare. Dieser Beitrag ist Teil des Dossiers Interior Trends 2026, das zentrale Entwicklungen im Interiordesign zusammenführt. In diesem Jahr en vogue: auffällig strukturierte, haptische Oberflächen, neutrale Farbtöne und nachhaltige Lösungen.

Es gibt ein Wechselspiel zwischen handgefertigten und industriell produzierten Bodenbelägen, wobei das kreative Spielfeld für Designer*innen bei handgemachten Teppichen am größten ist. Vor allem deshalb, weil ein abgepasster Teppich schnell ausgetauscht werden kann, also flexibler in der Handhabung ist. Kostspielig und aufwendig in der Fertigung, sind handgewebte und -geknüpfte Teppiche meist weitaus künstlerischer als industriell produzierte.

Handgefertigte Teppiche als Treiber der Branche
Betrachtet man das kreative Potenzial von handgefertigten abgepassten Teppichen, überrascht es nicht, dass Interior- und Produktdesigner*innen in diesem Feld tätig sind, darunter Kelly Wearstler. Die amerikanische Interiordesignerin, die auch verstärkt im Collectible Design arbeitet und in Los Angeles eine eigene Galerie eröffnet hat, stellte im letzten Jahr in Mailand ihre zehnte Kooperation mit dem Teppichlabel The Rug Company vor. Crescendo ist eine in Nepal handgeknüpfte Kollektion aus abgepassten Teppichen, wobei es sechs Modelle mit jeweils unterschiedlichen Mustern und zwei Farbstellungen gibt.

Aus Wolle, Seide, Nessel und Leinen gefertigt, sind die Farben und Muster zurückhaltend-elegant gehalten und doch mit einer gewissen Extravaganz versehen. So gibt es beispielsweise ein kontemporäres Schachbrettmuster (Arwen), übereinandergelegte Rechtecke mit Trompe-l'œil-Effekt (Runa) und subtile Farbverläufe (Crux).

Weit weniger zurückhaltend, sondern geradezu mit einem lauten „Bang!“ kommen die Teppiche von Designercarpets daher, mit denen das deutsche Unternehmen den 100. Geburtstag von Verner Panton feiert. Am auffälligsten ist das fast psychedelische Muster Onion, das eine aufgeschnittene Zwiebel im Close-up zeigt – natürlich in Braun-Orange- und Gelbtönen gehalten, die zur Entstehungszeit des originalen Textilentwurfs Decor I für Mira-X in den Siebzigerjahren beliebt waren. Aus Wolle in Nepal handgeknüpft, ist der Teppich mit dem dynamischen Muster als maßgefertigtes Exemplar zu haben.

Dass dänisches Design heutzutage meist zurückhaltender in Form, Muster und Farbe ist, ist wahrscheinlich einer der Gründe für seinen großen Erfolg. Es ist kompatibel, was Geschmäcker und Räume angeht. Das zeigt auch eine Teppichkollektion von Linie Design aus Kopenhagen. Entworfen von Norm Architects, ist die von der japanischen Stadt Kyoto inspirierte Kollektion Faded Noren in gedämpften Farben wie Camel, Taupe und Moss gehalten. Auffälligstes gestalterisches Element ist die handgenähte Mittellinie, die zugleich ein grafisches Element darstellt.

Nachhaltige Bodenbeläge 2026: Holz, Linoleum und textile Lösungen
Wie bei handgefertigten Teppichen finden sich auch bei Holz-, Linoleum- und industriell gefertigten Teppichböden haptische Oberflächen.

Das zeigt beispielsweise BKB von Bolon, ein Bodenbelag aus gefaltetem Garn, der mit einer speziell entwickelten Webtechnik hergestellt wird. Im Zusammenspiel mit neutralen Basistönen wie Beige, Grau, Braun und Schwarz kommt die Kollektion der Anmutung von Sisal nahe. Mit Riff hat der schwedische Hersteller außerdem eine Kollektion herausgebracht, die ein omnipräsentes Thema auch bei Bodenbelägen aufgreift: Recycling und Nachhaltigkeit. Entwickelt für stark beanspruchte öffentliche und gewerbliche Bereiche wie Hotels und Büros, wird die Kollektion aus recycelten Materialien hergestellt. Aus strapazier- und widerstandsfähigem Vinyl gewebt, gibt es eine breite Palette von Mustern, Farben und Texturen, darunter Blackish Red, Greyish Metal und Naturelle Green.

Neuland von Object Carpet wird aus nur zwei Materialien gefertigt und ist damit kreislauffähig. Wichtiger Bestandteil der Kollektion ist die DUO-Technologie, die eine robuste, formstabile Grundstruktur mit einer sichtbaren Textiloberfläche verknüpft. Das modulare, vielseitig einsetzbare System ist ein Entwurf des Stuttgarter Büros Ippolito Fleitz.

Auch Tarkett setzt mit der Linoleumkollektion Lino Materiale, die im italienischen Narni produziert wird, auf das Thema Nachhaltigkeit. Die Bahnenware besteht aus natürlichen Rohstoffen wie Korkgranulat, Leinöl, Pinienharz und Holzmehl. Dank der Korkanteile sind die Bodenbeläge flexibel, schallabsorbierend und widerstandsfähig gegen Abnutzung und Chemikalien. Außerdem verfügen sie über eine haptisch interessante Oberflächenstruktur. Lino Materiale ist Teil der Circular Selection, der Kreislaufwirtschaft von Tarkett. Das bedeutet: Über das Rücknahmeprogramm ReStart werden Verlegeabschnitte und gebrauchte Böden in die Fabrik zurückgeführt, recycelt und in neue Produkte verwandelt.

Fliesen und Mosaike 2026: Großformate, Natursteinoptik und Erdtöne
Die Linoleumkollektion von Tarkett zeigt auch farblich, wohin die Reise geht: Erdige Töne sind nicht wegzudenken aus dem zeitgenössischen Interiordesign, ebenso wie andere neutrale Farben. Das ist wenig überraschend, bildet der Boden doch die Basis für Möbel, Leuchten, Kunstwerke und Accessoires und verweilt normalerweise Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, an Ort und Stelle.
Der Hersteller Florim setzt mit SensiTerre auf warme Erdfarben, während Ceramiche Refin mit den Kollektionen Ink und Osmos großformatige Platten anbietet, die Innen- und Außenräume nahtlos verbinden. Wem neutrale Farbtöne zu langweilig sind, der kann auf Naturstein imitierende, üppig wirkende Keramikoberflächen wie Allegro von Lithos Design und Prestigio Kaleidos von Ceramiche Refin zurückgreifen. Ein Klassiker im Interiordesign bleibt Mosaik. Bisazza hat in Zusammenarbeit mit den französischen Gestalter*innen Claire Bétaille und Bruno Moinard die Kollektion Réminiscence herausgebracht – aus Marmormosaiksteinchen.

Die Interior Trends 2026 zeigen: Der Boden wird zunehmend zum strategischen Gestaltungselement zwischen Materialität, Nachhaltigkeit und Raumwirkung.

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Domotex 2026: Zweite Chance für den Boden

Nachhaltige Bodenbeläge

www.baunetz-id.de

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