Camden Chic
An- und Umbau eines ehemaligen Künstlerateliers von McLaren.Excell
Wer hier wohnt, dürfte ziemlich glücklich sein. Nicht nur, weil die rund 650 Quadratmeter große Wohnfläche und der verwunschene Garten mitten in London ein echter Luxus sind. Als Glücksfall erweist sich auch der Erweiterungsbau des Architekturbüros McLaren.Excell. Dieser wird ergänzt durch ein Interiordesign von Studio Iro, das auf eine gedeckte Farbpalette und haptische Materialien setzt.
Nordwestlich des Londoner Stadtzentrums gelegen, ist Kentish Town im Bezirk Camden ein lebhafter Ort mit vielen Cafés, Restaurants und Shops. Inmitten des großstädtischen Trubels hat sich eine Familie den Traum vom Eigenheim mit Garten erfüllt. Für das Projekt Camden Workshop engagierte sie das Londoner Architekturbüro McLaren.Excell, das den Ausbau des ehemaligen Lagerhauses (und späteren Künstlerateliers) sowie den neuen Anbau plante sowie für Teile des Interiordesigns verantwortlich war. Für das Farb- und Materialkonzept sowie die Auswahl von Einrichtungsgegenständen, Möbeln und Accessoires wurde die Kreativdirektorin Lucy Currell von Studio Iro hinzugezogen.
Lauschiger Garten
Beide Gebäude sind in Schwarz gehalten und doch bleibt von außen klar erkennbar, welches der Ursprungsbau ist: Die historische Ziegelfassade des ehemaligen Künstlerateliers wurde schwarz getüncht, ebenso wie die zahlreichen Sprossenfenster. Der mit einer metallenen Fassade versehene, rund 160 Quadratmeter große Anbau fällt durch hohe, nicht unterteilte Fenster auf. Während das Gebäudeensemble in der Vorderansicht durch die dunkle Farbgebung zurückhaltend, schmucklos und fast ein wenig unnahbar wirkt, öffnet es sich nach hinten zu einem lauschigen Garten mit Terrasse. Bei der Gestaltung der Grünflächen stand das Thema Biodiversität im Vordergrund. Ein Teich sowie spezifische Blumen und Pflanzen sollen Bienen und Insekten anlocken.
Werkstatt trifft auf Wohnetage
Der Gebäudekomplex mit dem spitz zulaufenden Grundriss ist funktional zweigeteilt. Für das rund 220 Quadratmeter große Erdgeschoss, das über Raumhöhen von 3,20 Metern verfügt, hatten sich die Auftraggeber*innen eine flexible Fläche gewünscht. In Anlehnung an das ehemalige Atelier eines Bildhauers gehen sie dort nun handwerklichen Tätigkeiten wie Weben, Kerzenziehen und Tischlern nach. Zudem gibt es ein Wohnzimmer, dessen große Glastüren direkt hinaus in den Garten führen.
Der zweite Stock des Wohnhauses ist – den Grundriss betreffend – klassisch gehalten: Neben vier Schlaf- und drei Badezimmern befinden sich dort ein zweites Wohnzimmer sowie eine große Wohnküche. Das visuell auffälligste Element in diesem Open Space ist ein 3,50 Meter langer Küchenblock, der mit Travertinplatten verkleidet ist. Dazu gesellen sich maßgefertigte Küchenschränke und eine behagliche Eckbank aus Douglasien-Holz, die einen warmen Touch ins Interior bringen.
Erdige Farben
Einen besonderen gestalterischen Fokus legten die Architekt*innen und Interiordesigner*innen auf das Farb- und Materialkonzept. Studio Iro erarbeitete eine gedämpfte Farbpalette aus erdigen Tönen, die elegant und behaglich zugleich wirkt. Außerdem hatten sich die Bauherr*innen Materialien gewünscht, die natürlich und falls möglich recycelt sein sollten, wie Rob Excell, Mitinhaber des Architekturbüros McLaren.Excell, erzählt. „Es war toll, eine große Anzahl an Materialien in ihrem ursprünglichen Zustand verwenden zu können“, sagt er. So wurde beispielsweise die alte Holzkonstruktion recycelt, überarbeitet und anschließend für die Böden wiederverwendet. Die unregelmäßige Oberfläche der originalen, mit Kalk gewaschenen Ziegelsteinwände kontrastiert effektvoll mit der Treppe, die aus warm gewalztem Stahl gefertigt ins Obergeschoss führt.
Mehr Projekte
Räume ohne Raster
Ein radikal geöffneter Grundriss von RDTH architekti in Prag
Wohnen in der Beletage
Umbau einer Altbauwohnung in Charlottenburg von Batek Architekten
Grauzone mit Aussicht
Puristisches Rooftop-Apartment von unprofessional.studio in Taipeh
Generationswechsel im Siedlungshaus
atelier brum baut Kölner Reihenhaus in offenen Wohnbau um
Transluzenter Blockbau
Wohnturm aus Glas und Gitter von Studioninedots in Amsterdam
Skulpturaler Unterschlupf
Nachhaltige Holzhütte in den Pyrenäen
Helix aus Stahl
Architettura Tommasi gestaltet Loft in historischem Adelspalast in Padua
Glutroter Kokon
Reihenhaus-Modernisierung von Pablo Sanchez Lopez in London
Beton und Behaglichkeit
BekArch transformiert eine Prager Backstube in ein helles Studio-Apartment
Urbaner Lückenfüller
Zwei Wohnbauten von Pend in Edinburgh
Fifty Shades of Marble
Mistovia verwandelt einen Krakauer Rohbau in ein Zuhause mit Atelier
Haus der Gegensätze
Architektura baut in der Nähe von Prag ein ungewöhnliches Familiendomizil im Wald
Holz in Bewegung
Wohnhaus im Tessin mit außergewöhnlichem Parkett
Brücke zum Meer
Wochenendhaus von Omer Arbel in Kanada
Ziegel im Zentrum
Umbau eines Siedlerhauses in der Uckermark von Klöpfel Zeimer Architekten
Zwischen Erhalt und Erneuerung
Umbau eines Fischerhauses von Bea Portabella und Jordi Pagès in Cadaqueés
Licht im Laub
Wohnhaus mit Anbau von ConForm in London
Renaissance auf Mallorca
Umbau eines historischen Stadtpalais von Nøra Studio
Zeitlos in Valencia
Balzar Arquitectos gestalten eine Altbauwohnung mit Wabi-Sabi-Ästhetik
Präziser Eingriff im Bestand
Umbau eines Einfamilienhauses im St. Galler Rheintal von Studio Micha Gamper
Neue Freiheit
Umbau eines Madrider Wohnhauses von Extrarradio
Wohnen zwischen den Klimazonen
Apartments für Studierende von EMI Architekt*innen in Regensdorf
Blaues Herz
Umbau eines Weinguts in Portugal von Arquitectura-G
Der Sonne entgegen
Nachhaltiges Einfamilienhaus in Holzrahmenbauweise an der Costa Brava von Clara Crous Arquitectura
Glashaus mit vielen Gesichtern
Kresta Garden House von Lucas y Hernández-Gil bei Madrid
Gekonnt gegliedert
Wohnungsumbau von DG Estudio in Valencia
Platte mit Weitblick
Umbau im Berliner Hochhaus von Christopher Sitzler
Bewegung im Rohbau
Achtsamkeitsstudio ANTI im Brandlhuber-Haus in Berlin
Athener Essenz
Sensible Stadthaus-Modernisierung von Local Local
Domestic Dancefloor
Clubkultur in einem Berliner Apartment von Studio Karhard