Stories

London Design Festival 2017: Kunsthandwerk und Sternenkrieger

Von kontemplativen Räumen zu intergalaktischen Möbeln: ein Rückblick in Bildern.

von Norman Kietzmann, 26.09.2017

In der Vielfalt liegt die Stärke: Das London Design Festival hat nicht nur etablierte Marken und Namen im Blick. Jungdesigner und Kunsthandwerker finden ebenso eine Bühne wie Designgalerien und Nischenproduzenten. Der Charme liegt in der Kleinteiligkeit der Präsentationen, die von Kensington bis Shoreditch fast die gesamte Innenstadt in Beschlag nehmen. Dennoch durften Prominenz und Skurrilitäten bei der 15. Festival-Ausgabe nicht fehlen – wie eine Allianz zwischen Zaha Hadid Design und Star Wars bewies.

In London geht bekanntlich alles ein wenig schneller, außer der Verkehr. Während die Fahrt vom einen Stadtviertel zum anderen allein gefühlte Ewigkeiten dauert, geschieht die Neubewertung von Adressen überaus rasant. Nicht nur Bars, Restaurants und Clubs wechseln den Trendfaktor von einer Saison zur anderen. Auch die Standorte dieses Festivals erleben ein ständiges Auf und Ab.

Galt die Schau Designjunction in den letzten Jahren als verlässlicher Anlaufpunkt für spannende Aussteller, wirkten die Hallen im Norden der King’s Cross Station diesmal eher notdürftig gefüllt. Die abtrünnigen Gestalter und Marken tummelten sich unterdessen auf der London Design Fair in der Old Truman Brewery in East London, wo bislang die etwas eingeschlafene Designschau The Tent stattfand. Neue Energie hat auch die Messe 100% Design getankt, die junge und etablierte Marken gleichermaßen ins Ausstellungszentrum Olympia unweit des neuen Designmuseums locken konnte.

Technik und Romantik 
Eine zentrale Spielstätte ist das Somerset House, wo im letzten Jahr die erste London Design Biennale stattfand und für 2018 bereits die zweite Edition in Vorbereitung ist. Für eine Mixtur aus Technologie und Romantik sorgte diesmal Tord Boontje mit seinen Leuchtern Luminous Reflections für Swarovski Crystal Palace. Dass Kabel, Stecker und Ladestationen keineswegs als Gegenspieler der Ästhetik gelten müssen, bewies Benjamin Hubert mit seiner Debütkollektion für den neuen Technikanbieter Nolii.

Nur wenige Schritte weiter präsentierte der australische Gestalter Brodie Neill im Atrium des ME-Hotels die Möbelserie Flotsam aus Ocean Terrazzo – einem von ihm mitentwickelten Materialkomposit, für den aus dem Meer gefischte Kunststoffflaschen verwendet werden. Mit einem Neustart sorgte das Möbellabel Established & Sons für Aufsehen, das unweit der Tube-Station Old Street einen neuen Showroom eröffnete und dort einen von Designdirektor Sebastian Wrong und Richard Woods entworfenen Esstisch enthüllte.

Vermöbelte Sternenkrieger 
Kontemplative Qualitäten entfaltete die Installation Reflection Room, mit der Flynn Talbot die 35 Meter lange Prince Consort Gallery im Victoria & Albert Museum wie in einen lichtdurchfluteten Kirchenraum verwandelte. Bei aller Andacht kam auch der Spaßfaktor nicht zu kurz: Das Designteam von Zaha Hadid Architects hatte sich mit dem französischen Möbelbauer Leblon Delienne und Lucasfilm verbündet und eine Kollektion von Star-Wars-inspirierten Möbeln vorgestellt – passend flankiert von imperialen Sturmtruppen aus der Sternenkriegersaga.

Das und viele weitere Höhepunkte des Festivals finden Sie hier in unserer Bildergalerie…

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Links

London Design Festival

www.londondesignfestival.com

London Design Festival 2016

Die Stunde der Macher

www.dear-magazin.de

London Design Festival 2015

Best of Product

www.dear-magazin.de

London Design Festival 2014

Mit Seele und Siegel

www.dear-magazin.de

London Design Festival 2013

Prähistorisch

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London Design Festival 2012

Auf leisen Sohlen

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