47°40´48´´N / 13°8´12´´E
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Das Einfamilienhauses mit der Bezeichnung 47°40´48´´N / 13°8´12´´E ist auf einem Wiesengrundstück im Salzburger Tennengau, nahe eines Autobahnkreuzes gelegen. Den Bauherren war vor allem an der direkten Verkehrsanbindung gelegen, was die Architekten Maria Flöckner und Hermann Schnöll aus Salzburg zum Anlass nahmen, die Themen Mobilität und Landschaft zu den Grundlagen ihres Entwurfes zu machen.
Die Koordinaten 47°40´48´´N / 13°8´12´´E weisen auf den Bauplatz des Wohnhauses in einer wunderschönen Landschaft im Salzburger Tennengau hin und sollen gleichzeitig dessen räumliche Beliebigkeit ausdrücken. Das Gebäude, so die Vorstellung der Architekten, könnte genauso gut an einem andern Platz stehen, ist austauschbar durch andere Landschafts-, Stadt- oder Ortsbilder. Weniger für einen konkreten Ort gemacht bilde das Haus lediglich die Schnittstelle im persönlichen Netz der Bauherren, da diese durch Mobilität und die nahe Infrastruktur vom Bindungszwang an den Ort befreit. Das Haus ist daher Teil der Straße, die in den Innenraum hinein geführt wird und gleichzeitig Teil der Landschaft durch eine fast vollständige Verglasung der Wohnräume.
Das langgestreckte eingeschossige Gebäude scheint unmittelbaren über der leicht abfallenden Wiese zu schweben. Es hebt sich durch Material und Formensprache bewusst von den umliegenden Gehöften, Waldkanten und Gebirgen ab. Zwei formgleiche übereinanderliegende Stahlbetonplatten bilden Bodenplatte und Dachabschluss für die dazwischen liegenden Wohnräume. Die großen Auskragungen, insbesondere der Decke über der Wohnebene betragen bis zu acht Meter und bilden den Rahmen für die Ausblicke in die Umgebung. Der flächig sich ausdehnende stützenfreie Innenraum öffnet sich mit einer komplett verglasten Front zur umliegenden Landschaft. Ein raumhoher, schwarzer Außenvorhang reguliert die Ein- und Aussicht auf drei Seiten des Gebäudes. Die Durchlässigkeit des Stoffes schafft unterschiedliche Lichtverhältnisse zu den verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Offenheit und Durchlässigkeit der fließenden Raumfolgen werden durch einen schwarzen, geschliffenen Gussasphalt mit Basalt Zuschlag und reduzierten, schlichten Einrichtungsgegenständen unterstützt.
Das Wohnen im Innern ist ringförmig organisiert. Neun identische geometrische Hohlkörper mit den Abmessungen 2,40 Meter x 2,40 Meter gliedern den Raum zwischen der Garage mit vier Stellplätzen und dem 385 Quadratmeter großen Wohnbereich. Sie sind mit schwarzweißen grafischen Motiven von Nadelwäldern bedruckt. In die Hohlkörper sind Stahlstützen integriert, die das hellgraue Sichtbetondach tragen. In anderen abgeschlossenen Räumen, die von oben beleuchtet werden, sind private Bereiche, wie Bäder, Ankleiden und Stauflächen untergebracht. Die Räume folgen keiner endgültigen Abgrenzung und keiner homogenen Form. Sie können auf unterschiedliche Arten zusammengefügt oder erweitert werden. Damit überlagert sich das Geflecht an Beziehungen und Gleichzeitigkeiten in der Nutzung der Wohnräume, was zu einer weiteren Freiheit des Ortes führt.
FOTOGRAFIE Stefan Zenzmaier, Kuchl/A
Stefan Zenzmaier, Kuchl/A
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